Von Peter Ahrens
Hamburg - Felix Magath hasst jegliches Mittelmaß, aber genau da ist der FC Schalke nach all den Umbaumaßnahmen seines Trainers zum Saisonstart angekommen - bestenfalls. Nachdem der Verein zum Auftakt beim Hamburger SV bereits verloren hatte, ging auch die Heimpremiere der ambitionierten Gelsenkirchener gegen Hannover 96 mit 1:2 komplett daneben. Ausgerechnet der frühere Schalker Trainer Mirko Slomka stürzte Königsblau dabei in die Niederungen der Tabelle.
Das Magath-Team wirkte am Samstag vollständig verunsichert. Das betraf vor allem die neu formierte Abwehr um Christoph Metzelder, der zahlreiche Fehler produzierte und vom eigenen Publikum ausgepfiffen wurde. Aber auch die anderen Mannschaftsteile scheinen überhaupt noch nicht aufeinander eingestimmt zu sein. Der Superstar Raúl blieb blass, bekam wenige Bälle, auch sein Nebenmann im Sturm, Edu, strahlte keine Torgefahr aus. Im Mittelfeld fehlt ein Spielgestalter, Ivan Rakitic kann diese Rolle derzeit nicht ausfüllen. "Wir müssen jetzt während der Länderspielpause hart arbeiten, um die Stabilität ins Team zu bringen", sagte Magath anschließend.
Der Coach will bis zum Transferschluss am Dienstag noch mindestens zwei prominente Zugänge vorstellen - der neueste Name, der im Gespräch ist, ist der niederländische Nationalstürmer Klaas Jan Huntelaar, der beim AC Mailand keine Zukunft mehr hat. Huntelaar soll am Samstag bereits in Gelsenkirchen auf der Tribüne gesessen haben, Magath selbst wollte jedoch keinerlei Wasserstandsmeldungen abgeben.
Die Widerstände gegen den Trainer, die sich in den vergangenen Wochen im Verein aufgetan hatten, dürften jetzt noch an Vehemenz zunehmen. Am Sonntag muss der Coach zum Krisengespräch mit den Fanorganisationen, die den Kurs des Anheuerns und Feuerns, wie ihn Magath forciert, zuletzt scharf kritisiert hatten.
Hannover 96, von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, steht dagegen nach zwei Spieltagen und sechs Punkten fast an der Tabellenspitze. Die Niedersachsen waren der verdiente Sieger: Die Tore von Konstantin Rausch (34.) und Zugang Mohammed Abdellaoui (46.) spiegelten eine erstaunliche spielerische Reife des Teams wider, die nur wenige der Mannschaft von Slomka zugetraut hätten. Der Anschlusstreffer von Jermaine Jones (81.) für die Schalker kam zu spät.
Wolfsburg verliert ein sicher geglaubtes Spiel
Da, wo Hannover gerade steht, würde der VfL Wolfsburg liebend gern hin: Nach oben in der Tabelle. Dafür hat Manager Dieter Hoeneß zuletzt noch einmal 15 Millionen für den Brasilianer Diego ausgegeben - und gegen Mainz 05 schien sich das zunächst auch auszuzahlen. 3:0 führten die Wolfsburger und verloren am Ende dann doch noch 3:4.
Diego und Dzeko - das klingt nicht nur ähnlich, das soll für den VfL auch zur Erfolgsformel dieser Spielzeit werden. Der prominente Zugang aus Brasilien, der eine ganz schwache Saison bei Juventus Turin hinter sich hat und der bosnische Stürmer, der am liebsten längst woanders, nämlich in Italien spielen würde - bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt gegen Mainz ließen sie in den ersten 45 Minuten die Negativschlagzeilen der Vergangenheit vergessen.
Dass es dennoch zum Sieg nicht reichte, lag an einer sehr schwachen Defensive, die den Mainzern nach dem scheinbar sicheren 3:0 durch zwei Tore von Dzeko und einen Diego-Treffer noch die Aufholjagd gestattete. In der zweiten Hälfte tauchten aber dann auch Dzeko und Diego komplett unter. Die Mainzer drehten plötzlich auf: Rasmussen, Soto, Schürrle und Szalai deckten die Schwächen in der VfL-Verteidigung gnadenlos auf und drehten das Spiel. Der bisherige Spielmacher des VfL, Zvejdan Misimovic, gehörte dem Kader übrigens nicht mehr an, sein Abgang aus Wolfsburg scheint sicher.
Große Ziele hat auch der Hamburger SV, und bisher läuft für die Mannschaft von Armin Veh alles nach Plan. Nach dem Auftaktsieg gegen Schalke siegten die Norddeutschen auch bei Eintracht Frankfurt 3:1. Den Frankfurter Führungstreffer durch Halil Altintop (38.) glich HSV-Abwehrchef Joris Mathijsen (61.) aus. Matchwinner war wie bereits gegen Schalke Starstürmer Ruud van Nistelrooy. Er traf in der 81. Minute, nachdem er sich zuvor schon zahlreiche Torgelegenheiten herausgearbeitet hatte. Paolo Guerrero setzte in der 85. Minute den Schlusspunkt.
Leichtes Spiel für Werder
Nord-Rivale Werder Bremen hatte einen lockeren Arbeitstag. Gegen den 1. FC Köln siegte Werder nach Toren von Marko Arnautovic, der zweimal traf, Torsten Frings per Foulelfmeter und Hugo Almeida 4:2. Bei den Kölnern konnte sich nach langer Zeit mal wieder Nationalspieler Lukas Podolski in die Torschützenliste eintragen, den zweiten Treffer machte Kevin McKenna in der Schlussminute. Ansonsten präsentierten sich die Rheinländer allerdings als harmlose Gäste, die vor allem in der Abwehr Riesenlücken offenbarten. Mit dem 2:4 waren die Kölner noch bestens bedient.
Wie Köln werden auch der 1. FC Nürnberg und der SC Freiburg als potentielle Anwärter für den Abstieg gehandelt - im direkten Duell erwiesen sich die Freiburger Gäste als das stärkere Team. Nach der frühen Führung des "Clubs" durch Julian Schieber (15.) drehte die Freiburger Sturmspitze Papiss Cissé (39. Foulelfmeter, 53.) beim 2:1-Auswärtssieg mit zwei Toren das Spiel.
Auf anderen Social Networks posten:
..."Englisch-Sprechen-Rekord" von Lothar Matthäus und Günther Hermann Oettinger hat er bereits übertroffen ;-). mehr...
Ach zu den Ligatheorien der Experten noch eins, besonders Roccker schwärmt ja immer von der guten alten Zeit und da war alles anders. Real Madrid holt unter di Stefano den Grossteil seiner CL Trophäen und war lange von der [...] mehr...
...und vorher in Aalen. mehr...
Mit nem Schnitt von 15.000 in Liga 3 wärt ihr doch gut dabei;) Werden auf jeden Fall ne Menge spannender Spiele. Ich denke vom Namen her, sollte es so bleiben, haben wir mit Chemnitz, Münster und Kassel drei Klasse [...] mehr...
Wie meinen? Momentan spielt doch der immer noch in Ingolstadt. mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fußball | RSS |
| alles zum Thema Fußball-Bundesliga | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH