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16.06.2010
 

Fans bei der WM

Mit Bier und Bierhoff im Cola-Camp

Aus Johannesburg berichtet Christian Gödecke

Student Kgalabi: Beitrag zur VölkerverständigungZur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Student Kgalabi: Beitrag zur Völkerverständigung

Viele Anhänger der deutschen Nationalmannschaft sind während der Weltmeisterschaft in einem Fancamp in Pretoria untergegebracht. Organisiert wird das Ganze vom Fanclub Nationalmannschaft, es geht um Völkerverständigung - vor allem jedoch um Sponsorenpflege durch den DFB.

Sie werden hier 4000 Übernachtungen haben von 430 Einzelpersonen. Ein Mann in rotem T-Shirt zeigt auf Backsteinhäuser, die nebeneinander aufgereiht sind, an den Fenstern hängen weiße Gardinen. Alles sieht sehr ordentlich aus, sehr deutsch. Neben einem Haus steht ein weißes Bierzelt mit Bänken davor, Zapfhähne gibt es auch und Bier, "natürlich Bitburger", sagt der Mann.

Natürlich Bitburger. Schließlich ist der Brauer einer der großen DFB-Sponsoren und das hier, errichtet auf dem Gelände der Tshwane Universität in Pretoria, ist das Fancamp, für die Zeit der WM die Heimat der deutschen Fans in der Ferne. Sie werden zusammen zu den DFB-Spielen fahren und abends gemeinsam die Partien der anderen schauen. Der Mann mit dem roten Shirt spricht viel über diese "Gemeinschaft" und auch, dass der Fanclub Nationalmannschaft ja eine Kooperation von DFB und Coca Cola sei. Der Fanclub, 2003 gegründet, hat mittlerweile 50.000 Mitglieder. Die Idee hatten zwar die Engländer und die Holländer vorher, aber so viele organisierte Fans haben nicht mal die Fußball-Erzfeinde.

55 Euro kostet eine Übernachtung, enthalten sind Unterkunft, Frühstück, die Transfers vom Flughafen und zu den Spielen der deutschen Mannschaft, es gab auch einen preiswerten Flug nach Südafrika. Und bei der Ankunft in Johannesburg gab es eine Büchse Coca Cola umsonst. Giovane Elber kommt in den nächsten Tagen vorbei und Teammanager Oliver Bierhoff heute. Es wird viel geboten für den deutschen Fan, zumindest für die, die sich zwei Wochen Südafrika leisten können.

Nur ARD und ZDF empfangen sie hier bei den deutschen Spielen nicht, die Öffentlich-Rechtlichen haben für Südafrika kein Signal gekauft.

Zwischen Promo-Cola und Oliver Bierhoff

An einem Zaun hängen Plakate, auf einem steht "Woza Jeremane", das ist Zulu und heißt "Vorwärts, Deutschland!". Es gibt auch Plakate auf Deutsch, die Plakate sind rot wie das Logo des Fanclubs und die Dosen von Coca Cola, "wir haben die Plakate in Südafrika produzieren lassen", sagt der Mann im roten T-Shirt. Es gebe übrigens auch einen südafrikanischen Caterer für die deutschen Fans, nur das Fanzelt konnten sie hier nicht anfertigen lassen. Es war billiger, es aus Deutschland mitzubringen.

Auch Phale Kgalabi hat ein rotes T-Shirt an. Er ist 24 und vor sieben Jahren in Wildeshausen bei Bremen aufs Gymnasium gegangen, seitdem spricht er deutsch. Jetzt gibt er den Mittler zwischen Südafrikanern und den Gästen aus Deutschland, gerade hat er einen Kickertisch gekauft für das Fanzelt, demnächst wird er bei einer Stadtrundfahrt in Pretoria den Reiseleiter geben. Wenn man so will, ist auch Kgalabi ein Beitrag zur Völkerverständigung wie die Plakate und der Caterer.

"Wir sind doch alle Südafrikaner, ob schwarz oder weiß"

Der Mann, den sie "kein Ding" nennen, ist ein polyglotter junger Mann, der akzentfrei Deutsch spricht und dazu sechs der elf Landessprachen Südafrikas. Sein Vater arbeitete bei BMW, er bekam ein Stipendium und ging 2003 nach Deutschland. "Ich habe versucht, jeden Tag ein Wort Deutsch zu lernen, nach vier Monaten konnte ich es fließend", sagt Kgalabi. Seine Gastfamilie sei sehr gut zu ihm gewesen und auch die Mitschüler, er spielte auch Fußball am Gymnasium, im Mittelfeld.

Und was bringt die Weltmeisterschaft Südafrika? Sein Land werde ein guter WM-Gastgeber sein, sagt Kgalabi. "Wir haben Erfahrung, die Rugby-WM 1995 oder Cricket-WM 2003." Er ist auch sicher, dass Südafrika danach ein anderes Land sein werde, ein einiges Land, es sei ja jetzt schon viel besser als vor zehn Jahren. "Wir sind doch alle Südafrikaner, ob schwarz oder weiß", sagt Phale Khalabi, dann reicht er zum Abschied die Hand. Er muss wieder arbeiten.

Tshwane, das ist Sotho und heißt übersetzt "wir sind alle gleich". Es ist der Name der Universität aber auch der, den Pretoria bekommen sollte. Gegen die Umbenennung gab es wütende Proteste. Die Stadt wird ihren alten Namen wohl behalten.

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insgesamt 10876 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.07.2010 von clauscst:

Schon klar: Der Pöbel sind immer die anderen. mehr...

04.07.2010 von irobot:

Zu schlagen? Die hätten sie weggeputzt. Fußball ist extrem schnell geworden. Früher bekam ein Netzer oder Beckenbauer den Ball, konnte ihn in aller Ruhe kontrollieren, sich mehrmals umschauen und dann einen Paß schlagen. Heute [...] mehr...

04.07.2010 von entreotto:

und dieses Wir-Gefühl erwacht dann wieder in 4Jahren auf ein Neues. Das Saarland wird Weltmeister !!! mehr...

04.07.2010 von thokolosh: Ach Willie

das ist doch Kinderkacke. Wieviel Leuten sind Sie in den Papstforen auf die Senkel gegangen, mit Ihrer Rechthaberei und Ihrem Wortverdrehen? Antworten Sie ruhig. Ich werde Inen nichr antworten; ich brauche mich nicht zu [...] mehr...

04.07.2010 von fun4ever: Nur mal...

... kurz zwischendurch: das ist die Nationalmannschaft der NIEDERLANDE, nicht von HOLLAND ! Die schwarz-weissen sind auch die DEUTSCHE Nationalmannschaft und nicht die von BAYERN oder NRW. have fun4ever mehr...

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WM-Reporter

Von der Fußball-WM 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) berichtet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Christian Gödecke.


DFB-Kader WM 2010

Tor: Hans Jörg Butt (Bayern München), Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)

Verteidigung: Dennis Aogo (Hamburger SV), Holger Badstuber (Bayern München), Jérôme Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (VfL Wolfsburg), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart)

Mittelfeld: Sami Khedira (VfB Stuttgart), Toni Kroos (Bayer Leverkusen), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff: Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gómez (Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Miroslav Klose (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln)

Deutschlands WM-Bilanz
1930 nicht teilgenommen
1934 Spiel um Platz drei (3:2 gegen Österreich)
1938 Achtelfinale (2:4 gegen Schweiz)
1950 nicht teilgenommen
1954 Weltmeister (3:2 gegen Ungarn)
1958 Spiel um Platz drei (3:6 gegen Frankreich)
1962 Viertelfinale (0:1 gegen Jugoslawien)
1966 Finale (2:4 n.V. gegen England )
1970 Spiel um Platz drei (1:0 gegen Uruguay)
1974 Weltmeister (2:1 gegen Niederlande)
1978 2. Gruppenphase
1982 Finale (1:3 gegen Italien)
1986 Finale (2:3 gegen Argentinien)
1990 Weltmeister (1:0 gegen Argentinien)
1994 Viertelfinale (1:2 gegen Bulgarien)
1998 Viertelfinale (0:3 gegen Kroatien)
2002 Finale (0:2 gegen Brasilien)
2006 Spiel um Platz drei (3:1 gegen Portugal)
2010 Spiel um Platz drei (3:2 gegen Uruguay)

Südafrika

Fläche: 1.219.000 km²

Bevölkerung: 50,492 Mio.

Hauptstadt: Pretoria

Staats- und Regierungschef: Jacob Zuma

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