Von Peter Ahrens
Wer bisher noch kein Trikot hat, kauft sich jetzt eines. In den Fanshops des Hamburger SV sind hysterische Auftritte zu erwarten.
Die Aufregung um Ruud van Nistelrooy in Hamburg wird nach diesem Samstag eine neue Dimension erreichen. Man weiß jetzt, was die doppelte Zwei als seine Rückennummer bedeutet: Zwei Tore in zwei Minuten.
Damit hat er das Auswärtsspiel entschieden, dem VfB Stuttgart die erste Niederlage in diesem Jahr beigebracht, all das bei nur übersichtlichen 25 Minuten Einsatzzeit - Momente, die sich beim Hamburger SV alle gewünscht haben. Die sportliche Leitung und die Marketing-Experten gleichermaßen.
Es geschah gerade zur rechten Zeit. Der seit Wochen über Hamburg hinwegrollende Van-Nistelrooy-Hype schien jüngst schließlich seine erste kleine Delle aufzuweisen. Immer noch kein Einsatz von Beginn an, der Verein selbst im Form- und Ergebnisloch nach drei sieglosen Spielen - keine perfekten Voraussetzungen, um die Dauer-Begeisterung über den Top-Transfer dieses Winters am Leben zu erhalten. Die Boulevardmedien mussten in Ermangelung sportlicher Neuigkeiten auch schon tief in den Mustopf des Menschelnden greifen, um noch Nachrichten über "Van the Man" an den Tag zu bringen. Seine Vorliebe für Nutella-Pizza war da als brandheiße News nachzulesen und Klatsch von seinem Lieblingsitaliener aus Madrid als Aufmacher auf der Sportseite.
Es musste dringend etwas passieren.
"Ich habe gedacht: Es wird Zeit, dass ich reinkomme"
Es gibt eine im Fußballreporter-Sprech unerträglich häufig gebrauchte Floskel - die von dem Spieler, der den Unterschied ausmacht. Selten war eine Floskel jedoch so dringend richtig wie in diesem Fall. Die Kühle, mit der van Nistelrooy zehn Minuten nach seiner Einwechslung eine Kopfballverlängerung von Robert Tesche zum 2:1 verwertete, und die Lässigkeit, mit der er zwei Minuten später den Ball aus halbrechter Position an Stuttgarts Torwart Jens Lehmann vorbeischob, suchen in der Bundesliga ihresgleichen.
Die Liga hat mittlerweile viele Stars: Ribéry, Robben, sogar so ein Verein wie Hannover 96 kann sich einen Edelangreifer wie den Spanien-Profi Koné erlauben. Aber Ruud van Nistelrooy steht noch eine Stufe darüber. Er ist der einzige Weltstar der Bundesliga.
"Ich habe auf die Uhr geguckt und gedacht: Es wird Zeit, dass ich reinkomme", sagte der Gefeierte später im Interview mit dem Fernsehsender Sky. Ansonsten hat er alle Artigkeiten auf dem Zettel, die das geneigte Publikum in solchen Momenten erwartet. Er fühle sich sehr wohl in Hamburg, er sei froh, dass er den tollen Hamburger Fans jetzt schon etwas zurückgeben könne. Er sei froh über "diese schöne Motivation" - und natürlich, dass man jetzt weitersehen müsse, auf das nächste Spiel, und dass man weiterarbeiten müsse. All die routinierten Statements, die erfahrene Fußballspieler in solchen Situationen perfekt abspulen können. Sky-Moderator Jan Henkel machte jedenfalls anschließend einen glücklichen Eindruck, dass ein Weltstar so gepflegt mit ihm geredet hat.
Die Van-Nistelrooy-Festspiele sind eröffnet. Die Regie hat für den nächsten Akt folgendes vorgesehen: Auftritt in der Euro-League gegen den PSV Eindhoven am Donnerstag. Der Club, mit dem van Nistelrooy dereinst groß geworden ist und von dem aus er in die weite Fußballwelt auszog. Das Szenario liegt für diesen Donnerstag demnach offen auf der Hand: Van Nistelrooy kommt in der 46. Minute ins Spiel, da der HSV bis dahin über ein müdes 0:0 nicht hinausgekommen ist. "Van the Man" macht seinen ersten Hattrick in der Euroleague, und der Hamburger SV eröffnet in der Folgewoche zwei neue Fanshops.
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die tore waren ja klasse ,aber viel gespielt hat er ja noch nicht und morgen passiert auch nichts.wenn das so weiter geht dann ist das wohl nen satz mit x gruss mehr...
Alles richtig, aber das ganze gilt nur, wenn er spielt. Ich will ja nicht unken, aber die Wahrscheinlichkeit, dass van Nistelrooy eine Halbserie ohne Verletzung durchspielen kann, ist relativ gering. Das gleiche gilt für den [...] mehr...
Also ich dachte RUUD hieße HUIT, aber Klasse ist er allemal. Ein Lauf wie ein eleganter Bär und die Strapse von Lehmann reißen dann von alleine. Wenn nur noch die Strumpfhose den Tormann hält, ist son ein Stürmerstar am richtigen [...] mehr...
Der Sportdirektor ist doch wohl der sportliche Leiter des Vereins? Also derjenige, der die Philosophie vorgibt, nach der dann die Entwicklung des Vereines vorangetrieben wird: Genau das, was beim HSV fehlt. Oder weiß [...] mehr...
Besser haette es Rosamunde Pilcher auch nicht sagen koennen. Aber mal ehrlich jetzt nimmt es schon groteske Zuege an. Und ich dachte den haetten sie aus Manchester abgeschoben weil er sich eben nicht ganz so als Kumpel [...] mehr...
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