Hamburg - Er ist der Mann für die besonderen Bayern-Momente in dieser Saison. Wer also hätte diesen Treffer erzielen sollen, wenn nicht Arjen Robben?
Der Eckball von Franck Ribéry findet in der 74. Minute den Weg genau auf den linken Fuß des niederländischen Nationalspielers. Und der trifft per Volleyschuss von der rechten Strafraum-Kante flach ins linke Toreck.
Mit seinem Traumtor hat Robben den FC Bayern München ins Halbfinale der Champions League geschossen - erstmals seit dem Titelgewinn 2001. Der 26-Jährige besorgte den 2:3 (1:3)-Endstand im Viertelfinal-Rückspiel bei Manchester United. Und rettete damit den deutschen Rekordmeister, der nach einer katastrophalen ersten Halbzeit und einem 0:3-Rückstand nach 40 Minuten schon vor dem sicheren Aus schien.
Schon im Achtelfinale hatte Robben beim 2:3 in Florenz den entscheidenden Treffer zum Weiterkommen erzielt. Jetzt ist er endgültig der Held des Clubs. "Ein schöner Ball von Franck. Ich konnte abwarten und schießen", sagte Robben selbst nach dem Spiel über sein Tor. Dabei hätte er zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht mehr auf dem Feld stehen sollen. "Das sind die wichtigen Spiele in der Saison. Meine Wade war gut, der Doktor sagte aber, ich sollte nach 60 Minuten runter. Ich habe ihm gesagt: Warte noch."
Für Trainer Louis van Gaal war der Treffer einfach nur "unglaublich". Anschließend wechselte er Robben sofort aus. "Wir haben gespielt wie eine große Mannschaft", lobte der Bayern-Coach die Leistung seines gesamten Teams. Club-Präsident Uli Hoeneß zeigte sich beeindruckt von der Art und Weise, wie die Spieler auf den 0:3-Rückstand reagierten: "Sie zeichnen sich durch Moral, Lauf- und Kampfbereitschaft aus."
Die erste Niederlage im Stadion Old Trafford brachte den Münchnern den Einzug ins Halbfinale gegen Olympique Lyon (21. und 27. April, jeweils 20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), das sich gegen Girondins Bordeaux durchsetzte. Im Hinspiel werden die gesperrten Mark van Bommel und Holger Badstuber fehlen, die gegen Manchester jeweils ihre dritte Gelbe Karte sahen. Für den Halbfinal-Einzug kassierte der Club vier Millionen Euro Prämie. Insgesamt spielten die Bayern in der Königsklasse jetzt schon rund 45 Millionen Euro ein. "Das ist eine der schönsten Niederlagen in der Geschichte des FC Bayern", sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer.
Plötzlich stand Rooney auf dem Platz
Manchester hatte die Bayern vor dem Spiel mit einer Überraschung überrumpelt - Superstar Wayne Rooney tauchte plötzlich auf dem Spielberichtsbogen in der Anfangself auf. Tags zuvor hatte Trainer Alex Ferguson einem Einsatz des Stürmerstars acht Tage nach seiner Hinspiel-Verletzung am Knöchel noch "keine Chance" eingeräumt. Und so schienen die Bayern zunächst von der bloßen Anwesenheit des bulligen Angreifers verwirrt - die Partie begann wie das Hinspiel: mit einem Blackout der Bayern-Hintermannschaft.
Nach 162 Sekunden brachte der irische Nationalspieler Darron Gibson, der als einer von fünf neuen Spielern in die Startformation von Manchester United gerückt war, die Gastgeber nach einem Doppelpass mit Rooney in Führung. Bei seinem Treffer aus 20 Metern sah Bayern-Torhüter Hans-Jörg Butt, der im Hinspiel schon nach 64 Sekunden hinter sich greifen musste, nicht gut aus. Und diesmal legte Manchester nach. Gerade sechs Minuten waren gespielt, als Nani auf 2:0 erhöhte. Der Portugiese beförderte eine Flanke von Antonio Valencia aus fünf Metern mit der Hacke ins Netz. Zuvor hatte der überfordert wirkende Badstuber seinem Gegenspieler Valencia zu viel Platz gelassen.
Die erste Chance der Münchner hatte Angreifer Ivica Olic in der 39. Minute, Torhüter Edwin van der Sar war aber schneller am Ball als der Kroate. Fast im Gegenzug gelang Nani der dritte ManU-Treffer (41.). Kurz vor der Pause traf Olic dann doch (43.) - und verkürzte aus spitzem Winkel auf 1:3. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bescheinigte dem 30-Jährigen eine "phantastische Leistung". Der Kroate hatte schon im Hinspiel in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer erzielt. "Das 1:3 war sehr wichtig für den Kopf. Wir sind sehr glücklich", sagte Mittelfeldmann Bastian Schweinsteiger nach der Partie.
"In der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft"
Ein weiterer Moment, der die Kräfteverhältnisse zu Gunsten der Bayern veränderte, war die Gelb-Rote Karte für Manchesters Rechtsverteidiger Rafael (48.). In Überzahl warteten die Münchner dann geduldig auf ihre Chance - die Robben schließlich nutzte. "Wir sind ruhig geblieben. Gegen zehn Mann waren wir in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft", sagte Robben.
Van Gaal reagierte in der Pause und brachte zur zweiten Halbzeit Nationalstürmer Mario Gomez für Thomas Müller in die Partie. Und die Gäste starteten wie ausgewechselt. Rafael konnte Ribéry nur mit einem Foul stoppen - und wurde von Rizzoli mit Gelb-Rot vom Feld geschickt. Rooneys Einsatz war nach 54 Minuten beendet. Der Torjäger wurde durch Abwehrspieler John O'Shea ersetzt.
Die Bayern drückten nun auf den Anschlusstreffer. Ribéry, der seinen 27. Geburtstag feierte, wurde stärker und drängte Manchester in den eigenen Strafraum. Ribéry mit einem Volleyschuss (59.) und Gomez per Kopf (68.) vergaben.
Wenig später war es dann Robben, der die Bayern jubeln ließ.
Manchester United - Bayern München 3:2 (3:1)
1:0 Gibson (3.)
2:0 Nani (7.)
3:0 Nani (41.)
3:1 Olic (43.)
3:2 Robben (74.)
Manchester: Van der Sar - Rafael, Ferdinand, Vidic, Evra - Fletcher, Carrick (80. Berbatow), Gibson (81. Giggs) - Valencia, Nani - Rooney (55. O'Shea)
München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben (76. Altintop), Ribéry - Müller (46. Gomez), Olic (85. Pranjic)
Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)
Zuschauer (in Old Trafford): 74.482 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karten: Rafael wegen wiederholten Foulspiels (50.)
Gelbe Karten: - / van Bommel (3), Badstuber (3)
wit/sid/dpa
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Dir scheint der semantische Unterschied zwischen gewinnen müssen und gewinnen wollen nicht aufgefallen sein. Dafür braucht man auch keine Fanbrille sondern nur etwas Verstand. mehr...
eigentlich sollte man auf so einen sche*ß gar nicht antworten, wer schon mit kneipen-bayern-hass-gelaber a la "FC Weißwurst" ankommt. allerdings kannst du dich wenigstens dafür freuen, dass durch die wahrscheinliche [...] mehr...
Auf den FC Weißwurst neidisch sein? Gott bewahre! Es gibt nichts schlimmeres, als ein Fan eines Vereines zu sein, der immer gewinnen muss - schliesslich gibt man jedes Jahr Abermillionen aus, um diese Siege zu erzwingen. Da [...] mehr...
Manchester hat den schweren Fehler wie im Hinspiel bei Bayern gemacht. Nach der schnellen und deutlichen Führung haben die Engländer das Tempo aus dem Spiel genommen. Wahrscheinlich sind sie dem schnellen Tempo der ersten [...] mehr...
es waehre schon wieder aus dem kollektiven Kurzzeitgedaechtnis verschwunden, das nicht ein Bayer auf Rooneys Fuss getreten hat, sonder Rooney sich verletzt hat durch umknicken ohne Fremdeinwirkung! Das Abseitstor ist klar. Da [...] mehr...
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