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22.05.2010
 

Ballack-Ersatz Khedira

"Bin nicht der Gute-Laune-Peter"

Foto: imago

Sami Khedira könnte bei der WM der neue Star im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft werden - weil Michael Ballack ausfällt. Nervös ist er nicht, im Gegenteil: Im Interview erklärt er, warum er sich den Job zutraut.

Frage: Herr Khedira, was hat die Nachricht vom WM-Aus Michael Ballacks bei Ihnen ausgelöst?

Khedira: Ich war schockiert, dass es wirklich so schlimm ist. Ich lag gerade auf der Bank bei unserem DFB-Masseur Klaus Eder, als mich die Nachricht erreichte. Die Stimmung war schon gedrückt, als ich mir Gedanken gemacht habe, wie es jetzt weitergeht.

Frage: Es könnte so weitergehen: Sie ersetzen Ballack. Oder würde Sie das überraschen?

Khedira: Was heißt Überraschung? Bei diesem Turnier will ich nicht nur den Gute-Laune-Peter spielen, sondern meine Leistung auf dem Platz anbieten. Und das könnte jetzt eventuell der Fall sein.

Frage: Eventuell? Joachim Löw hat Ihnen also noch nicht mitgeteilt, dass Sie an der Seite von Bastian Schweinsteiger spielen werden?


Khedira: Nein, wir haben jetzt noch zwei Testspiele und genügend Trainingseinheiten, in denen ich versuche, mich noch besser einzufügen und eine noch wichtigere Rolle einzunehmen. Ich will dem Bundestrainer zeigen, dass ich bereit bin, die Position zu spielen.

Frage: Es ist gerade ein Jahr her, da haben Sie gesagt, Sie wollen bei der WM nicht nur auf der Bank sitzen, sondern spielen.

Khedira: Die Sache ist für Michael und für das Team bitter, und ich möchte nicht dastehen als der, der davon profitiert hat. Aber klar ist es mein Ziel, auf dieser Position zu spielen.

Frage: Bis vor kurzem waren Sie noch ein Ergänzungsspieler, plötzlich stehen Sie im Mittelpunkt. Wie gehen Sie damit um?

Khedira: Mir war immer bewusst, dass Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger gesetzt sein werden, weil sie auch wirklich gut sind. Aber ich habe mich nie verrücktmachen lassen. Ich werde mir auch jetzt nicht den Kopf zerbrechen, ob ich spiele und welche Aufgabe auf mich zukommt. Ich bleibe konzentriert. Ich will den Beweis antreten, dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde. Momentan spüre ich eine gewisse Vorfreude, aber keine große Nervosität. Denn das, was eintreten könnte, wollte ich doch immer. Darauf habe ich zwei Jahre hingearbeitet.

Frage: Beim VfB Stuttgart spielen Sie bereits diese dominante Rolle im zentralen Mittelfeld. Lässt sich das nicht einfach auf das Nationalteam übertragen?

Khedira: Egal wo, wenn man auf den Platz geht, versucht jeder, seine bestmögliche Leistung zu bringen. Aber natürlich ist die Qualität in der Nationalmannschaft noch einmal höher als im Verein.

Frage: Alles deutet auf ein Duo mit Ihnen und Bastian Schweinsteiger hin. Sie haben noch nie miteinander gespielt. Reichen zwei Testspiele und zwei Wochen Trainingslager aus?

Khedira: Entscheidend ist doch, dass jeder einzelne ein gutes taktisches Verständnis mitbringt. Und das wäre bei uns der Fall. Bastian hat es ja die ganze Saison gezeigt, wie hervorragend er auf dieser Position spielen kann. Und ich spiele diese Position jetzt schon zwei Jahre beim VfB. Deswegen würde es bestimmt klappen, wenn es auf diese Konstellation hinausliefe.

Frage: Was macht Sie denn zu einem guten Ersatz-Ballack?

Khedira: Soll ich darauf wirklich antworten? Also gut: Ich habe immer wieder Spaß, den Ball zu erobern, aber auch Tore zu erzielen. Ich glaube, dass ich mich voll reinhängen kann und mich da zur Verfügung stelle, wo das Team mich am ehesten braucht, in der Offensive oder in der Defensive.

Frage: Fühlen Sie sich in Ihrer Spielweise Michael Ballack verwandt?

Khedira: Was Ballack erreicht, was er für den deutschen Fußball getan hat - es wäre unverfroren, mich mit ihm zu vergleichen. Ich habe meine eigene Spielweise, aber natürlich schaue ich mir die Stärken von Weltklassespielern ab, und dazu gehört auch Michael Ballack.

Frage: Sie interpretieren die Rolle im zentralen Mittelfeld eher offensiv. Wer müsste sich denn nach wem richten: Sie nach Schweinsteiger oder umgekehrt?

Khedira: Wenn man ein gutes Gefühl hat und ein eingespieltes Team ist, dann achtet doch der eine auf den anderen. Das macht doch ein gutes Duo aus. Da geht jeder mal in die Spitze. Und wie ich den Basti jetzt bei den Bayern gesehen habe, ist er torgefährlich geblieben, kann aber auch sehr strategisch spielen. Bei mir ist es ganz ähnlich. Am Ende liegt es immer am Willen, sich in ein System einzufügen. Wenn der da ist, ist es Wurst, wer neben einem spielt.

Das Interview entstand im DFB-Camp in Sciacca, Sizilien, in einer Runde mit mehreren Journalisten. Aufgezeichnet von Christian Gödecke

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insgesamt 13 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.05.2010 von gis: Bitte neutral bleiben

Hallo, jetzt setzt doch mal die Vereinsbrille ab und überlegt welche Alternativen es zu Khedira gibt. Mir fällt da nicht viel ein. Gruß mehr...

23.05.2010 von thrawnjan: Aha

1. Es stehen 33 Spieler im vorlaeufigen Kader, davon spielen 4 beim VfB Stuttgart, wobei Traesch es wohl kaum zur WM schaffen duerfte. Ist das wirklich so tragisch? 2. Stuttgart und Freiburg sind keine befreundeten Vereine. [...] mehr...

23.05.2010 von tylerdurdenvolland: ..

Du schreibst Unsinn, genau wie der Spiegel auch: "Sami Khedira könnte bei der WM der neue Star im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft werden". Aber immerhin bin ciuh für die Erheiterung die dieser absurde Satz [...] mehr...

22.05.2010 von kpb47: Gelogen?

Was soll ich denn davon halten? Vielleicht versuchen Sie es einmal ohne Vereinsbrille. Wenn ich mich recht erinnere, war Stuttgart nach der Hinrunde eher ein Abstiegskandidat, und aus dem internationalen Fußball haben sie [...] mehr...

22.05.2010 von stefan strauch: Alternative

Das ist gelogen und das wissen sie auch. Und welche Alternativen hat er denn, wenn es um Spieler geht, die für die NM spielberechtigt sind, auf hohem Niveau spielen und zudem international erfahren sein sollen? Bremen, Bayern [...] mehr...

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Zur Person

ddp
Sami Khedira, 23, wurde in Stuttgart geboren und spielt seit 2006 im Profiteam des VfB. Der Sohn eines Tunesiers und einer Deutschen gilt als eines der größten Mittelfeldtalente beim DFB, 2009 führte er die U21 von Trainer Horst Hrubesch als Kapitän zum EM-Titel. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab Khedira im September 2009, ein weiteres Länderspiel folgte. Bei der WM in Südafrika soll der defensive Mittelfeldspieler, der auch schon als Linksaußen zum Einsatz kam, den verletzten Michael Ballack ersetzen.

"Das ist eine absolute Katastrophe"

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DFB-Kader WM 2010

Tor: Hans Jörg Butt (Bayern München), Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)

Verteidigung: Dennis Aogo (Hamburger SV), Holger Badstuber (Bayern München), Jérôme Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (VfL Wolfsburg), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart)

Mittelfeld: Sami Khedira (VfB Stuttgart), Toni Kroos (Bayer Leverkusen), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff: Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gómez (Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Miroslav Klose (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln)




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