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28.08.2010
 

Bayern-Patzer in Kaiserslautern

FC Fehlstart

Aus Kaiserslautern berichtet Oliver Trust

Lauterns Sieg gegen Bayern: Doppelschlag auf dem Betzenberg
Fotos
ddp

Vom Aufsteiger eiskalt erwischt, von den Betzenberg-Fans genüsslich verhöhnt: Der FC Bayern kassierte in Kaiserslautern schon am zweiten Spieltag die erste Niederlage der Saison. Trainer Louis van Gaal setzt auf Durchhalteparolen - und wettert gegen Uefa und Fifa.

Spät am Freitagabend war alles nur noch halb so schlimm. Kapitän Mark van Bommel hatte das 0:2 der Bayern beim 1. FC Kaiserslautern als "Ausrutscher" entlarvt. Trainer Louis van Gaal schimpfte über die schwierige Vorbereitung nach der WM und Philipp Lahm hatte sich schon wieder der Frage zugewandt, wie das Kapitänsamt der deutschen Nationalelf durch Bundestrainer Joachim Löw zu besetzen sei - da war das Treffen mit "unserem Präsidenten" (van Gaal) schon greifbar nahe.

Und wem außer dem in Verdrängungen kleiner menschlicher Schwächen bewanderten Horst Seehofer traute man zu, die gefallenen bajuwarischen Helden neu aufzurichten? Gegen zehn Uhr am Samstagmorgen machte sich die Münchner Fußballfamilie auf in die heimische Staatskanzlei, um erstens Trost zu empfangen und zweitens Anerkennung für herausragende Leistungen der vergangenen Saison.

Am Abend zuvor war das Team aufgetreten, als sei es schon beim Festakt vor dem Landesvater. Dabei sei man keinesfalls beeindruckt gewesen von der brodelnden Atmosphäre am Betzenberg, versicherte Mittelfeldmann van Bommel. Leicht empört klang er gar: "Wir haben das Champions-League Finale-gespielt. Wir hatten bei Manchester United ein 0:3 und sind zurückgekommen."

Sie waren eben doch beeindruckt, die jungen Bayern vor allem und der Rest, die Haudegen wie Van Bommel, Lahm und Bastian Schweinsteiger spielten sich mit fast harmonischen Ballstafetten in eine trügerische Sicherheit. "Wir waren nicht scharf genug in der vierten Phase unserer Angriffe", klagte Coach van Gaal. Heißt: Jeder noch so schöne Spielzug nützt nichts ohne den letzten Pass. Er sagte ein "sehr schwieriges Jahr" voraus, "was wir aber schaffen werden". Schon beim Sieg in letzter Minute gegen Wolfsburg am ersten Spieltag hatte sein Team die nötige Nerverstärke vor dem Tor allzu oft vermissen lassen.

Keine Panik beim Rekordmeister

Die Aufregung der Münchner hält sich aber noch in Grenzen. Auch, weil die Niederlage am Anfang der Spielzeit allenfalls als heilsamer Warnschuss eingestuft wird, nicht als erstes Anzeichen einer herannahenden Krise. Wer weiß, was passiert wäre, hätte Thomas Müller in der 24. Minute nach dem schönen Pass von Schweinsteiger ins Tor getroffen? Fast im Gegenzug fielen die Tore des FCK. Binnen 66 Sekunden bebte das Stadion und die Schützen Ivo Ilicevic (36.) und Srdjan Lakic (37.) ließen etwas vom "Betze-Feeling" aufkommen, das Kaiserslautern früher zum gefürchteten Rivalen der Bayern werden ließ.

Wer konnte denn ahnen, dass der Aufsteiger diesen "einen sauguten Tag" (FCK-Trainer Marco Kurz) erwischen würde, um so ein kleines Wunder herbeizukämpfen? Clubchef Stefan Kuntz stand vor Freude fast hyperventilierend am Spielfeldrand und erinnerte an dunkle Tage aus der Pfälzer Vereinsgeschichte: "Vor zweieinhalb Jahren waren die Bayern noch zu einem Benefizspiel hier." Hinter Kuntz winkten die Fans auf der Tribüne mit weißen Taschentüchern und höhnten dem Verlierer "Auf Wiedersehen" hinterher.

Trainer van Gaal sucht die Schuld bei Fifa und Uefa

"Wir haben nicht wirklich schlecht gespielt", so Trainer van Gaal. "Wir waren die bessere Mannschaft, aber wir waren nicht hundertprozentig fit, das ist ein Grund", sagte der Niederländer - und hatte schnell zwei Schuldige für die Misere gefunden: Michel Platini, den Chef des europäischen Fußball-Verbandes Uefa, und Sepp Blatter, den Chef des Weltverbandes Fifa, hätten ihm mit ihrer Terminplanung eine ordentliche Vorbereitung unmöglich gemacht. Schließlich folgte nach einer langen WM ein Länderspiel dem nächsten. "Es ist schwierig für einen Club wie Bayern, ins Gleichgewicht zu kommen", so van Gaal. Erst Ende Oktober, vielleicht im November könnte es besser werden. Genau in dieser Zeit wird auch der verletzte Torjäger Arjen Robben zurückerwartet, dessen offensive Ausbrüche dem Team schmerzlich fehlen.

Die Bayern erwiesen sich nicht als schlechte Verlierer, dieser Eindruck wäre grundlegend falsch. Man ärgerte sich kurz. Louis van Gaal lobte Lauterns Trainer Kurz, der Leidenschaft aus seinem Team gekitzelt habe: "Es war ein schönes Tor, das erste." Dieses 1:0 zusammen mit dem eiskalten 2:0 jedoch führte zum "Wahnsinnsabend" (Kurz), an dem der FCK den Beweis erbrachte, dass "Leidenschaft und Herz mehr Wert" sein können "als Qualität" (Verteidiger Florian Dick).

Die Pfalz genoss den Sieg und die Tabellenführung in vollen Zügen. "Wir haben gesehen, wie das Publikum reagiert, wenn sich eine Mannschaft so engagiert. Das werden auch noch andere hier erfahren", sagte Trainer Kurz. "Und jetzt kommen wir bis Montag wieder runter, vor uns liegt ein schwieriges Jahr mit einem großen Ziel - und das heißt Klassenerhalt."

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Mit nem Schnitt von 15.000 in Liga 3 wärt ihr doch gut dabei;) Werden auf jeden Fall ne Menge spannender Spiele. Ich denke vom Namen her, sollte es so bleiben, haben wir mit Chemnitz, Münster und Kassel drei Klasse [...] mehr...

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