Von Peter Ahrens
Philipp Lahm gäbe einen guten Außenminister ab. Wenn der Zurzeit-Kapitän der deutschen Nationalmannschaft den Medien Rede und Antwort steht, dann ist jedes Wort abgewogen, da ist kein Gramm zu viel. Am Donnerstag bei der DFB-Pressekonferenz in Brüssel bedenkt Lahm den belgischen Gegner der DFB-Elf (Freitag 20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) artig mit Komplimenten, die Stärken des eigenen Teams werden betont, ein paar selbstkritische Bemerkungen zur derzeitigen Form eingestreut - hier ist ein Fußballer im diplomatischen Dienst unterwegs. Da wundert es denn auch nicht, dass er auch den Beschluss von Bundestrainer Joachim Löw zur strittigen Kapitänsfrage klaglos hingenommen hat.
"Entscheidungen des Trainers muss man akzeptieren, das lernt man im Fußball von klein auf", betont der Bayern-Verteidiger, für ihn ändere sich durch den Löw-Entscheid, Michael Ballack pro forma zum neuen alten Kapitän zu ernennen, "nichts Großartiges". Er zähle sich weiterhin "zu denen, die auf dem Feld Verantwortung tragen", schließlich könne er ja auch bereits auf mehr als 70 Länderspiele verweisen. Grundsätzlich sei es eine "große Ehre", die Mannschaft in den beiden kommenden Aufgaben gegen Belgien und Aserbaidschan als Kapitän aufs Feld zu führen. Den Konkurrenten Ballack erwähnt er mit keinem Wort.
Lahm gibt sich selten eine Blöße - auf dem Platz als Außenverteidiger nicht und auch nicht im Umgang mit den Medien. Der 26-Jährige weiß genau, was er wann zu sagen hat und wann er besser seinen Mund hält. Als er im Vorjahr seinen Arbeitgeber, den FC Bayern München, in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" kritisierte, war das ein gezielter, mit Lahms Berater Roman Grill abgestimmter Gang an die Öffentlichkeit. Der genau die Wirkung erzielte, die Lahm beabsichtigte. Er wurde als führungsstark wahrgenommen, als einer, der auch mal Unbequemes ausspricht, und nebenbei trug er noch dazu bei, dass sein Team aufgerüttelt wurde. Es kann ein Zufall sein, dass der sportliche Aufschwung des FC Bayern in der Vorsaison genau in jenen Wochen seinen Anfang nahm, nachdem das Lahm-Interview für Aufregung gesorgt hatte. Für Lahm passte es perfekt in seinen Karriereplan.
Der kühl kalkulierende Profi
So mag man dem 26-Jährigen auch nicht wirklich abnehmen, wenn er seinen überraschenden Vorstoß in der Kapitänsfrage vom Juli wiederholt damit begründet hatte, er habe lediglich auf eine Journalistenfrage die aus seiner Sicht ebenso harmlose wie logische Antwort gegeben, das Amt habe ihm Spaß gemacht und er wolle es gerne weiterführen. Wer das ausgeklügelte System kennt, das ein Zitat eines Nationalspielers beim DFB durchläuft, bis es tatsächlich zur Veröffentlichung freigegeben ist, kann sich bis heute nicht vorstellen, dass Lahms damalige Äußerungen und deren Folgen nicht zuvor beim DFB schon durchdiskutiert wurden, bevor sie das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Der Bayern-Verteidiger ist ein kühl kalkulierender Profi, er hat den Beruf des Fußballspielers nie vorrangig als einen Bauch-Job verstanden. Man würde ihn niemals als Instinktfußballer bezeichnen. Lahm ist der Typ des intelligenten Profis. Daher hat es ihn auch keine große Mühe gekostet, die Entscheidung Löws nicht als Zurücksetzung zu empfinden. Lahm weiß, dass das WM-Turnier die Gewichte in der Mannschaft zu seinen Gunsten verlagert hat. Lahm muss sich um das Vertrauen des Bundestrainers nicht sorgen. Er hat über Jahre zuverlässig Leistung gebracht, ist zudem bisher von dem Pech verschont geblieben, das Ballack vor der WM ereilt hat. Lahm ist in der Nationalelf gesetzt. Als faktischer Kapitän in den nächsten beiden Spielen, als gefühlter Kapitän bei dem, was danach kommt.
Für Lahm spielt die Zeit
Philipp Lahm ist eine Führungskraft nach dem löwschen Wunschbild: Einer, der seine Ansprüche nicht durch Lautstärke dokumentiert, um sein Vorankommen zu forcieren. Er hat daran gearbeitet, Everybody's Darling zu sein. Es ist eine Beliebtheit bis an die Grenze zur Beliebigkeit.
Gegenüber Ballack hat er zudem den unwiederbringlichen Vorteil, sieben Jahre jünger zu sein. Irgendwann dazwischen ist eine neue Fußballgeneration entstanden, Lahm kann sich noch zu ihr zählen, Ballack nicht mehr. Dass der Leverkusener zudem daheim noch mühsam auf Formsuche ist und keiner weiß, ob er wieder zu alter Stärke finden wird, kann der Rivale vom FC Bayern ganz gelassen abwarten. Für ihn spielt die Zeit. Er wird bei der nächsten Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien 30 Jahre alt sein.
Dann hat Michael Ballack seine DFB-Karriere lange beendet.
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Auch hier sind wir wieder absolut nicht einer Meinung. Die ganz kleinen Zwerge gibt es bei keiner WM mehr. Das sieht man auch an den Ergebnissen. Kantersiege gibt es keine mehr. Das letzte ganz hohe Ergebnis war, wenn ich mich [...] mehr...
Sie vermischen da zwei Sachen.., bzw. bringen unnötig die Politik darein. Also, dass es ein Integrationsproblem draußen besonders in Großstädten in den sogennanten Ghettos gibt, das gibt es. Inzwischen haben es auch die Grünen [...] mehr...
Kroatien, Irland und Tschechien werden das EM-Teilnehmerfeld vervollständigen. Nur bei Bosnien-H. - Portugal fällt die Prognose schwer. Ich tippe mal auf Dzeko & Co., die waren gegen die Franzosen schon ganz nah dran. mehr...
Doch, das EM-Turnier wird interessanter werden und ich würde sagen, vielleicht einen Tick schwieriger. Denn, so krasse Aussenseiter wie bei einer WM, wo es immer so Teams wie Jamaica, Trinidad & Tobago, etc..gibt, wird es [...] mehr...
Stimmt Götze spielt ja nie für die deutsche NM und daran ist nur Özil Schuld, oder? Hach nein stimmt ja gar nicht er spielt.. Und sei meinen den Schürrle, der beim letzten Spiel zusammen mit Özil gespielt hat? ---Zitat--- [...] mehr...
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