Von Benjamin Schulz
Hamburg - Es waren noch keine vier Minuten gespielt, da sah schon alles nach einem Sieg für England aus.
Der erste brauchbare Angriff der Engländer lief in der Auftaktpartie der Gruppe C gegen die USA. Stürmerstar Wayne Rooney passte den Ball in der Mitte auf seinen Angriffspartner Emile Heskey, der ließ den Ball zu Steven Gerrard abprallen - und der neue Kapitän brauchte gerade mal zwei Ballberührungen, um seine Mannschaft in Führung zu bringen. Er nahm den Ball mit links an und schob ihn per rechtem Außenrist clever am amerikanischen Torwart Tim Howard vorbei ein. Erster Angriff, erstes Tor - zu diesem frühen Zeitpunkt schien der Verlauf der Partie vorgezeichnet.
Doch England ruhte sich auf seiner Führung aus.
Und dann kam die 40. Minute. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Engländer keine Großchance der Gegner zugelassen, also versuchte es US-Mittelfeldspieler Clint Dempsey mit einem Distanzschuss, der eher ein Rückpass war - keine ernste Prüfung für einen WM-Torwart. Doch Robert Green im englischen Tor, der von Trainer Fabio Capello den Vorzug vor David James erhalten hatte, ließ den harmlosen Ball passieren.
Tor für die USA.
Der Ausgleichstreffer war der Wendepunkt des Spiels. Greens Patzer kostete seinem Team beim 1:1 (1:1) den Sieg.
So glücklich der Ausgleich zustande gekommen war - völlig unverdient war er nicht. Denn selbst nach dem Fehlstart mit dem frühen Rückstand wirkte das US-Team von Trainer Bob Bradley nicht schockiert. Jozy Altidore hatte mit einem Kopfball das englische Tor knapp verfehlt (19.). England spielte enttäuschend, zog sich zu weit zurück und überließ den USA das Feld. "Nach dem 1:1 hatten wir gute Chancen zu gewinnen", sagte US-Trainer Bob Bradley.
England spielte nach dem Seitenwechsel entschlossener. In der 49. Minute setzte sich Aaron Lennon auf der rechten Seite durch, seinen Pass spielte er jedoch in den Rücken der mitgelaufenen Mitspieler. In der 52. Minute war es wiederum Lennon, der Heskey in den freien Raum schickte. Doch der Stürmer schoss US-Torhüter Tim Howard direkt in die Arme. Howard parierte auch gegen Frank Lampard (63.).
"Wir müssen uns alle hinter ihn stellen"
Danach war es zunächst auch schon wieder vorbei mit dem englischen Offensivdrang. Zu langsam war der Spielaufbau, zu berechenbar das Passspiel. Die USA hatten weiter gefährliche Aktionen. So konnte auch Green seine Klasse unter Beweis stellen, als er Altidores Schuss aus kurzer Distanz reaktionsschnell an den Pfosten lenkte (64.).
Auf der anderen Seite hatten Rooney (74.) und Shaun Wright-Phillips (75.), der in Howard seinen Meister fand, das zweite Tor für England auf dem Fuß. In der Schlussphase brachte Capello auch noch Stürmer Peter Crouch, doch auch dem Zwei-Meter-Mann gelang nicht der Siegtreffer für den Favoriten.
"Unglücklicherweise haben wir ein unglückliches Tor bekommen, das war ein bisschen ein Schock", sagte Gerrard. Nach dem frühen Führungstreffer "haben wir natürlich erwartet, dass wir gewinnen". Dennoch versuchte Gerrard, dem Remis etwas Positives abzugewinnen: "Ich denke, das Wichtigste ist, dass man im ersten Spiel nicht verliert." Seinem Torhüter Green wollte er keinen Vorwurf machen: "Wir müssen uns jetzt alle hinter ihn stellen."
Vor der Partie, der ersten am WM-Spielort Rustenburg, war es auf der Anfahrt und rund um das Stadion teils zu chaotischen Szenen gekommen. Die Organisatoren waren mit dem Zuschaueraufkommen für das Spiel völlig überfordert. Bereits auf der Anfahrt über Pretoria standen die anreisenden Besucher in zum Teil kilometerlangen Staus, weil die Mautstellen auf der Autobahn jedes Fahrzeug einzeln abfertigten. Auch rund um das knapp 40.000 Zuschauer fassende Royal Bafokeng Stadium herrschte Chaos. Einweiser und Ordner waren nicht in der Lage, die anreisenden Zuschauer zu Parkplätzen oder Eingängen zu dirigieren. Das Stadion liegt etwa zwölf Kilometer außerhalb der Stadt und ist nur über eine einzige Zufahrtsstraße zu erreichen.
England - USA 1:1 (1:1)
1:0 Gerrard (4.)
1:1 Dempsey (40.)
England: Green - Johnson, Terry, King (46. Carragher), Ashley Cole - Lennon, Lampard, Gerrard, Milner (31. Wright-Phillips) - Rooney, Heskey (79. Crouch)
USA: Howard - Cherundolo, Demerit, Onyewu, Bocanegra - Bradley, Clark - Dempsey, Donovan - Altidore (86. Holden), Findley (77. Buddle)
Schiedsrichter: Simon (Brasilien)
Zuschauer: 38.646
Gelbe Karten: Milner, Carragher, Gerrard - Cherundolo, Demerit, Findley
Mit Material von sid und dpa
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Natürlich: Vor allem die Premier League ist eine riesen Marketing-Maschinerie, die wenig Respekt vor der Tradition des Fußballs und ihren Fans hat. Eine Entwicklung, die schlussendlich auch hier stattfindet. Sicherlich, da haben [...] mehr...
Nun doch England :-) Und der USA wurde wieder ein Tor aberkannt, nur gerecht, dass sie in letzter Minute noch gewonnen haben. Nun also Deutschland gegen England. Ist mir recht, dann kann bei dieser WM keiner behaupten, dass [...] mehr...
hinterhältig, deine Frage, du hast damals bei der Vertragsverlängerungsgeschichte kräftig genug hingelangt, da wär das Haarteil hängen geblieben. mehr...
So unterschiedlich können Meinungen seinen. Ich sah ein spannedes Spiel mit einer stärkeren Abwehr von Ghana als ich es erwartet hatte. Es war ein unterhaltsames Spiel, mit vielen Schwächen der der deutschen NM, aber gewnnen;) mehr...
Das Spiel zeigte einen grausamen Kick, der die Defizite der Mannen um Löw deutlich zeigten. Glücklicherweise hatten die Spieler aus Ghana keinen Knipser. Was mich aber mehr interessiert: trägt Löw ein Toupet ? mehr...
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