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26.07.2010
 

Kurzpässe

Raúl lässt seine Zukunft offen, Maradona auch

Stürmer Raúl: Tränenreicher Abgang im Bernabeu-StadionZur Großansicht
dpa

Stürmer Raúl: Tränenreicher Abgang im Bernabeu-Stadion

"England oder Deutschland": Bei seiner Verabschiedung in Madrid hat Stürmer Raúl einen Wechsel zu Schalke 04 nicht bestätigt. Es gebe auch andere interessante Vereine. Bayer-Sportchef Rudi Völler versteht die Kritik an Michael Ballack nicht. Ob Diego Maradona im Amt bleibt, ist weiter offen.

Hamburg - Real Madrids langjähriger Stürmer Raúl ist am Montag von seinem Club verabschiedet worden. Allerdings verriet er nicht, ob er zum FC Schalke 04 oder zu einem anderen Verein wechseln werde. Die Entscheidung wolle er "diesen Nachmittag oder morgen" fällen und in den kommenden Tagen verkünden. Der 33-Jährige bestätigte allerdings den intensiven Kontakt mit dem Bundesligisten: "Der FC Schalke hat sich für mich interessiert, und es hat sehr ernsthafte Gespräche gegeben", sagte Raúl. Es habe aber auch Kontakte zu anderen Vereinen gegeben.

"Klar ist, dass meine Zukunft entweder in Deutschland oder in England liegt." Er wolle eine andere Art von Fußball und eine andere Kultur erleben. "Das ist eine wichtige Herausforderung in meinem Leben." Mit Tränen in den Augen hatte sich der bisherige Real-Kapitän zuvor nach 16 Jahren in Madrid von den Fans verabschiedet. "Das ist einer der schwierigsten Tage meiner Laufbahn", sagte er bei einer Zeremonie auf der Ehrentribüne des Santiago-Bernabéu-Stadions. "Heute fängt mein neues Leben an." Bereits am Sonntag hatte mit dem Mittelfeldspieler Guti ein weiteres Real-Urgestein den Club verlassen.

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler und Trainer Jupp Heynckes haben ihr Unverständnis über die Kritik an Michael Ballack geäußert. "Die jetzige Diskussion um Michael Ballacks Qualität ist völlig unnötig. Es ist doch Quatsch, dass ein Spieler, der vor der WM als Einziger seiner Mannschaft Weltklasseniveau hatte, zwei Monate danach für die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr gut genug sein soll", sagte Völler dem "Kicker". Es fehle der Respekt.

Ballacks neuer Trainer Jupp Heynckes hält es für "Wahnsinn, Ballack überhaupt infrage zu stellen". Kein anderer deutscher Spieler erreiche Ballacks Extraklasse, fügte der 65-Jährige hinzu. Die Diskussionen um Ballacks künftige Rolle in der DFB-Auswahl hatten sich daran entzündet, dass WM-Kapitän Philipp Lahm nach dem Turnier in Südafrika die Kapitänsbinde nicht freiwillig wieder abgeben wollte. Ballack hatte wegen einer Verletzung auf die WM-Endrunde in Südafrika verzichten müssen.

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hat angekündigt, sein Amt nur weiterführen zu wollen, wenn auch seine Assistenten an seiner Seite bleiben. "Wenn sie an meine Mitarbeiter ran wollen, bin ich weg", sagte der 49-Jährige in der TV-Sportsendung "Show del Fútbol". Am Montag hat er sich mit dem Präsidenten des nationalen Fußballverbandes Afa, Julio Grondona, getroffen. Eine Entscheidung, ob Maradona im Amt bleibt, ist dabei aber offenbar nicht gefallen. Weder der Trainer noch Grondona gaben nach dem Treffen eine Erklärung ab.

Brasiliens neuer Nationaltrainer Mano Menezes krempelt die Mannschaft des Rekord-Weltmeisters völlig um. Für das erste Spiel nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der WM in Südafrika gegen die Niederlande im kommenden Monat gegen die USA nominierte Menezes nur vier der WM-Versager. Dani Alves, Ramires, Thiago Silva und Robinho sind die einzigen WM-Starter, denen der neue Coach sein Vertrauen schenkt. Menezes, der den erfolglosen Dunga ablöste, holte unter anderem Alexandre Pato vom italienischen Erstligisten AC Mailand zurück ins Team.

Eintracht Frankfurts Kapitän Chris darf nach seiner Leistenoperation am vergangenen Freitag in München auf ein Blitz-Comeback hoffen. Der brasilianische Defensivspezialist will in diesen Tagen wieder mit dem Joggen und dem Training auf dem Ergometer beginnen. Sein Ziel ist es, im Erstrundenspiel des DFB-Pokals am 13. August beim SV Wilhelmshaven aufzulaufen.

"Im Pokal werde ich schon dabei sein. Ich muss nur noch körperlich etwas aufholen", sagte der 31-Jährige. Trainer Michael Skibbe bremste jedoch die Zuversicht. "Mit viel Glück ist er beim Bundesliga-Start dabei. Mit etwas weniger Glück erst nach der Länderspielpause im Auswärtsspiel in Gladbach", sagte Skibbe. Frankfurt spielt am ersten Bundesliga-Spieltag am 21. August in Hannover.

Das kroatische Pokalfinale 2009 zwischen Dinamo Zagreb und Hajduk Split (3:0) soll manipuliert gewesen sein. Das berichten die kroatischen Zeitungen "Jutarnji List" und "Sportske Novosti". Demnach soll der Schiedsrichter im Auftrag der Wettmafia zum Ausgang des Spiels beigetragen haben. Drahtzieher soll der Berliner Ante S. sein. "Sportske Novosti" beruft sich in ihrem Bericht auf einen Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft Bochum.

An dem Betrug soll auch der Bruder des stellvertretenden Dinamo-Präsidenten Zdravko Mamic beteiligt gewesen sein. Mamic reagierte aber empört auf die Vorwürfe und bezeichnete sie als "notorische Lügen und Unsinn". Der Schiedsrichter hatte im Pokalfinale schon in der ersten Halbzeit zwei Spieler von Split vom Platz gestellt und einen Elfmeter für Zagreb gegeben.

bka/ulz/dpa/sid

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