Von Jan Reschke
Hamburg - Als Gonzalo Higuaín in der 82. Minute das Feld verließ, verstummten für einen Moment sogar die allgegenwärtigen Vuvuzelas. Jubel brandete unter den rund 82.000 Zuschauern im Soccer-City-Stadion von Johannesburg auf. Nicht Lionel Messi war es, der bei Argentiniens 4:1-Erfolg gegen Südkorea zum Helden wurde. Der, über den Trainer Diego Maradona sagt: "Er ist besser als ich früher." Nein, es war Higuaín.
Der Stürmer von Real Madrid, bei dem vor der WM in Südafrika noch nicht einmal sicher war, ob er überhaupt in der Startelf stehen würde, hatte mit seinen drei Treffern den größten Anteil am Sieg. Durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel steht Argentinien so gut wie sicher im Achtelfinale, sollten sich Nigeria und Griechenland im zweiten Gruppenspiel unentschieden trennen, wäre der vorzeitige Einzug perfekt.
Gegen Südkorea musste Argentinien auf Mittelfeldspieler Juan Sebastian Verón verzichten, den eine Wadenverletzung plagt. Verón wurde durch Maxi Rodríguez ersetzt.
Die ersten Minuten gehörten ganz der Maradona-Mannschaft. Das Spiel mit dem Ball lief flüssig von einem Spieler zum nächsten, die Südkoreaner liefen hinterher. Wenn sie den Ball doch mal hatten, war er meist nach wenigen Sekunden wieder verloren. Wesentlich trug dazu sicherlich die defensive Ausrichtung von Trainer Jung-Moo Huh bei. Seine Stürmer standen meist weit in der eigenen Hälfte, entsprechend fehlten beim Umschalten auf Angriff Anspielstationen.
Trotz der Überlegenheit hatte Argentinien Mühe, seine Offensivstars in aussichtsreiche Positionen zu bringen. Zwar wurde gefällig kombiniert, Torschüsse blieben aber die Ausnahme. Maradona missfiel das offensichtlich, bereits nach zwölf Minuten beorderte er seine Bankbesetzung zum Aufwärmen.
Viel änderte sich nicht - Argentinien ging trotzdem in Führung: Ein Freistoß von Messi landete am Knie des Südkoreaners Chu-Young Park und von da im Tor (16.), Maradona war wieder zufrieden. Doch nur wenige Minuten verfinsterte sich seine Miene wieder, Innenverteidiger Walter Samuel musste verletzungsbedingt das Feld verlassen, für ihn kam Nicolás Burdisso (23.).
Demichelis wollte den Ball lässig weiterspielen, doch Lee spekulierte richtig
Zwei Minuten später schoss Argentiniens Angreifer Carlos Tévez einen Freistoß Millimeter über die Latte. Genauer zielte da Gonzalo Higuaín bei seinem Kopfball in der 33. Minute. Eine Flanke von Rodríguez landete bei Burdisso, dessen Kopfballverlängerung erreichte Higuaín, und der köpfte unbedrängt ein. Begünstigt wurde der Treffer durch Südkoreas Keeper Sung-Ryong Jung - der Ball war haltbar.
Argentinien hat einen neuen Helden
In der Pause wechselte Südkoreas Trainer Sung-Yong Ki aus, für ihn kam Nam-Il Kim. Am Spielverlauf änderte sich nichts. Argentinien machte Druck, Südkorea versuchte nach Kräften, den Gegner vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Mit mäßigem Erfolg. Begünstigt durch einen Abwehrfehler von Dong-Jin Kim kam Higuaín frei vor dem Tor an den Ball, doch Torwart Jung reagierte gut.
Völlig überraschend wäre in der 58. fast der Ausgleich gefallen. Nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite kam Ki-Hun Yeom frei zum Abschluss, doch er schoss den Ball ans Außennetz. Argentinien war gewarnt. Die Partie plätscherte fortan vor sich hin, weil Argentinien nicht mehr allzu arglos stürmte und Südkorea die Mittel fehlten, sich Chancen zu erspielen.
Eine tolle Aktion von Messi brachte schließlich die Entscheidung: Aus kurzer Distanz scheiterte er mit seinem ersten Schuss an Keeper Jung, der Ball prallte zurück, Messi schoss erneut, diesmal traf er den Pfosten. Von dort sprang der Ball zu Higuaín, und der musste aus einem Meter Entfernung nur noch den Fuß hinhalten. Und Higuaín war es auch, der mit seinem dritten Treffer das 4:1 erzielen konnte. Anschließend wurde er unter dem Jubel der Zuschauer ausgewechselt.
Argentinien hat einen neuen Helden, er heißt nicht Messi, er heißt Higuaín.
Argentinien - Südkorea 4:1 (2:1)
1:0 Park Chu-Young (17., Eigentor)
2:0 Higuain (33.)
2:1 Lee Chung-Yong (45.+1)
3:1 Higuaín (76.)
4:1 Higuaín (80.)
Argentinien: Romero - Gutierrez, Demichelis, Samuel (23. Burdisso), Heinze - Maxi Rodriguez, Mascherano, Di Maria - Messi - Tevez (75. Agüero), Higuain (82. Bolatti)
Südkorea: Jung Sung-Ryong - Oh Beom-Seok, Lee Jung-Soo, Cho Yong-Hyung, Lee Young-Pyo - Ki Sung-Yueng (46. Kim Nam-Il), Kim Jung-Woo - Lee Chung-Yong, Park Ji-Sung, Yeom Ki-Hun - Park Chu-Young (81. Lee Dong-Gook)
Schiedsrichter: Frank De Bleeckeren (Belgien)
Zuschauer: 82.174
Gelbe Karten: Gutierrez (2), Mascherano, Heinze - Yeom Ki-Hun, Lee Chung-Yong
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Heisst das,das Maradona für Messi eine Art ''Behindertenausweis'' verlangt? Braucht Messi einen speziellen Schutz? 
 Wieso bei der WM und nicht schon bei Spielen des FC Barcelona? 
Sollte nicht jeder Spieler [...] mehr...
Die Argentinier hätten sogar eine C-Mannschaft aufstellen können, Griechenland wäre auch da sang und klanglos untergegangen. Die folgende gestrige Geschichte untermauert dieses: Maradona schickt seinen "alten Kumpel" [...] mehr...
Die Argentinier hätten sogar eine C-Mannschaft aufstellen können, Griechenland wäre auch da sang und klanglos untergegangen. Die folgende gestrige Geschichte untermauert dieses: Maradona schickt seinen "alten Kumpel" [...] mehr...
Klar, gegen Argentinien kann man verlieren. Es geht aber auch um die Art und Weise. Wenn ich gewinnen will bzw. muß, um weiterzukommen, dann wechsele ich auch Stürmer ein und spiele nicht noch auf ein 0:0. Selbstverständlich [...] mehr...
Genau! Abgesehen davon, dass Argentinien mit einer besseren B-Elf aufgelaufen ist, kann man gegen Argentinien verlieren. Es geht aber um das Wie. Nur zu hoffen, dass Nigeria gewinnt und kein Tor zuzulassen, ist armselig. mehr...
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