ThemaFußball-BundesligaRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
13.03.2010
 

Sieg gegen Freiburg

Arjen Robben rettet schwachen FC Bayern

Fußball-Bundesliga: Bayern dreht die Partie, Hertha droht der Abstieg
Fotos
AP

Für Bayern München wäre die Pflichtaufgabe im Bundesliga-Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten SC Freiburg beinahe zur Blamage geworden. Bis in die Schlussphase lief der hohe Favorit einem Rückstand hinterher. Dann aber wurde er erlöst - durch zwei Tore des Ausnahmekönners Arjen Robben.

Hamburg - Arjen Robben nahm erst ein paar Meter Anlauf, drosch den Freistoß dann mit 116 Kilometern pro Stunde ins Tor und sorgte für leichtes Aufatmen in der Münchner Arena. Ein paar Minuten später nahm er wieder ein paar Meter Anlauf, knallte dann einen Elfmeter ins Tor und sorgte schließlich für riesige Erleichterung. Der deutsche Rekordmeister Bayern München hatte mit dem Abstiegskandidaten SC Freiburg im Samstagabendspiel der Bundesliga weitaus mehr Probleme als gedacht.

Zwar gewann die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal am Ende 2:1 (0:1), doch bis zur 76. Minute hatte der Außenseiter 1:0 geführt. Auch wenn die Bayern durch ihren holländischen Superstar letztlich erlöst wurden, Pfiffe mussten sie sich von ihrem Publikum trotzdem gefallen lassen.

"Wir haben nicht mit Kreativität gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die Positionen besser besetzt, das war unsere Rettung", sagte der wenig begeisterte van Gaal. "Es zeigt aber unsere Mentalität, dass wir das Spiel gedreht haben. Wir wollen immer gewinnen."

Der Rekordmeister musste gegen den Vorletzten der Tabelle gleich auf drei Stammspieler verzichten: Bastian Schweinsteiger fehlte, weil er vergangene Woche beim 1:1 in Köln die fünfte gelbe Karte gesehen hatte. Stürmer Mario Gomez leidet seit dem Champions-League-Spiel in Florenz an einem Muskelfaserriss, und Franck Ribéry musste wegen Sprunggelenksproblemen passen. Im Sturm rückten Miroslav Klose und Ivica Olic in die Mannschaft, für Schweinsteiger kam Daniel Pranjic (und nicht Elf-Millionen-Zugang Anatoli Timoschtschuk) - doch der Kroate spielte schwach.

"Es wird ganz, ganz eng"

"Wir haben in der zweiten Halbzeit die Hoffnung verloren", sagte Freiburgs Kapitän Heiko Butscher, der vor Robbens Freistoß zum 1:1 in der 76. Minute den Ball an die Hand bekam und mit dieser Entscheidung haderte. "Für uns wird es jetzt immer schwieriger. Es wird ganz, ganz eng."

Freiburgs Trainer Robin Dutt, der den Freistoßpfiff von Schiedsrichter Markus Schmidt ebenfalls heftig kritisierte, sagte: "Uns haben einige Entscheidungen in den letzten Wochen sehr wehgetan. Durch den Pfiff ergab sich für die Bayern eine 100-prozentige Torchance. Ich hätte mir vom Schiedsrichter mehr Standfestigkeit gewünscht." Für seine Mannschaft hatte er trotzdem Lob übrig: "Wir hätten einen Punkt verdient gehabt."

Vielleicht waren es die personellen Wechsel, vielleicht waren die Münchner noch schlapp vom Champions-League-Achtelfinale in Florenz, vielleicht nahmen sie die Gäste auch einfach nur nicht ernst genug. Jedenfalls konnten sie am Ende heilfroh sein, die drei Punkte geholt zu haben. Denn schon vor der Pause hatten sie sich angestellt, als wären sie mit ihren Gedanken noch bei der Verarbeitung des spektakulären Spiels in der Toskana. Zwar kontrollierten sie zu 70 Prozent den Ball, schoben ihn genüsslich hin und her, ließen die intensiv arbeitenden Freiburger nach rechts, nach links, nach vorne und zurücklaufen, doch Chancen ergaben sich so gut wie keine.

Als Nationalstürmer Klose, der ansonsten mit diesem Spiel nichts zu tun hatte, vom Freiburger Schlussmann Simon Pouplin nach 25 Minuten im Strafraum von den Beinen geholt wurde, wollte Schiedsrichter Markus Schmidt dann noch nicht mal Elfmeter pfeifen - womit er allerdings falsch lag. Auf der anderen Seite vergoldete Cedrick Makiadi einen Konter der Gäste in der 31. Minute mit einem Schuss in den Winkel zum 0:1.

Endspurt des FC Bayern

"Wir müssen 90 Minuten und nicht nur 70 Minuten konzentriert bleiben, und wir dürfen auf keinen Fall vergessen, weiterhin nach vorne zu spielen", hatte Freiburgs Sportdirektor Dirk Duffner in der Halbzeit gewarnt. Er wirkte dabei nicht so, als habe er große Angst vor einem stürmischen Anrennen der Bayern. Die beste Chance zu Beginn der zweiten Hälfte hatte sogar der Freiburger Johannes Flum, der in der 51. Minute einen 20-Meter-Schuss nur Zentimeter neben den linken Pfosten setzte. Es wäre das erste Bundesliga-Tor des 22-Jährigen gewesen.

In den Schlussminuten kam es aber, wie es die Gäste befürchtet und die 69.000 in der Arena erwartet hatten. Nach Robbens Ausgleich per Freistoß trat der eingewechselte Ivica Banovic Bayerns Jung-Nationalspieler Thomas Müller im Strafraum in die Beine - den fälligen Elfmeter verwandelte Robben in der 83. Minute. "Wir haben seit November großes Selbstvertrauen", sagte Bayerns Kapitän Mark van Bommel. "Das braucht man auch, um solche Spiele zu drehen."

Bayern München - SC Freiburg 2:1 (0:1)
0:1 Makiadi (31.)
1:1 Robben (76.)
2:1 Robben (83./Foulelfmeter)
Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Alaba - van Bommel, Pranjic (71. Timoschtschuk) - Robben, Müller - Olic, Klose
SC Freiburg: Pouplin - Mujdza (75. Williams), Toprak, Butscher, Bastians - Flum (87. Cissé), Schuster - Abdessadki, Makiadi (72. Banovic), Jäger - Idrissou
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer in München: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lahm (1), Müller (2), Pranjic (1) / Abdessadki (3), Banovic (3), Idrissou (5), Toprak (3)

mpl

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 2380 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
03.05.2010 von dhanz:

Schalke04 krebst nie im Niemansland 'rum. Vielleicht stehen sie am Ende der nächsten Saison im Mittelfeld der Tabelle. mehr...

03.05.2010 von lemmiecaution:

Jau, und was haben die Bayern alles aufgeboten in dieser Zeit ... :-) Korrekt. Und ein eindeutiger Beweis dafür, dass ein Trainer sehr wohl gegen die Meinung seines Managers/Präsidenten handeln kann, und damit auch noch [...] mehr...

02.05.2010 von Andree Barthel:

Der ARD-Fachmann für Schalke, Dietz, deutete ja heute in der Sportschau an, dass aufgrund der Art und Weise, wie sich Bordon den Fans zeigte, er war mit seinen drei Kindern auf dem Platz, er wohl nächste Saison nicht mehr für [...] mehr...

02.05.2010 von MOUXIN:

Wahnsinn, was Kind Louis hier in seiner ersten Saison auf die Reihe bringt. Meisterschaft (so gut wie) eingefahren, Pokalfinale und CL-Finale. Das ist die sportlich erfolgreichste Saison seit 2001, und wer weiß, was da noch kommt. [...] mehr...

02.05.2010 von Quarz:

...ist das vielleicht ein Kompliment? mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
alles aus der Rubrik Fußball
alles zum Thema Fußball-Bundesliga

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Das Restprogramm der Meisterschaftsfavoriten

Bayern München

(H) 28. Spieltag: VfB Stuttgart
(A) 29. Spieltag: Schalke 04
(A) 30. Spieltag: Bayer Leverkusen
(H) 31. Spieltag: Hannover 96
(A) 32. Spieltag: Borussia Mönchengladbach
(H) 33. Spieltag: VfL Bochum
(A) 34. Spieltag: Hertha BSC Berlin

Schalke 04

Bayer Leverkusen


Themenseiten Fußball

Tabellen






TOP



TOP