SPIEGEL ONLINE: Herr Mertesacker, wie war das, als nach dem 4:0 gegen Argentinien plötzlich Angela Merkel in der Kabine auftauchte?
Mertesacker: Wir waren alle begeistert. Die Stimmung in der Kabine war ja schon ziemlich ausgelassen. Wir stehen im Halbfinale. Und dann stand sie plötzlich da...
SPIEGEL ONLINE: ...und redete danach eine halbe Stunde.
Mertesacker: Auf die Uhr habe ich nicht geschaut, aber richtig, die Kanzlerin wollte uns ein paar Punkte sagen. Dass sie schwer begeistert gewesen ist vom Spiel. Sie hat uns auch von einem Besuch in einem Township erzählt. Dort hatte sie viele Kinder getroffen, die alle sagten: Argentinien wird gewinnen, wegen Lionel Messi.
SPIEGEL ONLINE: Das hat Frau Merkel doch nicht auf sich sitzen lassen?
Mertesacker: Nein. Sie hat den Kindern geantwortet, dass sie für Deutschland ist. Und das zu Recht und mit Stolz, wie sie uns sagte, weil wir als eine tolle Mannschaft aufgetreten sind.
SPIEGEL ONLINE: Sie soll auch gesagt haben, dass das alles ein Traum ist.
Mertesacker: Für uns ist das kein Traum mehr. Ich habe schon zu viel erlebt. Wenn man hier herkommt und so ein Spiel wie das gegen Argentinien sieht, dann wirkt das vielleicht wie ein Traum. Wer aber die ganze Zeit dabei ist, wer gespürt hat, wie dieses Team vom ersten Moment an gewachsen ist, für den ist das hier Realität.
Mertesacker: Was heißt erstaunt? Denken Sie doch einmal zurück. Die Voraussetzungen waren nicht die besten. Es gab viele Hiobsbotschaften, wir hatten Ausfälle zu verkraften. Und waren unsicher, ob und wie wir das meistern würden. Deswegen kann man diesen Erfolg als Überraschung werten. Trotzdem haben Mitglieder dieser Mannschaft immer wieder betont, dass was drin ist.
SPIEGEL ONLINE: Sie waren einer davon.
Mertesacker: Ja, aber diesen Glauben muss man sich auch hart erarbeiten. In den vergangenen Tagen ist der Glaube gereift, dass wir eine Mannschaft sind, die auch stark spielen kann. Sie hat sich zur richtigen Zeit gefunden. Jeder glaubt jetzt, dass der Erfolg machbar ist.
SPIEGEL ONLINE: Ist der Mannschaftsgeist besser als im Jahr 2006, als das Team ebenfalls das Halbfinale erreichte?
Mertesacker: Ich will das nicht vergleichen. Das steht mir nicht zu. Es hat viele Veränderungen gegeben. Neue Spieler und Typen sind gekommen. 2006 ist ein abgeschlossenes Turnier, verbunden mit schönen Erinnerungen. Jetzt haben wir eine neue Situation.
SPIEGEL ONLINE: Was ist es denn, was diese Mannschaft zusammenhält?
Mertesacker: In erster Linie der Erfolg. Der macht uns unwiderstehlich. Aber es gibt ja auch Gründe für diesen Erfolg. Wir schlagen den großen Turnierfavoriten Argentinien 4:0. Das geht nicht eben so und sagt deswegen alles. Wir wollen mehr.
Das Interview entstand in der Mixed Zone nach dem Sieg gegen Argentinien. Aufgezeichnet von Christian Gödecke
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Das klingt anders, stimmt. Ich denke, eine völlige Umstrukturierung des Sozialsystems wäre sinnvoll - im Sinne eines Grundeinkommens, zum Beispiel, mit viel weniger Bürokratie und Verwaltung. Die ist nämlich das, was den Leuten [...] mehr...
Soldaten, Polizisten? Da träumen Sie aber. Ich denke Sie sind ein politischer Mensch, weil Sie sich (wie ich auch) im Spiegelforum rum treiben. Da sollte Ihnen eigentlich bekannt sein wie hart das Dasein eines Regierungschefs [...] mehr...
Ich finde es echt klasse, wie öffentlichkeitswirkam sich die Kanzlerin als DFB-Fan präsentiert. Bereits im Februar 2010 empfing Merkel im Bundeskanzleramt unter anderem den Bundestrainer Jogi Löw, um den DFB-Repräsentanten ihren [...] mehr...
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