Aus Johannesburg berichtet Christian Gödecke
Sehen so Sieger aus? Matte deutsche Spielerhände klatschen einander ab, es ist nichts Überschwängliches dabei, eher Erleichterung. Müde wirken sie, die DFB-Kicker, erschöpft. Mesut Özil reibt sich mit den Händen über das Gesicht und atmet ganz tief aus. Er humpelt.
Jugendlich und talentiert hat man diese Mannschaft genannt vor der WM und beeindruckend und leichtfüßig nach dem 4:0 gegen Australien. Gegen Serbien verlor sie unglücklich - aber sie spielte immer noch schnell und druckvoll. Und jetzt? Wie alte Männer sehen sie aus, Özil, Müller, Khedira.
"Es war ein sehr intensives Spiel", sagt Joachim Löw später. Man sah den Stürmer Cacau am eigenen Strafraum grätschen und Arne Friedrich immer wieder in Kopfballduellen, "es ging hin und her." Man sah aber auch eine deutsche Mannschaft, die Sicherheitspässe über sechs Meter spielte. Quer. Eine Mannschaft, die keine Fehler machen wollte in diesem Alles-oder-nichts-Spiel gegen Ghana, und die genau deshalb Fehler machte. Aber die sich am Ende doch zu einem Sieg quälte durch einen Schuss von Mesut Özil von der Strafraumkante.
1:0.
Früher hat man die DFB-Teams für solch typisch deutsche Siege gefürchtet, erkämpfte Erfolge, erzwungene. Aber heute? Die Ansprüche haben sich geändert, deutsche Siege der Neuzeit haben spektakulär und schön zu sein. Das ist auch zum Selbstverständnis der Spieler geworden. "Wenn wir zeigen, was wir können, werden wir auch gegen Ghana wieder viele Tore schießen", sagte ein Nationalkicker Tage vorher. Und der Druck des möglichen Ausscheidens? "Welcher Druck?"
Viele haben so geredet vor dem Spiel gegen Ghana. Druck schien es nicht zu geben im offiziellen Vokabular des DFB-Teams, nur positives Denken. Der Druck sollte ausgesperrt werden aus dem Velmore Hotel, dem Mannschaftsquartier in Pretoria. Aber dann schleppten sich die Spieler gegen Ghana doch über den Platz als hätten sie Bleigewichte in den Schuhen, der Druck war spürbar in jedem Querpass und in jedem Pass, der gar nicht erst vertikal gespielt wurde. "In manchen Phasen des Spiels hat man schon gemerkt, dass der Druck insgesamt vorhanden war", sagt Joachim Löw nach dem Spiel.
Die schlechte Nachricht ist, dass er bleiben wird, der Druck. Denn es ist WM, es gibt ab dem Achtelfinale nur noch solche K.-o-Spiele wie das gegen Ghana. Und der Druck wird sogar noch größer, am Sonntag (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wartet England, eine Mannschaft mit "unheimlich erfahrenen Spielern wie Lampard, Gerrard, Cole und Rooney", wie Löw sagt.
Der Druck auf Per Mertesacker ist ohnehin schon immens, der Innenverteidiger wird sich nicht noch einmal eine Performance wie gegen Ghana erlauben können. "Sagen wir mal so: Mertesacker hätte sicher in der ersten Halbzeit den einen oder anderen Ball einfach klären können", sagt Löw - und das ist ungewöhnlich offen für den Chefdiplomaten.
Auch der Druck auf dem zentralen Mittelfeld wird nicht geringer, in dem insbesondere Khedira teigig wirkte und unkonzentriert. Wie schon gegen Serbien interpretierte der Stuttgarter seine Rolle viel offensiver als Schweinsteiger, aber wieder fehlte den Aktionen des 24-Jährigen die Präzision. Und erst das ermöglichte den Ghanaern Konter durchs entblößte Mittelfeld. Man versteht Löw, dass er nun besonders um den angeschlagenen Bastian Schweinsteiger bangt, der mit bandagiertem Oberschenkel in den Mannschaftsbus stieg. "Sollte Schweinsteiger ausfallen, wäre das für unser Spiel natürlich nicht gerade von Vorteil", sagt Löw.
Wird gegen England alles gut?
Die gute Nachricht ist, dass die junge deutsche Mannschaft beim 1:0 gegen Ghana auch einen Sieg gegen den Druck gefeiert hat. Sami Khedira darf zu Recht erklären, dass "jeder für den anderen gelaufen ist" und dass der Erfolg letztlich auch auf "Kampf und Moral" zurückzuführen ist: "Das Team ist intakt." Und Torwart Manuel Neuer ist seit der 51. Minute auch endlich von dem Druck befreit, mal einen Ball zu halten. Seine wunderbare Parade gegen Kwadwo Asamoah war seine erste im gesamten Turnier. "Wir haben uns schwer getan, Chancen zu erspielen, aber es ging heute nicht darum, schön zu spielen, sondern zu gewinnen", sagt Toni Kroos, der gegen Ghana zu seinem WM-Debüt kam.
Wird gegen England alles gut? Das hat Joachim Löw so zwar nicht gesagt, aber immerhin, dass man "erst mal gar nichts befürchten" müsse. Vielleicht sieht es der Bundestrainer als gutes Zeichen, dass sich auch das junge DFB-Team anno 2010 unter Druck auf Tugenden verlassen kann, für die seine Vorgänger gefürchtet wurden. 2008 war das ja nicht anders, auch dort drohte nach dem zweiten Gruppenspiel das Aus in der Vorrunde. Gegen Österreich folgten eine mühsame erste Halbzeit und ein 1:0 durch Michael Ballack in der zweiten. Das war's, aber es reichte.
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Schon klar: Der Pöbel sind immer die anderen. mehr...
Zu schlagen? Die hätten sie weggeputzt. Fußball ist extrem schnell geworden. Früher bekam ein Netzer oder Beckenbauer den Ball, konnte ihn in aller Ruhe kontrollieren, sich mehrmals umschauen und dann einen Paß schlagen. Heute [...] mehr...
und dieses Wir-Gefühl erwacht dann wieder in 4Jahren auf ein Neues. Das Saarland wird Weltmeister !!! mehr...
das ist doch Kinderkacke. Wieviel Leuten sind Sie in den Papstforen auf die Senkel gegangen, mit Ihrer Rechthaberei und Ihrem Wortverdrehen? Antworten Sie ruhig. Ich werde Inen nichr antworten; ich brauche mich nicht zu [...] mehr...
... kurz zwischendurch: das ist die Nationalmannschaft der NIEDERLANDE, nicht von HOLLAND ! Die schwarz-weissen sind auch die DEUTSCHE Nationalmannschaft und nicht die von BAYERN oder NRW. have fun4ever mehr...
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