Hamburg - Gewaltbereite Fans des Bundesligisten 1. FC Köln haben am Freitagabend vor dem Bundesliga-Spiel beim VfL Bochum (0:0) randaliert. Dabei wurden neun Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Nach Informationen des VfL Bochum erlitt ein Ordner innere Verletzungen unter anderem an der Milz, ein weiterer Knochenbrüche und eine Schultereckgelenkssprengung. Einer der weiteren Verletzten war ein Polizist.
Nach Angaben der Polizei gab es insgesamt 19 Festnahmen und Strafanzeigen. Rund tausend Kölner Anhänger begaben sich am Abend auf einen Fußmarsch vom Bochumer Hauptbahnhof zum Stadion. Kurz vor der Arena versuchten rund 600 von ihnen, in den Gästebereich zu stürmen.
Die Ordner wollten dies durch das Schließen der Stadiontore verhindern, was die Hooligans zu weiteren Übergriffen provozierte. Erst eine angeforderte Hundertschaft der Polizei brachte die Situation unter Verwendung von Reizgas unter Kontrolle.
Beim 1. FC Köln distanzierte man sich von den Gewalttätern. "Wir sind bestürzt, dass es so weit gekommen ist", erklärte ein Sprecher des Clubs auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Man werde die Polizei bei ihren Ermittlungen mit allen Kräften unterstützen, so der Sprecher: "Die Täter sollen nie wieder ein Stadion betreten dürfen".
In Bochum will man zunächst die Ermittlungen der Polizei abwarten und hofft auf die baldige Genesung der verletzten Ordner. Beide hätten stationär behandelt werden müssen, sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE, bei einem der beiden Ordner bestehe weiterhin der Verdacht auf einen Anriss von Leber und Milz.
Es sei vorher durchaus klar gewesen, dass man mit gewaltbereiten Gästefans rechnen musste, auch die Polizei sei sehr schnell zur Stelle gewesen, erklärte der Sprecher. Aber er sprach auch von einer neuen Qualität der Gewalt. "Diese Übergriffe waren so massiv wie wir es sehr, sehr lange nicht mehr in unserem Stadion hatten."
Auch in Bielefeld kam es am Samstagmorgen zu schweren Ausschreitungen. Dort hatten Anhänger des Hamburger SV auf der Durchreise zum Bundesligaspiel gegen Mainz 05 einen Aufenthalt in der Nacht genutzt, um zwei Geschäfte im Bielefelder Hauptbahnhof sowie einen Servicepoint zu verwüsten. Dabei warfen sie selbst gebaute Brandsätze, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Verletzt wurde niemand. Die Beamten nahmen 150 höchst aggressive und stark alkoholisierte Fans in Gewahrsam. Sie sollten noch am Samstag in Bussen nach Hamburg zurückgeschickt werden.
goe/met/sid
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