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28.07.2010
 

1860-Legende Wildmoser tot

Das Herz des Löwen schlägt nicht mehr

Von Peter Ahrens

Karl-Heinz Wildmoser: Der "Löwen"-Patriarch ist tot
Fotos
ddp

Er war eine Münchner Legende. Karl-Heinz Wildmoser führte die Sechziger nicht nur, er war ihr Inbegriff. Unter ihm erlebten die "Löwen" eine ungeahnte Blüte - und dann einen Niedergang, von dem sie sich bis heute nicht erholt haben. Jetzt ist der Ex-Präsident mit 71 an Herzstillstand gestorben.

Am Ende war er verbittert, wollte von seinem Verein nichts mehr wissen. Dem Verein, dessen Gesicht er über eine ganze Ära hin war.

Karl-Heinz Wildmoser, der langjährige Präsident des TSV 1860 München, ist am Mittwoch im Alter von 71 Jahren gestorben. Er steht für die Erfolgsperiode der "Löwen" in den neunziger Jahren, und er steht gleichermaßen für den Niedergang des Clubs.

Karl-Heinz Wildmoser und Werner Lorant, der rustikal bajuwarische Präsident und der kratzbürstige raue Trainer: Sie galten als das bundesweit gleichermaßen charismatische wie auch kauzige Duo, das 1860 München über Jahre geprägt hat. Von zwei Männerfreunden war viel und oft die Rede - Wildmoser hat dieses Bild erst vor wenigen Wochen in der "Süddeutschen Zeitung" relativiert, davon gesprochen, dass er Lorant schon viel früher hätte entlassen müssen, den Alkoholkonsum des Trainers erwähnt.

In den Jahren, in denen der Münchner Promi-Gastwirt Wildmoser und der Fußballlehrer Lorant die "Löwen" aus der Bayernliga bis in die Champions-League-Qualifikation geführt haben, war davon nach außen wenig zu spüren. Lorant bespielte den Part des Rohlings, Wildmoser war fürs Gemüt zuständig. Mit ausgeprägtem bayerischen Dialekt ausgestattet, wirkte Wildmoser wie das Aushängeschild des Arbeiter-Clubs aus Giesing - um paradoxerweise gleichzeitig eine Vereinspolitik zu betreiben, die dem Club Tradition und Wurzeln abschnitt.

Stadionbau kostete ihn das Amt

Dass Wildmoser dem Grünwalder Stadion, der Heimat der "Löwen", Servus sagte, um gemeinsam mit dem FC Bayern den ehrgeizigen Traum eines gemeinsamen Stadions in der Vorstadt mitzugehen, nehmen ihm die Fans bis heute übel. Wildmoser hat dies immer verteidigt, auch wenn es letztlich seinen Abgang bei den Sechzigern beförderte. Der Stadionbau mit seiner undurchsichtigen Finanzierung, die krummen Geschäfte, die Wildmosers Sohn hinter dem Rücken des Vaters als Geschäftsführer der Stadiongesellschaft machte und auch Wildmoser senior drei Tage Gefängnis in der Untersuchungshaft einbrachten - all das hat dazu beigetragen, dass der Name Wildmoser bei den "Löwen" heute seinen Glanz verloren hat.

Für den Verein hatte das Engagement um die Allianz Arena in Fröttmaning auch schwerwiegende juristische und finanzielle Folgen: Mit den Bayern hat man sich zerstritten und den Gang vor Gericht gegen den Lokalrivalen verloren. Das Stadion gehört mittlerweile allein dem FC Bayern.

Der Patron trat 2004 nach zwölf Jahren als Clubchef zermürbt zurück, damals bereits gesundheitlich angeschlagen. Eine Herzoperation überstand er ebenso wie einen Magentumor. Vor zehn Tagen musste er wegen eines Schwächeanfalls in die Klinik eingeliefert werden, es folgte eine Operation am Kopf. Am Ende verlor er den Kampf um seine Gesundheit. Die Todesursache steht inzwischen fest: Herzstillstand nach Lungenembolie.

"Karl-Heinz Wildmoser war immer authentisch, ein Typ ohne Zweifel, eine große Persönlichkeit bei 1860 und im deutschen Fußball", sagte 1860-Sportdirektor Miroslav Stevic. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude würdigte Wildmoser als "ein gestandenes Mannsbild und Urbild des bayerischen Gastwirts. Als autokratisch regierender Fußballpräsident hat er den TSV 1860 zu einem kometenhaften Aufstieg bis ins Spitzenfeld der Bundesliga geführt und zugleich dem Verein ein schwieriges Erbe hinterlassen", sagte Ude.

Als Wildmoser seinen Rücktritt vom Amt des Präsidenten vollzog, kündigte er an, dass "mich Sechzig nicht mehr sehen wird". Bis zuletzt hat er diesen Schwur eingehalten: Er setzte nie mehr einen Fuß in das Stadion. Das neue Stadion, das sein Traum war und das ihn sein Lebenswerk gekostet hat.

mit Material der dpa

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29.07.2010 von naabaya: Besitz

Sie werden lachen. Ich bin im Besizu beider T-Shirts des Typs Weltpokalsiegerbesieger und Retter.Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich die 60-er von den Bayern sauber über den Tisch ziehen ließen. mehr...

29.07.2010 von myanus: Weltpokalsiegerbesiegerretter...

Aber sie haben sich gerne vom FC Bayern "retten" lassen und der FC Bayern hat's gerne getan. 60 mit Pauli zu vergleichen ist einfach nicht passend. Pauli hat ein gesundes Selbstverständnis, hat Spaß, hat Verve. 60 [...] mehr...

29.07.2010 von myanus: Ihr warts immer so bös zu ihm...

Das große Übel der 60er sind die sogenannten Fans, denen ihr Neid und ihr Hass gegen den FC Bayern wichtiger ist, als der Erfolg ihres Vereines. Hass und Neid als Motivation tragen nie gute Früchte. Wildmoser hatte das erkannt [...] mehr...

29.07.2010 von Roßtäuscher: Verwechsler

Wildmosers Sohn hieß nicht Wolfi, er war immer sein "Heinzi", deswegen auch Karl-Heinz jun. mehr...

29.07.2010 von Roßtäuscher: Toten soll man bekanntlich nicht mehr Negatives anhängen als zu Lebzeiten,

ein Ehrenkodex. Dies gilt gerade für die "1860-Legende Wildmoser". Auffällig, wie wenig im Forum zu lesen ist. Es liegt vielleicht daran, vielen ist bewusst, ein jeder Zeitgenosse hat auch seine dunklen Seiten und [...] mehr...

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