Hamburg - Michael Ballack sieht durch die aktuelle Formkrise einiger Teamkollegen in der Nationalmannschaft das deutsche WM-Projekt nicht gefährdet. "Viele Spieler haben nun mal Leistungsschwankungen, und ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn es nicht Mitte März wäre. Bis Juni fließt noch viel Wasser die Elbe runter - oder hoch", sagte der DFB-Kapitän im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". Der Profi des FC Chelsea verglich die jüngste 0:1-Niederlage im Test gegen Argentinien mit dem 1:4, das die deutsche Auswahl im Vorfeld der WM vor vier Jahren in Italien kassiert hatte. Danach habe jeder gedacht, "jetzt bricht alles zusammen. Im Endeffekt war's dann nicht so", sagte Ballack.
Zwar belasten ihn die Diskussionen um die geplatzte Vertragsverlängerung von Bundestrainer Joachim Löw und der Schiedsrichter-Skandal nicht, versicherte Ballack, trotzdem könnten diese Themen in der WM-Vorbereitung durchaus ein Problem werden. "Wenn sie ohne Ende in den Medien diskutiert werden, kann das sehr störend für die Vorbereitung werden und bei manchem Spieler dazu führen, dass er abgelenkt wird, nicht mehr hundertprozentig konzentriert ist", sagte der 98-malige Nationalspieler.
Guus Hiddink wird die Elfenbeinküste bei der Weltmeisterschaft im Sommer in Südafrika nicht trainieren. Dieses Engagement lasse sich nicht mit seinem derzeitigen Job in Russland und seiner künftigen Aufgabe als Nationaltrainer der Türkei vereinbaren, schrieb der 63-Jährige am Samstag in einer Kolumne für die niederländische Tageszeitung "De Telegraaf". Hiddink, der noch bis zum 30. Juni in Russland unter Vertrag steht und zuletzt mit der Elfenbeinküste in Verbindung gebracht wurde, wird am Montag in Istanbul als Coach der Türkei vorgestellt. Als WM-Coach bei den Afrikanern ist nun der Franzose Philippe Troussier im Gespräch.
Zweitligist Energie Cottbus muss seinen Etat für kommende Saison kürzen. Das kündigte Sportdirektor Michael Feichtenbeiner an. "Es ist schon jetzt klar, dass wir für die neue Saison einen strikten Sparkurs fahren müssen. Eine zweite Saison in der Liga wird nicht mehr unter den Möglichkeiten stattfinden können, wie wir sie derzeit haben", sagte er. Aktuell hat der Bundesliga-Absteiger einen Etat von rund 13 Millionen Euro zur Verfügung. Konkrete Zahlen für nächste Saison nannte Feichtenbeiner nicht. Die Maßnahmen sind nötig, da der Etat maßgeblich durch die Fernsehgelder bestimmt wird, die sich unter anderem nach der Tabellen-Platzierung berechnen. Cottbus liegt derzeit auf einem Mittelfeldplatz.
Für Verteidiger Alessandro Nesta vom AC Mailand ist die Saison wohl vorzeitig beendet. Der 33-Jährige hat sich einen Bänderriss im rechten Knie zugezogen und wird möglicherweise operiert. Dass er vor dem Ende der Spielzeit noch mal zum Einsatz kommt, ist unwahrscheinlich.
Mesut Özil wird Werder Bremen am Sonntag im Bundesliga-Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim fehlen. Der Nationalspieler leidet nach Angaben von Trainer Thomas Schaaf an Rückenproblemen. Wie lange der 21-Jährige ausfällt, ließ Schaaf offen.
mpl/dpa/sid
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