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10.07.2010
 

Knapper Sieg im kleinen Finale

Deutschland bejubelt WM-Bronze

Von Birger Hamann

Das war knapper als gedacht - aber dafür war die Freude umso größer. Mit 3:2 hat Deutschland Uruguay bezwungen, wie 2006 den dritten Platz erreicht und der Republik gezeigt: Dieses Team will unbedingt nicht mehr nur das kleine Finale gewinnen. Sondern auch ein großes.


Sie wirkten sehr müde. Völlig fertig. Einfach alle.

Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft schlichen bei der Ehrenrunde durch das Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth. Sie bedankten sich artig bei den Zuschauern, klatschten, winkten, doch zum Feiern fehlte ihnen schlichtweg die Kraft.

Aber zumindest lächeln konnten sie. Alle. Sie hatten 3:2 (1:1) gegen Uruguay gewonnen und WM-Platz drei erreicht. Wieder, wie schon vor vier Jahren im eigenen Land.

"Natürlich hatten wir uns alle mehr erhofft, aber letztendlich war auch das Spiel um Platz drei ein Endspiel, das wir unbedingt gewinnen wollten. Wir sind froh, als Sieger vom Platz gegangen zu sein", sagte Sami Khedira, der mit einem Kopfballtor in der 83. Minute den Endstand hergestellt und den Deutschen Platz drei gesichert hatte.

Dabei war die Mannschaft geschwächt ins Spiel gegangen. Ein grippaler Infekt sorgte nicht nur dafür, dass Joachim Löw, der eine zeitnahe Entscheidung zu seiner Zukunft ankündigte, angeschlagen auf der Bank Platz nehmen musste, sondern zwang den Bundestrainer auch zum Umstellen. Und zwar im großen Stil.


Für die ebenfalls leicht erkrankten Philipp Lahm und Lukas Podolski kamen Dennis Aogo (linke Verteidigung) und Marcell Jansen (linkes Mittelfeld) ins Team. Jérôme Boateng rückte in der Viererkette dafür nach rechts. Im Tor begann Hans-Jörg Butt für Manuel Neuer, Cacau stürmte für den am Rücken verletzten Miroslav Klose.

Von enttäuschten Halbfinalverlierern war von Anfang an nichts zu sehen. Stattdessen standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die unbedingt das "kleine Endspiel" gewinnen und sich mit einem Sieg aus Südafrika verabschieden wollten. Entsprechend begannen sie auch. Kein Abtasten, kein Taktieren, Deutschland und Uruguay setzten voll auf Offensive. In der siebten Minute gab es die erste gute Möglichkeit für die Südamerikaner, doch Diego Forláns direkter Freistoß aus rund 20 Metern ging am linken oberen Toreck vorbei. Auf der Gegenseite war es Arne Friedrich, der nach einer Ecke von Mesut Özil per Kopf nur die Latte traf (10.).

Genauer zielte acht Minuten später Thomas Müller - auch wenn die Situation für den Bayern-Spieler ungleich einfacher war als zuvor für Friedrich. Einen Schuss von Bastian Schweinsteiger aus rund 30 Metern konnte Uruguays Torhüter Fernando Muslera nicht festhalten und ließ ihn nach vorne abprallen. Dort stand Müller und musste den Ball nur noch einschieben (18.). Es war sein fünftes Tor bei dieser WM.


Uruguay schlug zehn Minuten später zurück: Nachdem zunächst Per Mertesacker vor Forlán (25.) geklärt und Muslera einen Kopfball von Khedira entschärft hatte, glich Edinson Cavani in der 28. Minute aus. Schweinsteiger hatte den Ball im Mittelfeld an Diego Pérez verloren. Der Profi vom französischen Erstligisten AS Monaco schickte Cavani steil, der aus elf Metern halblinker Position ins lange Eck traf und Butt keine Abwehrmöglichkeit ließ.

Das deutsche Team ließ sich nicht beeindrucken und agierte fortan leicht überlegen, ohne sich jedoch eine klare Chance herausspielen zu können. Die gab es auf der Gegenseite. Nach Forlán-Pass stand Luis Suárez, der wegen seines Handspiels im Viertelfinale gegen Ghana bei jeder Ballberührung vom Publikum ausgebuht wurde, in halbrechter Position völlig frei vor Butt, schoss jedoch knapp am langen Pfosten vorbei (42.).

Nach dem Seitenwechsel wurde die zweite Halbzeit zu einer Art Wiederholung des ersten Durchgangs, aber mit umgekehrten Vorzeichen. Zunächst nahm Forlán eine Flanke von Egidio Arévalo Ríos direkt und traf aus rund 15 Metern per Volleyaufsetzer (51.) - ein Traumschuss und erneut keine Chance für Butt. Dafür sah sein Gegenüber Muslera beim zweiten Treffer der Deutschen erneut ganz schlecht aus. Der 24-Jährige unterlief eine Boateng-Flanke, Jansen konnte per Kopf einnicken (56.). Ausgleich, alles war wieder offen.


Nun drehten beide Teams richtig auf. Verlängerung oder Elfmeterschießen wollten sich die Kontrahenten bei diesem Regenwetter wohl nicht antun. Zunächst hatte Özil die große Chance zur Führung, doch anstatt zu schießen, verdribbelte er sich - wie so häufig bei diesem Turnier (58.). Auf der Gegenseite klärte Friedrich gegen Suárez (60.), dann prüfte der Angreifer von Ajax Amsterdam Butt mit einem 20-Meter-Schuss (63.). Der Bayern-Keeper parierte diesen Versuch ebenso wie Forláns Schuss zwei Minuten später.

Forlán knallt einen Freistoß in letzter Sekunde an die Latte

In der Schlussviertelstunde legte die deutsche Elf nach, gab noch einmal Gas, wollte das Spiel entscheiden. Doch was Müller (76.) und dem für Cacau eingewechselten Stefan Kießling (80.) zunächst nicht gelangen, glückte Khedira: der Siegtreffer. Nach Ecke von Özil kam der Ball auf Umwegen zum Stuttgarter, der aus sechs Metern per Bogenlampe ins rechte Eck köpfte (82.). Dieses Mal war Muslera chancenlos.

Anschließend versuchten die Deutschen ihre Führung über die Zeit zu retten - und hätten fast noch den Ausgleich kassiert. In der zweiten Minute der Nachspielzeit foulte Friedrich Suárez, ein Freistoß aus rund 18 Metern und zentraler Position war die Folge. Den knallte Forlán an die Latte.

Glück für Deutschland, Pech für Uruguay, Abpfiff in Südafrika.

Uruguay - Deutschland 2:3 (1:1)
0:1 Müller (19.)
1:1 Cavani (28.)
2:1 Forlán (51.)
2:2 Jansen (56.)
2:3 Khedira (82.)
Uruguay: Muslera - Fucile, Lugano, Godin, Caceres - Maximiliano Pereira, Pérez (77. Gargano), Arévalo Ríos , Cavani (88. Abreu) - Suárez, Forlán
Deutschland: Butt - Boateng, Mertesacker, Friedrich, Aogo - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil (90.+1 Tasci), Jansen (81. Kroos) - Cacau (73. Kießling)
Schiedsrichter: Archundia (Mexiko)
Zuschauer: 36.254
Gelbe Karten: Pérez - Aogo, Cacau, Friedrich


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Das ist reinste Spekulation die vor allem deswegen kaum zutreffen dürfte, weil D gegen Brasilien ein deutlich ausgewogeneres Spiel als die Türkei ablieferte. Noch sind Sie hier nicht der sysop und können mich nicht [...] mehr...

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Man muss einen Sachverhalt nicht immer in alle Einzelheiten auseinander dröseln, manchmal ist ein einfacher Vergleich hilfreich. Man vergleichen nur die Spiele gegen SER, GHA u. SPA mit denen gegen ENG u. ARG. Es ist ein [...] mehr...

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15.07.2010 von fatih_sultan_mehmet: Erzählen Sie das nicht mir,

... sondern Ihrem "Spezie", dessen "Herrenmenschenhabitus" es offenkundig nicht verkraften kann, dass Argentiniens Niederlage vornehmlich auf Maradonas Kappe und nicht auf überragende "toitsche [...] mehr...

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Deutschlands WM-Bilanz
1930 nicht teilgenommen
1934 Spiel um Platz drei (3:2 gegen Österreich)
1938 Achtelfinale (2:4 gegen Schweiz)
1950 nicht teilgenommen
1954 Weltmeister (3:2 gegen Ungarn)
1958 Spiel um Platz drei (3:6 gegen Frankreich)
1962 Viertelfinale (0:1 gegen Jugoslawien)
1966 Finale (2:4 n.V. gegen England )
1970 Spiel um Platz drei (1:0 gegen Uruguay)
1974 Weltmeister (2:1 gegen Niederlande)
1978 2. Gruppenphase
1982 Finale (1:3 gegen Italien)
1986 Finale (2:3 gegen Argentinien)
1990 Weltmeister (1:0 gegen Argentinien)
1994 Viertelfinale (1:2 gegen Bulgarien)
1998 Viertelfinale (0:3 gegen Kroatien)
2002 Finale (0:2 gegen Brasilien)
2006 Spiel um Platz drei (3:1 gegen Portugal)
2010 Spiel um Platz drei (3:2 gegen Uruguay)




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