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12.03.2010
 

Krise beim DFB

Zwanziger bleibt im Amt

DFB-Boss Zwanziger: Mit Vertrauen ausgestattetZur Großansicht
dpa

DFB-Boss Zwanziger: Mit Vertrauen ausgestattet

Theo Zwanziger hat die schwere Krise im Deutschen Fußball-Bund vorerst im Amt überstanden. Präsidium und Vorstand des DFB sprachen dem Verbandschef das Vertrauen aus. Jetzt will er drei weitere Jahre anhängen.

Hamburg - Theo Zwanziger bleibt DFB-Präsident trotz der Kritik an seiner Person im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell. Bei der Präsidiums- und Vorstandssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt/Main habe er die Vertrauensfrage gestellt, bestätigte Zwanziger im Anschluss an die Sitzung. Alle 47 Vorstandsmitglieder hätten sich für den Verbandsboss ausgesprochen.

Zwanziger äußerte sich glücklich über das klare Votum für ihn. "Ich bin sehr zufrieden und habe mich sehr über den Vertrauensbeweis von Vorstand und Präsidium gefreut", sagte er nach den Sitzungen der beiden Gremien. "Ich habe von niemandem gehört, Theo Zwanziger soll nicht weitermachen. Die 6,5 Millionen Mitglieder im DFB brauchen keinen Präsidenten der alles richtig macht, sondern sie brauchen einen, der Respekt und Anerkennung genießt", sagte er.

Der 64-Jährige will sich beim Bundestag im Oktober für weitere drei Jahre als Chef des mit 6,7 Millionen Mitgliedern größten Sportfachverbandes der Welt wählen lassen. Bei einem außerordentlichen Bundestag am 9. April soll die Reform des Schiedsrichterwesens vorangetrieben werden. Zwanziger hatte seinen Funktionärskollegen erklären müssen, warum der DFB so spät von den gegen Amerell erhobenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung erfuhr. Schiedsrichterchef Volker Roth hatte die von Bundesliga-Referee Michael Kempter gemachten Aussagen erst einen Monat später weitergeleitet.

Fandel stellt Neuordnung vor

Zwanziger war zuvor bereits durch die geplatzte Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw in Misskredit geraten. Die größte Kritik entzündete sich jedoch an seinem Krisenmanagement im Fall Amerell.

Vor der Sitzung hatten mehrere hochrangige Vertreter des deutschen Fußballs Zwanziger den Rücken gestärkt. So hatten sich Franz Beckenbauer und DFL-Chef Reinhard Rauball für Zwanzigers Amtsverbleib ausgesprochen. In der "Causa Amerell" stehe der ganze DFB hinter Zwanziger, erklärte Beckenbauer. Er übte aber auch Kritik an der Vorgehensweise des Verbandes und des 64-jährigen Spitzenfunktionärs. "Sicher sind auch Fehler gemacht worden. Vielleicht wäre der DFB besser beraten gewesen, diese Angelegenheit gleich dem Staatsanwalt zu übergeben. Aber das kann überhaupt kein Grund für Zwanzigers Rücktritt sein", meinte Beckenbauer.

Allerdings gab es auch kritische Stimmen. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt gab Zwanziger den Rat, er solle sich ein Beispiel an seinem Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder nehmen. "Der hat ganz andere Krisen überstanden, ohne gleich mit Rücktritt zu drohen", sagte Bruchhagen.

Der angehende Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel hatte in der Sitzung das Konzept zur Neuordnung des Schiedsrichterwesens vorgestellt. Bei den Schiedsrichter-Ansetzungen soll künftig jegliche Art der Multifunktionalität vermieden werden, die Benotung durch die Schiedsrichterbeobachter an Bedeutung verlieren. Zudem sollen junge Referees künftig von mehreren Mentoren betreut werden.

Berlin freut sich auf Türkeispiel

Weniger heikel war das Thema, das die Spitzengremien zu Beginn ihrer Sitzung besprachen. Das Präsidium entschied, das Topspiel in der EM-Qualifikation gegen die Türkei nach Berlin zu verlegen. Am 8. Oktober wird die DFB-Auswahl zum ersten Heimspiel der Qualifikationsrunde auf die Türken treffen.

Ferner wurden die Austragungsorte für alle weiteren Heimspiele der DFB-Auswahl bis Ende 2011 festgelegt, darunter auch ein Freundschaftsspiel am 9. Februar 2011 gegen Italien in Dortmund. "Wir freuen uns, den Klassiker gegen Italien wiederholen zu können, den wir bewusst nach Dortmund gelegt haben. Denn natürlich erinnern wir uns noch gut an die Dramatik von 2006", erklärte Niersbach. Im WM-Halbfinale hatte Deutschland gegen den späteren Weltmeister in der Verlängerung mit 0:2 den Kürzeren gezogen. Ein Rückspiel in Italien wurde für den 6. Februar 2013 vereinbart.

In die EM-Qualifikation startet die DFB-Auswahl am 7. September 2010 in Köln gegen Aserbaidschan. Das zweite Heimspiel am 25. März 2011 gegen Kasachstan findet in Kaiserslautern statt. Am 2. September 2011 gastiert Österreich in Gelsenkirchen. Das letzte Heimspiel in der Ausscheidung zur Endrunde 2012 wird am 11. Oktober 2011 gegen Belgien in Düsseldorf ausgetragen.

Ebenfalls vergeben wurden zwei Länderspiele im Jahr 2011: Am 29. März soll die deutsche Nationalmannschaft in Mönchengladbach antreten, ein weiteres Länderspiel mit Testcharakter findet am 10. August in Stuttgart statt. Die Gegner für diese beiden Begegnungen stehen noch nicht fest.

aha/dpa

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13.04.2010 von DerBlicker: auch der Amarell kapiert nichts

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13.04.2010 von DerBlicker: das Zwanziger recht hat weiß ich auch

jeder der noch Verstand hat, heißt den sofortigen Rauswurf Amarells gut. Der hat doch zugegeben, dass er ein Verhältnis mit einem Untergeben hatte, das reicht in einem anständigen Gemeinwesen für den Rauswurf. Man hat kein [...] mehr...

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