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08.03.2010
 

Fußball-Wettskandal

Partie zwischen Ahlen und 1860 unter Manipulationsverdacht

1860-Stürmer Lauth (2.v.l.) und Ahlen-Torwart Kirchstein (r.): Nachträglicher ÄrgerZur Großansicht
dpa

1860-Stürmer Lauth (2.v.l.) und Ahlen-Torwart Kirchstein (r.): Nachträglicher Ärger

Der Kontrollausschuss des DFB und die DFL haben die Staatsanwaltschaft Bochum darüber informiert, dass ein Spiel zwischen 1860 München und Rot Weiss Ahlen möglicherweise manipuliert werden sollte. Die zuständige Wettüberwachungsfirma teilte dies nach Rücksprache mit der Uefa dem DFB mit.

Hamburg - Zweitligist 1860 München gerät im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals erneut in den Blickpunkt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) informierten am Montag die Staatsanwaltschaft Bochum und die betroffenen Vereine 1860 München und Rot Weiss Ahlen darüber, dass ihr Zweitliga-Duell vom 8. Februar (1:0 für Ahlen) möglicherweise manipuliert werden sollte. Ob Spieler in die angeblich geplante Manipulation verwickelt sein sollen, wurde nicht bekannt.

Löwen-Geschäftsführer Manfred Stoffers sagte: "Ist nun ein Manipulationsversuch unternommen worden oder nicht? Eine gute oder schlechte Absicht zu haben, reicht nicht aus, vor allen Dingen dann nicht, wenn folgenschwere Verdachtsmomente geäußert werden", so Stoffers.

Nach dem Spiel war es zu Tumulten gekommen. Zwei 1860-Anhänger waren auf den Platz gestürmt und hatten Schiedsrichter Markus Wingenbach attackiert. Im Vorfeld des Spiels gab es laut Verband und Liga "keine signifikanten Bewegungen" auf dem internationalen Wettmarkt und auch keine Hinweise durch das Frühwarnsystem von DFB und DFL. Erst im Nachhinein meldete sich der für die Überwachung der Wettbewegungen zuständige Dienstleister Sportradar nach Rücksprache mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) beim Verband.

1860-Trainer Ewald Lienen erklärte, nachdem er sich das Spiel am Montag noch einmal angeschaut hatte: "Wie in jedem Spiel gab es jede Menge Fehler auf unserer Seite, auf Seiten der gegnerischen Mannschaft und nicht zuletzt auf Seiten des Schiedsrichters. Um aber eine Absicht unterstellen zu können, braucht man hieb- und stichfeste Beweise."

"In dieser Sache wird ja jeden Monat jemand anderes durchs Dorf getrieben"

Ahlens Sprecherin Maren Gosda sagte: "Das Tor war ein Tor des Monats, wir haben aufopferungsvoll gespielt und mit Sascha Kirschstein einen überdurchschnittlich haltenden Torwart im Tor gehabt. Deshalb haben wir da gewonnen. Für uns war in dieser Sache nichts ersichtlich. Wir beteiligen uns auch nicht an Spekulationen, weil in dieser Sache ja jeden Monat jemand anderes durchs Dorf getrieben wird." Gosda erklärte in Bezug auf die akuten Abstiegssorgen der Ahlener: "Uns betrifft es nicht direkt, und wir haben auch ganz andere Sorgen."

DFL und DFB wollten die Verdachtsmomente nicht weiter kommentieren und verwiesen auf die laufenden Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft. Am 6. Dezember 2009 war wegen verdächtiger Bewegungen auf dem Wettmarkt kurzzeitig bereits das Zweitligaspiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München unter Manipulationsverdacht geraten. Nach Prüfung aller vorliegenden Informationen durch die Task Force Spielmanipulation lagen DFL und DFB allerdings keine Anhaltspunkte vor, dass die Partie tatsächlich manipuliert wurde.

jar/sid

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