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27.08.2010
 

Pleite gegen Kaiserslautern

Teuflischer Schock für die Bayern

Von Birger Hamann

Lauterns Sieg gegen Bayern: Doppelschlag auf dem Betzenberg
Fotos
ddp

Die erste große Überraschung der neuen Saison ist perfekt: Titelverteidiger Bayern München hat beim Aufsteiger aus Kaiserslautern 0:2 verloren. Ein Doppelschlag zehn Minuten vor der Pause brachte den 1. FCK auf die Siegerstraße. Dabei hätte Thomas Müller die Gäste in Führung bringen müssen.

Hamburg - Die Fans des 1. FC Kaiserslautern hatten sich noch gar nicht wieder eingekriegt, lagen sich noch immer in den Armen und jubelten, da ging der ganze Feier-Stress von vorne los. Eigentlich wollten sie nur den Moment genießen, gegen den großen FC Bayern 1:0 zu führen, nachdem Ivo Ilicevic in der 36. Minute per Schlenzer getroffen hatte. Doch daraus wurde nichts - denn es wurde noch viel besser.

Anstoß München, die Bayern vertändelten den Ball, Srdjan Lakic traf zum 2:0. Doppelschlag durch die Gastgeber vor 49.780, zumeist begeisterten Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion, der auch am Ende Bestand hatte und die erste Niederlage des Titelverteidigers im zweiten Saisonspiel bedeutete. Ein teuflischer Schock für den FCB in der noch jungen Saison. "Das war für uns ein Wahnsinnsabend. Heute haben Herz und Wille gewonnen", sagte Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz.

Dabei stellte die 2:0-Führung des 1. FCK zur Pause die erste Halbzeit komplett auf den Kopf. Die konsternierten Bayern-Spieler, die mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen, hatten abgesehen vom Lauterer Doppelschlag die Partie klar dominiert. In der 17. Minute machten sich die Gäste-Fans schon bereit zum Jubeln, doch ein direkt geschossener Freistoß von Franck Ribéry flog knapp über das Tor.

Thomas Müller mit der Riesenchance zur Führung

FCK-Keeper Tobias Sippel wäre bei dem Schuss des Franzosen ebenso machtlos gewesen wie sieben Minuten später gegen Thomas Müller. Nach Doppelpass mit Bastian Schweinsteiger stand Bayerns Shooting-Star der vergangenen Saison völlig frei vor Sippel, schoss aber knapp am rechten Pfosten vorbei. Dabei hätte es der 20-Jährige gar nichts selbst versuchen müssen sondern die neben ihm - vermeintlich besser - postierten Miroslav Klose und Ivica Olic bedienen können.

"Normalerweise macht er so eine Chance rein. Man weiß, dass unseren Nationalspielern noch etwas fehlt", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der sich die Partie auf dem Betzenberg anschaute.

Besser machten es auf der anderen Seite die Gastgeber: Christian Tiffert passte von rechts in die Mitte, Adam Nemec ließ durch zu Ilicevic und der Kroate schlenzte den Ball ins rechte Eck. Nur eine Minute später war es der Torschütze, der in den Strafraum der Münchner passte, wo Lakic aus zehn Metern erfolgreich abschloss.

Nach dem Seitenwechsel konzentrierten sich die "Roten Teufel" nur noch auf das Verteidigen des Vorsprungs und lauerten auf Konter. Die Münchner drückten dagegen auf den Anschlusstreffer, agierten allerdings glücklos. Einen Müller-Schuss lenkte Sippel aus fünf Metern zur Ecke (63.), kurz danach rettete der Torwart auch gegen den eingewechselten Toni Kroos (67.). Und der Schuss des ebenfalls eingewechselten Danijel Pranjic strich nur wenige Zentimeter am Tor der Gastgeber vorbei (71.). Für Kaiserslautern hatte Abwehrspieler Rodnei die einzige Chance nach dem Seitenwechsel, verfehlte das Bayern-Gehäuse per Kopf aber knapp.

Kaiserslautern startet wie in der Meistersaison 1997/98

Am Ende stand für die Gastgeber der zweite Sieg im zweiten Spiel zu Buche. "Über 90 Minuten waren wir die überlegene Mannschaft und hatten die besseren Torchancen. Es sollte heute nicht sein", sagte Bayerns Nationalspieler Philipp Lahm. Ähnlich sah es sein Trainer Louis van Gaal: "Wenn wir dieses Spiel anschauen, können wir sagen, dass wir auf einem guten Weg sind, aber es ist uns nicht gelungen zu gewinnen." Der Erfolg des 1. FCK war zugleich der erste Heimsieg des Clubs gegen die Bayern seit mehr als elf Jahren.

Und die Zuschauer? Die feierten weiter, das ganze Spiel über, nach dem Schlusspfiff und wohl auch die ganze Nacht. Bis mindestens zum späten Samstagnachmittag ist Kaiserslautern Tabellenführer. Und vielleicht erinnerten sich die Anhänger rund um den Betzenberg auch an die Saison 1997/98: Damals war ihr Club ebenfalls als Aufsteiger mit zwei Siegen in die Saison gestartet, einer davon gegen den FC Bayern - am Ende wurden die "Roten Teufel" Deutscher Meister.

1. FC Kaiserslautern - Bayern München 2:0 (2:0)
1:0 Ilicevic (36.)
2:0 Lakic (37.)
1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Jessen - Kirch, Bilek, Tiffert (89. Schulz), Ilicevic - Lakic (78. Hoffer), Nemec (53. Walch)
Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Contento (63. Pranjic) - van Bommel, Schweinsteiger - Müller, Olic (63. Kroos), Ribéry - Klose (75. Gomez)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 49.780 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Müller (1)
Gelb-Rote Karten: Ilicevic (Kaiserslautern, 90.+2) wegen wiederholten Foulspiels

Mit Material von sid und dpa

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28.08.2010 von saul7: ++

Schließe mich Ihnen an. Aber am Ende wird der deutsche Meister wahrscheinlich wieder aus Bayern kommen... mehr...

28.08.2010 von Dima R.: Die bösen Bayern

Ich find das ja immer witzig, wie leicht die Bayern als der "Buh-Mann" dargestellt wird! Bayern wurde auch nichts geschenkt und den Erfolg mussten die sich ja auch hart erarbeiten. Diese Chance hatte jeder Verein und [...] mehr...

28.08.2010 von Kermit2: .

Das ist alles richtig. Auf internationaler Ebene sind aber Länder wie Italien Spanien auch deshalb seit Jahren besser, weil in nationaler Liga dominierendes Team gibt, das Meisterschaft nebenbei gewinnt, und die ganze Kraft der [...] mehr...

28.08.2010 von Thosaurus: Aua

Wenn man sowas liesst, dann wünscht man sich die Einrichtung einer bundesweiten Anti-Verschwörungsparanoiker-Kampagne. Oder man wünscht sich, dass Bayern-Fans endlich mal lernen, mit Niederlagen wie Erwachsene umzugehen, je [...] mehr...

28.08.2010 von klaus meucht: Bayern München Effekt

Ich halte es eher für schädlich wenn Mannschaften finanziell so stark sind, dass sie es erlauben können Spitzenspieler auf die Bank zu setzen - während Mannschaften wie Hannover und Freiburg sich mit Mittelmass begnügen müssen. [...] mehr...

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