Hamburg - Während die Fans ihre Mannschaft feierten, schlichen die Spieler des FC St. Pauli niedergeschlagen vom Platz. Das erste Bundesliga-Heimspiel des Hamburger Stadtteilclubs seit acht Jahren sollte eine große Party werden. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung auf den Tribünen und entsprechend engagiert gingen die Spieler von Trainer Holger Stanislawski zu Werke. Es wäre wohl auch ein gelungener Abend geworden, wenn es auf Seiten der TSG 1899 Hoffenheim nicht einen Spielverderber namens Isaac Vorsah gegeben hätte, der das entscheidende Tor zum 1:0 für die Gäste erzielte.
Es war die 87. Minute vor 23.794 Zuschauern im Millerntorstadion. Bis dahin war St. Pauli das bessere Team, das Remis für Hoffenheim zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaft, als Sejad Salihovic eine Ecke vor das Tor der Gastgeber zog und Vorsah aus kurzer Distanz den Ball über die Linie drückte. Nach dem 4:1-Auftaktsieg über Werder Bremen war es für die TSG der zweite Sieg im zweiten Spiel. Hoffenheim steht nun punkt- und torgleich mit dem 1. FC Kaiserslautern an der Tabellenspitze.
Dabei hatte die erste Halbzeit verheißungsvoll für St. Pauli begonnen. Nach einem Freistoß von Rouwen Hennings hatte Fabian Boll per Kopf die Möglichkeit zur Führung, traf aber nur die Latte. Vor allem bei Standardsituationen waren die Gastgeber gefährlich. Mehrfach hatte die Hoffenheimer Abwehr bei Ecken oder Freistößen der Hamburger viel Mühe. So konnte Gäste-Torwart Tom Starke in der 19. Minute gerade noch den Rückstand verhindern, als St. Paulis Torjäger Marius Ebbers mit einem schnell ausgeführten Freistoß Deniz Naki bediente, dessen Schuss Hoffenheims Keeper gerade noch per Fußabwehr parieren konnte.
Nur eine Hoffenheim-Chance in Halbzeit eins
Dagegen sorgte das Team von TSG-Trainer Ralf Rangnick in der ersten Halbzeit kaum für gefährliche Angriffsaktionen. Nur ein Distanzschuss von Demba Ba in der 28. Minute brachte St. Paulis Torwart Mathias Hain in Verlegenheit, als der den Ball abprallen ließ. Die Situation blieb jedoch ohne Folgen.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Die Gastgeber erspielten sich wieder aussichtsreiche Torgelegenheiten. Ein erster guter Angriff über Ebbers und Hennings wurde wegen Abseitsposition abgepfiffen (48.), die nächste Chance vergab Boll am Fünfmeterraum (51.). Im Gegenzug ließ dann Hoffenheim seine bis dahin größte Möglichkeit aus. Nachdem sich Hain beim Herauslaufen verschätzt und nicht weit genug geklärt hatte, verfehlte Vedad Ibisevic aus 30 Metern das Tor nur knapp (52.).
Das Rangnick-Team spielte nun zwar gefällig mit, konnte sich aber vor dem Hamburger Tor nicht entscheidend in Szene setzen. Ein Tor des eingewechselten Boris Vukcevic gab Schiedsrichter Manuel Gräfe wegen Abseits nicht (73.), nachdem Hain einen Freistoß von Salihovic nicht festgehalten hatte.
Nachdem die Gastgeber in Person von Ebbers (76.) und Matthias Lehmann (77.) zwei weitere Chancen vergaben, deutete alles bereits auf ein torloses Unentschieden hin - bis Vorsah zuschlug. Direkt nach Wiederanstoß hatte Boll zwar die Möglichkeit zum 1:1, zog aber links vorbei.
"Wir haben nicht schlecht gespielt und müssen unsere Lehren aus so einem Spiel ziehen. Wir hatten den Willen, dieses Spiel zu gewinnen", sagte St.-Pauli-Coach Stanislawski.
FC St. Pauli - 1899 Hoffenheim 0:1 (0:0)
0:1 Vorsah (87.)
St. Pauli: Hain - Rothenbach, Zambrano, Thorandt, Oczipka - Boll, Lehmann - Bruns (64. Bartels), Hennings (71. Sukuta-Pasu), Naki (81. Kruse) - Ebbers
Hoffenheim: Starke - Beck, Simunic, Vorsah, Compper - Gustavo - Weis (70. Vukcevic), Salihovic - Mlapa (89. Rudy), Ibisevic, Ba (62. Tagoe)
Schiedsrichter: Gräfe
Zuschauer: 24.850 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Bartels, Boll
ham/sid/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fußball | RSS |
| alles zum Thema Fußball-Bundesliga | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH