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08.08.2010
 

Kurzpässe

AEK-Fans schlagen eigenen Trainer nieder, 249 Festnahmen in Paris

AEK-Trainer Bajevic (r.): Wenig Rückhalt bei den eigenen FansZur Großansicht
dpa

AEK-Trainer Bajevic (r.): Wenig Rückhalt bei den eigenen Fans

Großaktion der französischen Polizei: In Paris wurden zum Ligaauftakt 249 Fußballfans festgenommen. Die Fans von AEK Athen sind gegen Trainer Dusan Bajevic handgreiflich geworden. Philipp Degen kickt künftig in Stuttgart. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs tobt nach der Blamage gegen Fulham.

Hamburg - Rund ein Dutzend Anhänger des griechischen Erstligisten AEK Athen haben am Samstagabend den Trainer der Mannschaft, Dusan Bajevic, attackiert und mit Faustschlägen niedergestreckt. Das Meisterschafts-Vorbereitungsspiel bei Kallithea wurde beim Stand von 1:2 für den Zweitligisten in der 86. Minute abgebrochen. Bajevic musste nicht ins Krankenhaus. Er verließ den Fußballplatz rund zwei Stunden nach dem Abbruch, wie das Fernsehen zeigte.

"Ich fordere alle Fans von AEK auf, diese Hooligans zu isolieren. Wir werden juristisch gegen die Täter vorgehen", sagte AEK-Präsident Stavros Adamides. Der Streit zwischen einem Teil der als fanatisch geltenden Fans mit dem 61-jährigen Trainer dauert seit mehr als zehn Jahren an. Die Anhänger verzeihen Bajevic nicht, dass er in den neunziger Jahren den Verein verließ und mit dem Erzrivalen Olympiakos Piräus Meister wurde.

Bajevic, der mit acht Titeln zu den erfolgreichsten Trainern in Griechenland gehört, war vor zwei Jahren zu AEK zurückgekehrt. Seitdem kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit und Sprechchören gegen ihn.

Die französische Polizei hat vor der Partie zwischen den Ex-Meistern Paris St. Germain und AS Saint-Etienne (3:1) am Samstagabend 249 Fans vorübergehend festgenommen. Das bestätigte das französische Innenministerium, das von einem "beispiellosen Vorfall" sprach. Die Anhänger, zum Großteil Fans von PSG, hatten gegen neue Vorschriften zur Bekämpfung von Hooliganismus protestiert und waren dabei mit der Polizei aneinandergeraten. Die neuen Regeln verbieten den Anhängern unter anderem die freie Sitzplatzwahl in der Fankurve. Zudem gilt in und um das Prinzenpark-Stadion striktes Alkoholverbot. Zuletzt hatte es bei PSG-Spielen wiederholt Ausschreitungen gegeben, im Februar war bei einer von ihnen ein Mensch ums Leben gekommen.

Der Wechsel des Schweizer Nationalspielers Philipp Degen zum VfB Stuttgart ist nach langen Verhandlungen perfekt. Das gab der Bundesligist am Sonntag bei seinem Saison-Eröffnungsfest bekannt. Der VfB einigte sich mit dem englischen Premier-League-Club FC Liverpool über eine einjährige Ausleihe des 27 Jahre alten Rechtsverteidigers ohne Leihgebühr und Kaufoption. "Das ist für mich eine große Chance. Ich brenne darauf, das VfB-Trikot zu tragen", sagte Degen. Der frühere Dortmunder hatte bereits am Freitag den Medizincheck in Stuttgart absolviert. Für die kommenden Tage kündigte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic zudem die Verpflichtung eines offensiven Mittelfeldspielers an. "Es wird in Kürze ein neuer Spieler vorgestellt. Es sieht sehr gut aus", sagte er.

Eine Woche vor dem Start in die erste DFB-Pokalrunde hängt beim SV Werder Bremen der Haussegen schief. "Das war naiv und unprofessionell. Es war eine Katastrophe", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs nach der 1:5-Pleite im Testspiel beim englischen Premier-League-Club FC Fulham. Mehr als einen Treffer von Claudio Pizarro hatte Pokalfinalist Werder gegen Fulham nicht zu bieten. Zwar wechselte Trainer Thomas Schaaf sein Team munter durch, doch als Entschuldigung ließ der Coach das nicht gelten. "Das war so eine Partie, bei der man nicht versteht, was da passiert ist", so Schaaf.

Nationaltorwart René Adler kann aufatmen. Der 25-Jährige Leverkusener hatte am Samstag wegen Knieproblemen das Training abbrechen müssen. Eine Untersuchung am Sonntag ergab jedoch keine schwerwiegende Verletzung im rechten Knie, in dem Adler offenbar Probleme an der Patellasehne plagten. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Sonntag auf seiner Homepage mit. Adler hatte seine Teilnahme an der WM in Südafrika wegen eines Rippenbruchs absagen müssen. Für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Kopenhagen gegen Dänemark hatte ihn Bundestrainer Joachim Löw nicht nominiert.

Sami Khedira muss weiter auf seinen ersten Einsatz für Real Madrid warten. Die "Königlichen" gewannen am Samstagabend (Ortszeit) auch das zweite Testspiel ihrer Kalifornien-Tour ohne den Nationalspieler. Vier Tage nach dem 3:2-Sieg gegen Club America aus Mexiko besiegte der spanische Rekordmeister Los Angeles Galaxy aus der Major League Soccer MLS 3:2 (0:2). Khedira musste wegen einer Prellung am linken Fuß passen. Vor 89.134 Zuschauern im "Rose Bowl" von Pasadena hatte Galaxy nach Treffern von Todd Dunivant (40. Minute) und US-Nationalspieler Landon Donovan (45./Elfmeter) zur Pause bereits 2:0 geführt. Argentiniens Auswahlstürmer Gonzalo Higuain per Doppelpack (52./62.) sowie Spaniens Weltmeister Xabi Alonso mit einem sehenswerten Heber von der Strafraumgrenze (71.) drehten die Partie noch für die Spanier.

Stürmerstar Wayne Rooney erwartet nach einer nächtlichen Eskapade Ärger mit Englands Nationaltrainer Fabio Capello. "Ich werde mit ihm reden und ihm sagen, dass so etwas nicht gut ist", sagte Capello. Britische Zeitungen hatten zuvor Bilder veröffentlicht, die Rooney nach einem ausgedehnten Barbesuch rauchend und singend mit Freunden auf einer Straße in Manchester zeigen. Auch Manchester Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson sei verärgert über das Verhalten des Torjägers, so Capello. Dennoch berief der Italiener den 24-Jährigen für das Länderspiel gegen Ungarn am Mittwoch in London.

jok/luk/dpa/sid

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