ThemaFußball-WM 2010RSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
06.06.2010
 

Südafrika

Viele Verletzte bei Massenpanik vor WM-Testspiel

Massenpanik bei WM-Test: Tumulte in Johannesburg
Fotos
AP

Chaotische Szenen fünf Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft: Bei einem Testspiel zwischen Nigeria und Nordkorea kam es in einem Stadion in Johannesburg zu einer Massenpanik. Die Polizei hatte die Lage nicht im Griff - es gab mindestens 20 Verletzte.

Hamburg - Beim WM-Testspiel zwischen Nigeria und Nordkorea ist am Sonntag in Johannesburg eine Massenpanik ausgebrochen. Mindestens 20 Personen wurden verletzt, als Fans versuchten, die vom Sicherheitspersonal bereits geschlossenen Tore des Makhulong-Stadions zu durchbrechen. Unter den Verletzten, von denen mehrere in ein Krankenhaus gebracht werden mussten, ist laut Polizeiangaben mindestens ein Kind. Eine Frau musste den Berichten zufolge von einem Beamten wiederbelebt werden.

"Es hat eine Massenpanik vor dem Spiel gegeben. Die Menschen haben gegen die Tore gedrückt, um ins Stadion zu kommen", sagte ein Polizeisprecher. Für das Spiel waren kostenlose Eintrittskarten ausgegeben worden, offensichtlich waren aber auch gefälschte Tickets im Umlauf. Zudem versuchten nach Behördenangaben viele Fans, ohne Karte ins Stadion zu kommen. Ein Polizist erhob Vorwürfe gegen den Fußball-Weltverband Fifa: "Die Fifa hat gewollt, dass der Eintritt gratis ist. Das haben sie nun davon." Ein WM-Sicherheitsdienst war nicht anwesend, weil es ein Freundschaftsspiel war und die Partie nicht unter der Aufsicht der Fifa stand.

Ein Polizist erlitt bei den Tumulten schwere Verletzungen. Er sei "unter einem umfallenden Eingangstor begraben und niedergetrampelt" worden, sagte ein Polizeisprecher. Rund 10.000 Menschen warteten vor der Arena in einem Außenbezirk von Johannesburg und stürmten hinein, als die Tore geöffnet wurden. Die meisten trugen Trikots der nigerianischen Mannschaft. Nach der ersten Welle schloss die Polizei zunächst die Tore. Als sie erneut geöffnet wurden, stürmten die noch wartenden Fans wieder ins Stadion. Erneut gab es Stürze. Offensichtlich hatte die Polizei nicht mit dem großen Interesse der Fans an diesem Spiel gerechnet, das Stadion fasst lediglich 10.000 Zuschauer.

Nigerianische Anhänger niedergetrampelt

Die Sicherheitskräfte reagierten auf den Ansturm und verriegelten die Tore, verschlimmerten aber dadurch die Lage. Augenzeugen berichteten, dass Dutzende nigerianische Anhänger niedergetrampelt wurden, während im Stadion die Nationalhymnen gespielt wurden. In der zweiten Halbzeit wurden erneut die Tore gestürmt.

Einen ähnlichen Zwischenfall hatte es im März 2009 bei einem Qualifikationsspiel für die WM zwischen der Elfenbeinküste und Malawi gegeben, als es in Abidjan ebenfalls zu einer Massenpanik gekommen war, bei der nach Behördenangaben 22 Menschen starben. Damals hatten Tausende Menschen versucht, ohne Eintrittskarten in das ausverkaufte und bereits völlig überfüllte Felix-Houphouet-Boigny-Stadion zu drängen.

Auch im Vorfeld der Weltmeisterschaft wurde immer wieder über den Aspekt Sicherheit in Südafrika diskutiert, zumeist jedoch in Verbindung mit Kriminalität. Polizeiminister Nathi Mthethwa versicherte in diesem Zusammenhang, Südafrika werde während der vier WM-Wochen der "sicherste Ort der Welt" sein. Und Polizeichef Bheki Cele versprach die "besten Sicherheitsmaßnahmen der Welt".

Spiel unterbrochen

In Johannesburg nun wurde das Spiel aufgrund der Tumulte im und ums Stadion beim Stand von 1:0 für Nigeria vorübergehend abgepfiffen. "Die Polizei hat mich gebeten, wegen der Ausschreitungen und Verletzungen zu unterbrechen", sagte der südafrikanische Schiedsrichter Steve Goddard. Nach rund fünfminütiger Unterbrechung in der zweiten Halbzeit pfiff der Referee wieder an.

Das Spiel endete 3:1 für Nigeria. Yakubu Aiyegbeni (15.), Victor Obinna (62., Elfmeter) und Obafemi Martins vom VfL Wolfsburg (88.) trafen für die "Super Eagles". Jong Tae Se (64.) gelang das Tor für Nordkorea, das nach einem Platzverweis für Cha Jong Hyok ab der 82. Minute in Unterzahl spielte.

ham/sid

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 52 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
07.06.2010 von dr doolittle: ?

Leider vermisse ich haeufig eine etwas differenzierte Berichterstattung, sowohl in den Printmedien wie auch in TV Sendungen wie dem Auslandsjournal uae. Dokumentationen folget die Mehrheit der Beitraege doch dem ueblichen [...] mehr...

07.06.2010 von dr doolittle: ?

Ist das jetzt ironisch gemeint? Es waren sehr viele weisse Fans dort, die gemeinsam mit nicht-Weissen Anhaengern beide SA Mannschaften angefeuerthaben. Als Folge dieser Spiele ist die Zahl der schwarzen und weiblichen [...] mehr...

07.06.2010 von dr doolittle: Ihr

Optimismus in Ehren, aber das hiesse nun wirklich sein Glueck herausfordern. Ich bin sehr fuer objektive Berichterstattung, aber man sollte bestehende Probleme beim Namen nennen und nicht verharmlosen. mehr...

07.06.2010 von deepocean: ironie?

ist wohl ironisch gemeint, oder? mehr...

07.06.2010 von deepocean: nachgeplappert

mit begriffen wie "hetze" wäre ich grundsätzlich mal sehr vorsichtig: könnten sie bitte beleg für ihre aussage "medienhetze" liefern? insbesodnere auf spon? mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
alles aus der Rubrik Fußball
alles zum Thema Fußball-WM 2010

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen

Werden Sie Tipp-Weltmeister

Getty Images

Räumen Sie in den kostenlosen WM-Tippspielen von SPIEGEL ONLINE Preise im Wert von mehr als 55.000 Euro ab. Und so geht es...


Fußball-WM in Südafrika

Bafana Bafana

Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 statt. Gastgeber ist Südafrika - mit dem Nationalteam Bafana Bafana. Die wichtigsten Infos zur WM...

Klima

Anreise und Einreise, Nahverkehr

Ticketverkauf

Austragungsorte, Stadion

Information

Sicherheitstipps der südafrikanischen Polizei

Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts

Südafrika

Fläche: 1.219.000 km²

Bevölkerung: 50,492 Mio.

Hauptstadt: Pretoria

Staats- und Regierungschef: Jacob Zuma

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Südafrika-Reiseseite






TOP



TOP