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23.12.2009
 

Kurzpässe

DFB-Chef ist doch gegen Outing, Löw macht Jansen Hoffnung

DFB-Präsident Zwanziger: Umdenken beim Thema OutingZur Großansicht
REUTERS

DFB-Präsident Zwanziger: Umdenken beim Thema Outing

DFB-Präsident Theo Zwanziger ist jetzt doch gegen ein Outing homosexueller Fußballer. WM-Mitfavorit Spanien verlängert den Vertrag mit seinem Nationaltrainer Vicente del Bosque, HSV-Nationalspieler Marcell Jansen hat wieder Grund, auf eine WM-Teilnahme in Südafrika zu hoffen.

Hamburg - DFB-Präsident Theo Zwanziger hat beim Thema Outing schwuler Spieler umgedacht. "Ich habe in letzter Zeit mit einigen Leuten geredet, die in dieser Situation sind, und sie haben mir vermittelt, weshalb sie sich nicht outen wollen", sagte er in einem Interview mit dem "Kölner Stadtanzeiger" und der "Frankfurter Rundschau". Zwanziger hatte noch auf der Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke im November dafür plädiert, Tabus im Sport aufzubrechen.

Für den DFB-Chef ist jetzt nachvollziehbar, warum homosexuelle Profis ein Outing scheuen: "Es hängt damit zusammen, dass für einen Homosexuellen im Fußball die persönliche Bindungen, die Freude am Sport und auch das Geldverdienen verlorengehen können, wenn er sich outet."

Zwanziger räumt ein, dass er diese Faktoren unterschätzt habe, als er sich für Outings ausgesprochen hatte: "Der erste Homosexuelle, der sich im Profifußball outet, wird keinen leichten Weg zu gehen haben. Ich habe geglaubt, das kann nicht sein. Denn in Politik, Kunst und Kultur ist das ja gar kein Problem mehr. Auch der Amateurfußball geht inzwischen besser damit um. Aber der Profifußball ist da offenbar noch einmal fester gefügt."

Del Bosque bleibt auch nach der WM

Marcell Jansen vom Hamburger SV darf sich wieder Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südafrika machen. Bundestrainer Joachim Löw nannte Jansen als möglichen WM-Kandidaten für die linke Seite: "Marcell Jansen spielt in unseren Planungen eine Rolle. Er besitzt Fähigkeiten, die für uns sehr wichtig sein können - zum Beispiel sein Drang zum Tor. Wenn er einen guten Rhythmus hat, ist er auf der linken Seite eine Alternative", sagte Löw der "Sport Bild". Jansen war zu Saisonbeginn wochenlang verletzt ausgefallen, überzeugte aber zuletzt mit starken Leistungen im Verein: "Es motiviert mich unheimlich, wenn der Bundestrainer anruft und Mut macht", sagte Jansen.

Der spanische Fußballverband RFEF setzt weiterhin auf die Dienste von Nationaltrainer Vincente del Bosque. Der Vertrag mit dem 59-Jährigen wurde um zwei Jahre bis 2012 verlängert - unabhängig vom Abschneiden bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Der bisherige Vertrag des Ex-Trainers von Real Madrid wäre nach der WM ausgelaufen. Del Bosque hatte 2008 die Nachfolge von Luis Aragonés angetreten, der mit Spanien die Europameisterschaft gewonnen hatte. Der neue Nationaltrainer kann eine tadellose Bilanz vorweisen: Mit Del Bosque gewann das Team 21 von 22 Spielen.

Bundesliga-Profis beim Afrika-Cup dabei

Die schottische Auswahl bekommt dagegen einen neuen Trainer. Craig Levein tritt mit sofortiger Wirkung das Amt an. Der 45-Jährige wird Nachfolger von George Burley, der nach einer enttäuschenden WM-Qualifikation zurückgetreten war. Levein war bisher Trainer des Erstligisten Dundee United und wechselt gegen den Protest der United-Vereinsführung in die Dienste des Verbandes.

Die Bundesliga-Profis Guy Demel vom Hamburger SV und Artur Boka vom VfB Stuttgart stehen im Aufgebot der Elfenbeinküste für den Afrika-Cup. Beide wurden von Trainer Vahid Halilhodzic in den 23-köpfigen Kader berufen, der von Chelseas Topstürmer Didier Drogba angeführt wird. Die Afrika-Meisterschaften werden vom 10. bis 31. Januar 2010 ausgetragen.

Real Madrids Topstar Cristiano Ronaldo hat in Usbekistan für einen gewaltigen Fan-Andrang gesorgt. 14.000 Zuschauer in der Hauptstadt Taschkent wollten bei einem Testspiel zuschauen, das Ronaldo zur Unterstützung eines Sozialprojektes mit Jugendlichen absolvierte. Das Stadion in Taschkent fasst an sich nur 8000 Zuschauer. Usbekistan bemüht sich seit längerem, mit viel Geld Fußball im Land attraktiv zu machen. So trainiert der frühere Nationaltrainer von Brasilien und Portugal, Luiz Felipe Scolari, den usbekischen Meister Bunjodkor Taschkent.

aha/sid/dpa

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