Hamburg - Von Mailand über Barcelona zurück nach Mailand: Zlatan Ibrahimovic hat für den wohl spektakulärsten Transfer dieses Fußball-Sommers gesorgt. Der Schwede verlässt drei Tage vor dem Ende der Wechselfrist den FC Barcelona und geht auf Leihbasis zum AC Mailand. Die Italiener haben sich zudem eine Kaufoption auf den 28-Jährigen gesichert und können ihn in der kommenden Spielzeit für 24 Millionen Euro verpflichten.
Ibrahimovic war erst im vergangenen Jahr von Milans Lokalrivalen Inter zum spanischen Spitzenclub gewechselt. Damals hatte Barça 46 Millionen Euro bezahlt und Samuel Eto'o im Tausch nach Mailand abgegeben. Zuvor hatte Ibrahimovic auch schon bei Juventus Turin in der Serie A gespielt. In Barcelona hatte es der Angreifer in allen Wettbewerben zusammen auf 21 Tore gebracht. Dennoch konnte er sich nie vollständig an das Spielsystem der Katalanen gewöhnen. Nachdem Barça für diese Saison den spanischen Nationalstürmer David Villa für 40 Millionen Euro vom FC Valencia gekauft hatte, sah Ibrahimovic keine Perspektive mehr in Barcelona.
Ein anderer Top-Stürmer hingegen wird wohl von Italien nach Spanien gehen: David Trezeguet verlässt nach zehn Jahren Rekordmeister Juventus Turin und steht Medienberichten zu Folge vor einem Wechsel zum spanischen Erstliga-Aufsteiger Hercules Alicante. Wie die Turiner am Samstag auf ihrer Internetseite mitteilten, wurde der Vertrag mit dem französischen Angreifer in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst.
Nicolas Burdisso wird Inter Mailand verlassen und zum AS Rom wechseln. Der argentinische Nationalspieler, der für die "Albiceleste" bei der WM in Südafrika aufgelaufen war, unterschrieb beim Vize-Meister einen Vierjahresvertrag. Die Römer zahlen für den Abwehrspieler eine Ablösesumme von acht Millionen Euro.
Der englische Rekordmeister FC Liverpool hat Ersatz für den zum FC Barcelona abgewanderten Javier Mascherano gefunden. Vom FC Porto wechselt der portugiesische Nationalspieler Raul Meireles an die Anfield Road. Die "Reds" müssen für den 27 Jahre alten Mittelfeldspieler rund 13 Millionen Euro überweisen.
Premier-League-Aufsteiger Newcastle United hat den französischen Nationalspieler Hatem Ben Arfa für ein Jahr von Olympique Marseille ausgeliehen. Der 23 Jahre alte Offensivspieler war auch als möglicher Neuzugang beim Bundesligisten Werder Bremen im Gespräch gewesen.
Der weißrussische Nationalspieler Anton Putsilo wechselt früher als geplant zum Bundesligisten SC Freiburg. Der 23-Jährige, der ursprünglich einen Vertrag ab Januar 2011 beim Bundesligisten unterschrieben hatte, kommt per sofort zum SC. Nach Angaben seines bisherigen Clubs Dinamo Minsk einigten sich beide Vereine auf diesen vorgezogenen Wechsel. Im Auswahlteam seines Landes brachte es Offensivspieler Putsilo bislang auf 13 Einsätze und drei Tore.
Gut eine Woche nach der Verhängung einer einmonatigen Sperre für Nationaltrainer Carlos Queiroz hat der portugiesische Fußballverband (FPF) ein weiteres Verfahren gegen den Coach eingeleitet. Dabei geht es um Vorwürfe, die Queiroz gegen den FPF-Vizepräsidenten Amândio de Carvalho erhoben hatte. Der Trainer hatte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Expresso" behauptet, Carvalho stehe an der Spitze einer Verschwörung, die es auf eine Entlassung des Nationaltrainers abgesehen habe.
Zuvor hatte der Verband dem Coach wegen einer Doping-Affäre eine einmonatige Sperre aufgebrummt. Der 57 Jahre alte Queiroz soll im Trainingslager vor der WM in Südafrika Vertreter der portugiesischen Anti-Doping-Agentur wüst beschimpft haben.
Das Trainerkarussell in der brasilianischen Liga dreht sich munter weiter. Bei Meister Flamengo Rio de Janeiro, der auf Rang zehn abgerutscht ist, musste nun Rogerio Lourenco seinen Hut nehmen. Favorit auf die Nachfolge ist der ehemalige Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira, der zuletzt Gastgeber Südafrika bei der WM betreute. Zudem wurde Emerson Leao, ebenfalls einstmals Coach der brasilianischen Auswahl, bei Schlusslicht Goias EC gefeuert. Nach 16 der insgesamt 38 Spieltagen gab es damit schon 13 Entlassungen. Fünf weitere Trainer wechselten seit dem Saisonbeginn im Mai aus eigenem Willen den Club. Atletico Goianiense, Ceara Fortaleza und Palmeiras Sao Paulo haben dabei bereits den dritten Chefcoach in der laufenden Meisterschaft auf der Bank sitzen.
ham/sid/dpa
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