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02.01.2010
 

Manipulationen im Fußball

Uefa fordert besseren Zeugenschutz

Uefa-Logo: Anti-Korruptions-Einheit will verbesserten ZeugenschutzZur Großansicht
AFP

Uefa-Logo: Anti-Korruptions-Einheit will verbesserten Zeugenschutz

Die Europäische Fußball-Union setzt sich für einen konsequenten Zeugenschutz im Kampf gegen Kriminalität im Fußball ein. Nach Informationen des SPIEGEL alarmierten Vorfälle in Mazedonien den Verband. Dort war ein Trainer nach seiner Aussage vor dem Internationalen Sportgerichtshof entlassen worden.

Hamburg - Im Kampf gegen kriminelle Strukturen im internationalen Fußball fordert die Anti-Korruptions-Einheit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) einen konsequenten Zeugenschutz. Alarmiert haben den Verband Vorfälle um den mazedonischen Trainer Nikola Ilievski. Am 16. Dezember hatte der Coach vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne für die Uefa im Verfahren gegen den mazedonischen Club FK Pobeda Prilep ausgesagt. Dabei belastete Ilievski seinen früheren Arbeitgeber schwer.

In dem Berufungsverfahren geht es um den Vorwurf einer Spielmanipulation im Sommer 2004. Nach Überzeugung der Uefa hatte der Clubpräsident des FK Pobeda seinem Team damals vor einem Champions-League-Qualifikationsspiel gegen den armenischen Verein Pjunik Eriwan eine Niederlage angeordnet. Auf diesen Spielausgang sollen hohe Summen gesetzt worden sein. Im Frühjahr hatte die Uefa den FK Pobeda deshalb für acht Jahre von allen europäischen Teamwettbewerben suspendiert, der damalige Mannschaftskapitän sowie der Präsident wurden lebenslang ausgeschlossen. Der Club, dessen Präsident die Vorwürfe bestreitet, hatte beim Cas Berufung gegen den Bann eingelegt.

Uefa-Zeuge Ilievski, der erst im November einen neuen Job als Trainer beim mazedonischen Erstligisten Metalurg Skopje angetreten hatte, wurde gleich nach seiner Rückkehr aus Lausanne entlassen, obwohl er mit seiner Mannschaft alle drei Ligaspiele gewonnen hatte. Für die Uefa steht fest, dass der Coach wegen seiner Aussagen vor Gericht in seiner Heimat nun unter Druck gesetzt wird.

Zeuge Ilievski saß im selben Flugzeug wie der Präsident des FK Pobeda

Vor dem Verfahren hatte Ilievski es abgelehnt, seine Aussagen telefonisch und mit verzerrter Stimme in den Gerichtssaal zu übermitteln, wie es zwei weitere Uefa-Zeugen bevorzugt hatten. Ilievskis Begründung: Weil er bei der Reise in die Schweiz im selben Flugzeug wie der Präsident des FK Pobeda gesessen habe, sei seine Anonymität sowieso nicht mehr gewährleistet gewesen.

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