Frage: Herr Adorf, was machen Sie auf St. Pauli?
Adorf: Ich spiele in dem Film "Gegengerade" einen Bierbudenbesitzer, der seinen Laden direkt hinter der Tribüne am Millerntor hat. Einen alten Paulianer, der einst selber für den Club gekickt hat.
Frage: Sie werden am 8. September 80 Jahre alt. Welche war die Mannschaft Ihrer Jugend?
Adorf: Mein Lieblings-Club war das Nachkriegs-Schalke: Fritz Szepan, Ernst Kuzorra und Berni Klodt. Damals bereits alte Männer, alle über 40, die aber noch spielten. Ich wohnte in der Eifel, und als ein Freundschaftsspiel in Koblenz anstand, bin ich hin. Die blauen Hemden und die weißen Hosen fand ich sehr attraktiv.
Frage: Welche Bedeutung hatte der Fußball damals?
Adorf: Schon im Krieg gab es einen Fußballfilm, der großen Einfluss auf mich hatte. Das war "Das große Spiel" mit René Deltgen. Ich habe nachher bis zur B-Jugend bei Rheinland Mayen gespielt. Es war ein riesiges Problem, an Lederbälle zu kommen. Es mangelte an allem, auch an der richtigen Kleidung.
Frage: Auf welcher Position haben Sie gespielt?
Adorf: Torwart. Natürlich gab es noch keine Grasplätze, sondern nur Asche oder Sand. Doch zum Glück war meine Mutter Schneiderin und hat mir eine gepolsterte Torwarthose genäht. Sie hat mir sogar Knieschützer gemacht, aus einem alten Hüfthalter.
Frage: Sie waren also der am besten ausgestattete deutsche Torwart?
Adorf: Wahrscheinlich, aber ich schämte mich auch ein bisschen. Denn die Knieschützer waren nicht weiß oder schwarz, sondern rosa!
Frage: Wie gelangten Sie zu Spielen in der näheren Umgebung?
Adorf: Wir fuhren mit holzgasbetriebenen Lastwagen, die ganze Mannschaft hintendrauf, bei jedem Wind und Wetter. Die Fahrzeuge stanken gewaltig, wir haben trotzdem immer gesungen. Einmal, unterwegs nach Andernach, erlitten wir dabei eine kollektive Rauchvergiftung.
Frage: Wie endete die Partie?
Adorf: Wir stiegen vom Wagen, torkelten auf den Platz, husteten die ganze Zeit. Wir haben 3:9 verloren. Und ich war der Torwart. Mir wurde zwar von allen bescheinigt, dass es mein bestes Spiel gewesen sei, aber es war trotzdem das Ende meiner Laufbahn. Ich bin dann in die Boxstaffel gewechselt.
Frage: Haben Sie nie wieder Fußball gespielt?
Adorf: Später bin ich für den FC Schmiere aufgelaufen, gegründet von Dieter Hildebrandt und Sammy Drechsel von der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Da haben wir sogar einmal gegen die alte Weltmeisterelf gespielt - oder was davon noch übrig war: Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Liebrich und Horst Eckel.
Frage: Wie haben Sie das Millerntor wahrgenommen?
Adorf: Durch Erzählungen eines Hamburger Freundes als Kultstätte, vergleichbar mit dem Aachener Tivoli oder dem Bökelberg. In Gladbach habe ich noch Ewald Lienen spielen sehen! Es gab immer Spieler, die mich besonders beeindruckt haben, und das waren nicht unbedingt die großen Stars.
Frage: Wann kehren Sie nach St. Pauli zurück?
Adorf: Zur Premiere von "Gegengerade" im Frühjahr. Und außerdem bin ich eingeladen zum Spiel gegen die Bayern.
Die Fragen stellte Thorsten Schaar
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Heute hat der Verein SV Rheinland Mayen, gegründet 1914, zwei Herren-Manschaften in der Kreisliga, und jeweils eine mänliche und weibliche B-Jugend, sowie eine D-Jugend. Der starke Verein in Mayen ist heute der TUS Mayen. mehr...
Bin gespannt auf den Film. mehr...
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