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29.03.2010
 

Kurzpässe

Lange Sperre für Hansa-Kapitän, Jansen bleibt OP erspart

Rot-Sünder Retov: Sieben Spiele Sperre für den Rostocker ProfiZur Großansicht
dpa

Rot-Sünder Retov: Sieben Spiele Sperre für den Rostocker Profi

Der Zweitligist Hansa Rostock muss bis zum Saisonende ohne seinen Kapitän Martin Retov auskommen. In Bulgarien wurde ein Spiel nach weniger als einer Minute abgebrochen. Marcell Jansen vom Hamburger SV kommt um eine Operation herum.

Hamburg - Harte Strafe nach Roter Karte: Das DFB-Sportgericht hat Martin Retov von Zweitligist Hansa Rostock nach seinem Platzverweis gegen St. Pauli (0:2) für sieben Spiele gesperrt. Schiedsrichter Babak Rafati hatte dem dänischen Hansa-Kapitän nach einem rüden Foul und einer anschließenden Tätlichkeit die Rote Karte gezeigt. Da nur noch sechs Meisterschaftsspiele in dieser Saison auf dem Programm stehen, muss Retov auch zu Beginn der neuen Saison aussetzen. Retov hatte zunächst St.-Pauli-Stürmer Denis Naki von den Beinen geholt und danach dessen Mitspieler Fabian Boll mit einem Kopfstoß zu Boden geschickt.

Mahir Saglik vom Zweitligisten SC Paderborn wurde unterdessen "wegen rohen Spiels gegen den Gegner" für drei Spiele gesperrt. Saglik hatte gegen RW Oberhausen (1:2) in der 88. Minute die Rote Karte gesehen. Spieler und Verein haben dem Urteil zugestimmt.

Nationalspieler Marcell Jansen vom Hamburger SV wird nach seinem Riss des Syndesmosebandes nicht operiert. Das teilte der Bundesligist am Montag auf seiner Internetseite mit. Der Verteidiger hatte sich die Verletzung am Donnerstag im Training zugezogen. Jansen soll den "Heilungsprozess über einen Gips beginnen". Anschließend werde Jansen mit einem Spezialschuh wieder ins leichte Training im Kraftraum einsteigen, erklärte der Club einen Tag nach dem 0:1 bei Borussia Mönchengladbach. "Wir brauchen nicht darüber spekulieren, ob Marcell in dieser Saison für uns noch auf dem Platz stehen wird", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia. Damit bleibt offen, ob Jansen den Sprung in den WM-Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schaffen wird.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister Bayern München hat eine Verdopplung der Einnahmen aus TV-Erlösen für die Bundesliga gefordert. "Wir müssen dahin kommen, statt unserer 400 Millionen Euro pro Jahr irgendwann 800 Millionen oder eine Milliarde Euro wie in den anderen Ligen zu bekommen", sagte Rummenigge in der "Welt". Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), hält Rummenigges Forderung allerdings für unrealistisch. "Bei derzeit nur einem Pay-TV-Sender auf dem deutschen Markt, der eine knappe Milliarde Euro Umsatz macht, ist es völlig illusorisch, von 800 Millionen Euro Erlös aus dem TV-Vertrag zu sprechen", so Seifert.

Der aktuelle Fernsehvertrag läuft bis 2013 und bringt den 36 Proficlubs im Durchschnitt 412 Millionen Euro im Jahr ein. Für Rummenigge ist diese Summe zu wenig, um international mithalten zu können: "In diesem Bereich ist die Bundesliga von den großen fünf Ligen mit Abstand Tabellenletzter."

Zwei Jahre vor der EM 2012 erhöht Uefa-Präsident Michel Platini den Druck auf Co-Gastgeber Ukraine. Dabei geht es um den Bau der Stadien in Lwiw (Lemberg) und Kiew. Er werde in zehn Tagen den neuen Präsidenten Viktor Janukowitsch treffen, um weitere Garantien zu bekommen, sagte Platini am Montag bei einer Veranstaltung der Europäischen Kommission in Brüssel. "Ich mache mir Sorgen, aber wir vertrauen einem Land und einer Politik", sagte der Uefa-Boss. Die Osteuropäer hängen an beiden Spielorten dem Zeitplan hinterher. In Lwiw habe sich bislang überhaupt noch nichts getan, klagte Platini. "Da ist man keinen Millimeter weiter bei den Bauten."

Es gebe jedoch bei der UEFA keinen Plan B, die Spiele stattdessen in Deutschland auszutragen, betonte der Europameister von 1984. Es sei weiter möglich, dass die EM wie geplant in vier Arenen im zweiten Gastgeberland Polen stattfinden werde. Die Spielorte in der Ukraine könnten jedoch auf zwei halbiert werden.

Der bulgarische Drittligist Gigant Belene hat wohl einen neuen Rekord aufgestellt: Nicht einmal eine Minute nach Anpfiff der Partie bei Balkan Belogradschik verletzte sich Belenes Spieler Momschil Wraikow. Da die Mannschaft wegen akuter Personalnot nur mit sieben Spielern angetreten war, musste der Schiedsrichter die Begegnung wegen Unterschreitung der Spieler-Mindestanzahl abbrechen.

Zum Heimspiel gegen Schawdar Bijala Slatina war Belene zunächst noch mit acht Spielern aufgelaufen, ehe sich zwei Spieler bis zur fünften Minute verletzten. Auch diese Begegnung musste abgebrochen werden.

klu/aha/dpa/sid

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