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16.05.2010
 

Ballack-Verletzung

Der Knöchel der Nation

Von Christian Gödecke, Sciacca

DFB-Kapitän Ballack: "Wir warten die Diagnose ab"Zur Großansicht
Getty Images

DFB-Kapitän Ballack: "Wir warten die Diagnose ab"

2006 war es die Wade, jetzt ist es ein geschwollener Knöchel: Erneut droht die WM-Vorbereitung für Michael Ballack zum Alptraum zu werden. Joachim Löw bleibt optimistisch und hofft auf eine positive Diagnose - der Bundestrainer weiß, dass ein Ausfall des Kapitäns nicht zu kompensieren wäre.

Joachim Löw wollte Michael Ballack am Samstagabend unbedingt fragen, wie es ihm ging. Er wollte wissen, wie sich sein Kapitän fühlte nach diesem üblen Tritt des Ghanaers Kevin-Prince Boateng im englischen FA-Cup-Finale. Also rief er Ballack an. Doch der wurde gerade geröntgt.

Michael Ballack wollte seinem Bundestrainer später berichten, dass der Knöchel nicht gebrochen sei, über die Bänder könne man aber noch nichts sagen. Wegen des dicken Blutergusses. Also rief er zurück. Aber Löw war nicht erreichbar. Dann stand der Bundestrainer vor einer ZDF-Kamera und sollte zwei Fragen beantworten, die Deutschland bewegen. Wie schwer ist Michael Ballack verletzt? Und: Ist sogar Ballacks WM-Teilnahme in Gefahr?

"Ich habe leider noch nicht mit ihm sprechen können", sagte Löw in die Kamera.

Am Tag danach sitzt Joachim Löw in dem improvisierten Presseraum des Verdura Golf Resorts und erzählt, dass sie schließlich doch noch telefoniert haben. Ballack habe einen guten Eindruck gemacht, "er war spürbar erleichtert, dass man einen Bruch des Knöchels ausschließen konnte". Das Problem ist nur: Die wichtigen Fragen sind immer noch nicht beantwortet. Genaugenommen steht noch nicht mal fest, wann die Antwort kommt.

Klar ist: Nichts ist klar

Am Samstagabend hieß es, Ballack werde sich am Sonntag um 7 Uhr Londoner Ortszeit einer Kernspintomografie unterziehen. Nur so kann ermittelt werden, ob beim Foul Boatengs die Bänder oder Kapseln in Mitleidenschaft gezogen wurden. Doch die Untersuchung fällt aus. Die Schwellung ist zu stark, die Kernspintomografie muss auf Montagnachmittag verschoben werden. Dann könnten die DFB-Trainer Sicherheit haben - vorausgesetzt, der Bluterguss ist bis dahin zurückgegangen.

Klar ist an diesem Sonntag nur eins: Nichts ist klar.

Und weil nicht feststeht, ob Ballack fit wird, werden bereits andere Fragen gestellt. Was bedeutet es für das deutsche Spiel, wenn die geplante Mittelfeldzentrale Ballack/Bastian Schweinsteiger keine Partie vor dem WM-Start zusammen bestreitet? Welche Auswirkungen hätte ein Ausfall Ballacks auf die WM-Chancen? Und nicht zuletzt: Wer könnte Ballack ersetzen?

Man kann es aber auch wie Joachim Löw machen und auf all diese Fragen antworten: "Wir warten die Diagnose ab, alles andere ist spekulativ."

Das klingt vorsichtig und zurückhaltend. Aber es wird auch klar, dass Löw relativ gelassen mit der Situation umgeht. Nein, er befürchte keinen Ausfall des Kapitäns. Ja, er sei guter Hoffnung, dass Ballack am Montag die Diagnose bekomme, "dass er die WM spielen kann". Und außerdem gibt es ja auch noch den Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der den ehemaligen Münchner noch mal untersuchen könnte. Der Rest: Spekulation.

Ballacks größte Bedeutung liegt neben dem Platz

Dass Ballack unersetzbar ist, weiß natürlich auch Löw. Der 33-Jährige ist der erfahrenste Spieler und international gefürchtet, gerade für seine Torgefährlichkeit im Strafraum. Aber die vielleicht größte Bedeutung des Chelsea-Profis liegt neben dem Platz. "Für die Mannschaft, vor allem für die jungen Spieler, ist er von allergrößter Wichtigkeit", sagt Löw.

Es ist deshalb sogar wahrscheinlich, dass der Bundestrainer Ballack selbst dann mit nach Südafrika nehmen würde, wenn er erst im dritten Gruppenspiel einsatzfähig wäre. Und vielleicht ist genau das der Grund für Löws Gelassenheit.

Oder die Vergangenheit.

2007 hatte sich Ballack im Spiel gegen Newcastle einen Mittelfußbruch zugezogen. Die Heilung stockte, eine Operation und Monate der Unsicherheit folgten. Sogar die EM-Teilnahme war in Gefahr, doch am Ende wurde Ballack rechtzeitig fit und spielte - auch im Finale gegen Spanien. Für das war der Mittelfeldmann ebenfalls fraglich gewesen.

Im Sommer 2006 bereitete sich der DFB in Genf auf die WM vor, und auch damals bereitete Ballack Sorgen. Den Kapitän plagte eine Wadenverletzung, und während das Turnier immer näherrückte, stiegen die Befürchtungen. Würde Ballack rechtzeitig zum ersten Gruppenspiel fit werden? Eine Wade bewegte die Nation. Wie sollte die unerfahrene Mannschaft ohne ihren Chef auskommen?

Beim Eröffnungsspiel war die Aufregung um die "Wade der Nation" schon wieder Geschichte. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica auf den Kapitän verzichtet - obwohl sich Ballack am Abend zuvor fitgemeldet hatte.

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02.06.2010 von deepocean: Puls 60

Ja Puls ist wieder bei 60; mit bzw. ohne Beck kann ich auch leben; wobei die Begründung Löws natürlich wieder Anlass gibt seine Kriterien, bzw. deren konsequente Anwendung zu hinterfragen... egal, jetzt ist es so... ich denke es [...] mehr...

02.06.2010 von dhanz:

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