Hamburg - Zehntausende Fans haben die argentinische Fußball-Nationalmannschaft bei ihrer Ankunft in Buenos Aires frenetisch gefeiert. Die Fans forderten trotz des 0:4-Debakels im WM-Viertelfinale gegen Deutschland in Kapstadt den Verbleib von Nationaltrainer Diego Maradona und sangen unentwegt: "Geh nicht, Diego."
Der Mannschaftsbus brauchte für die sonst nur wenige Minuten dauernde Fahrt vom Flughafen zum Sitz des Verbandes Afa mehr als eine Stunde, um sich den Weg durch die jubelnden Menschenmassen zu bahnen. Maradona und die Spieler blieben im Bus und winkten ihren Anhängern zu.
Die Fans schwenkten Fahnen. Auf Plakaten war "Wir sind stolz auf euch" zu lesen. Ein Fan sagte: "Es ist bittersüß, wir haben alles gegeben und es hat nicht geklappt, aber wir hoffen, dass Diego und die Spieler eine weitere Chance bekommen. Sie haben sie sich verdient."
Maradonas Vertrag läuft bis Juli 2011. Allerdings hatte der ehemalige Weltklassespieler nach der Niederlage gegen Deutschland gesagt, er wolle erst mit seiner Familie über seine Zukunft sprechen. Zu seinem möglichen Abschied als Trainer hatte er sich nicht eindeutig geäußert. In dieser Frage hat Afa-Präsident Julio Grondona dem Vernehmen nach das letzte Wort. Sollte er Maradona kündigen, würde nach unbestätigten Informationen allerdings eine große Abfindungssumme fällig.
Argentinien hatte eine hervorragende WM-Vorrunde gespielt und sich in der Gruppe B souverän durchgesetzt. Nach einem 1:0 gegen Nigeria und einem 4:1 gegen Südkorea gewann Maradonas Team auch sein drittes Gruppenspiel gegen den damals noch von Otto Rehhagel trainierten ehemaligen Europameister Griechenland 2:0.
Aus im Viertelfinale gegen Deutschland
Auch das Achtelfinale gegen Mexiko hatten die "Albiceleste" 3:1 für sich entschieden. Doch im Viertelfinale gegen Deutschland (0:4) war für den vermeintlichen Turnierfavoriten Schluss. Maradona war nach der Niederlage sichtlich niedergeschlagen.
Bereits am Sonntag hatte Argentiniens südamerikanischer Rivale Brasilien nach dem Aus im Viertelfinale gegen die Niederlande (1:2)Trainer Carlos Dunga entlassen.
ulz/sid/rtr
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