Hamburg - Mittelfeldspieler Diego vom Bundesligisten VfL Wolfsburg hat schwere Vorwürfe in Richtung seines ehemaligen Arbeitgebers Juventus Turin erhoben. Der brasilianische Spielmacher fühlt sich von den Italienern verschaukelt. Coach Luigi Delneri habe ihm versichert, dass er ein Eckpfeiler der neuen Mannschaft sei, kurz daraufhin sei er aber verkauft worden. "Sportdirektor Giuseppe Marotta hat im Schatten gearbeitet, um mich zu verkaufen. Er will nur Italiener im Kader haben, doch das ist ein falscher Weg. Große Mannschaften baut man mit Top-Spielern auf, man berücksichtigt dabei nicht die Staatsangehörigkeit", sagte Diego.
Juve habe Fehler beim Kauf neuer Spieler gemacht. "Der Verein hat viele gute Spieler, aber kein Ass gekauft. Der neue Direktor hat wahrscheinlich noch nicht begriffen, was es bedeutet, an Juves Spitze zu stehen. Er hat im Grunde niemals mit Top-Clubs gearbeitet", sagte Diego. Sein Verkauf sei für Juventus ein großer finanzieller Verlust gewesen. "Wenn Marotta anders gehandelt und wir gemeinsam am Transfer gearbeitet hätten, hätte Juve viele Millionen mehr als die 15 Millionen kassiert, die Wolfsburg gezahlt hat. So hat Juventus viel Geld verschwendet, einen Berg von Geld", sagte der 25-Jährige.
Der niederländische Nationaltrainer Bert van Marwijk kann sich die schwere Oberschenkelverletzung von Arjen Robben vom FC Bayern München nicht erklären. Der ehemalige Cheftrainer von Borussia Dortmund wies die Kritik des Deutschen Rekordmeisters zurück, der königlich-niederländische Verband KNVB sei fahrlässig mit einer Blessur des Bayern-Spielers umgegangen, die dieser im Vorfeld der WM in Südafrika erlitten hatte. "Ich habe gehört, dass Arjen längere Zeit ausfällt. Ich kann zur Verletzung nichts sagen. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass wir sehr vorsichtig mit ihm während der WM umgegangen sind. Es ist mysteriös, was mit ihm passiert ist", sagte van Marwijk.
Zum Thema, wer nach dem Abgang von Giovanni van Bronckhorst neuer Kapitän sein wird, wusste er aber mehr. Mark van Bommel wird die holländische Nationalmannschaft demnächst aufs Spielfeld führen. "Wir haben es kurz im Trainerstab diskutiert und dann entschieden. Mark ist im richtigen Alter und in der richtigen Position, außerdem macht er den Job auch bei Bayern München und war Kapitän beim PSV Eindhoven", sagte Marwijk.
Felix Magath hat seine umstrittene Einkaufspolitik verteidigt und die hohen Ausgaben von insgesamt rund 35 Millionen Euro für neue Spieler gerechtfertigt. "Wir haben die sportliche Qualität erhöht und zugleich Gehaltskosten reduziert", sagte der Trainer und Manager des FC Schalke 04 im "Kicker". Wenn man Investitionen für die 14 Zugänge und die Einnahmen und Gehaltseinsparungen durch die 15 abgegebenen Profis gegeneinander aufrechne, stehe unter dem Strich einen gute Transferbilanz. Man habe "ziemlich genau nur die zehn Millionen Euro investiert, die der Aufsichtsrat am Anfang genehmigen wollte". Zuvor hatte sein Kollege vom FC Bayern München, Christian Nerlinger, die Schalker Transferpolitik kritisiert: "Wenn ich sehe, was sich in den letzten 24 Stunden auf Schalke getan hat. Das ist für mich ein noch nie dagewesener Transferaktionismus."
Michael Ballack hat sich am Donnerstagmorgen krank vom Training beim Bundesligisten Bayer Leverkusen abgemeldet. Clubsprecher Dirk Mesch bestätigte, dass der Mittelfeldspieler unter einer Magen-Darm-Infektion leide. Die Beschwerden hätten sich über Nacht eingestellt. Noch ist unklar, ob Ballack wie geplant beim Testspiel am Freitag in Wuppertal gegen den FC Schalke 04 teilnehmen kann. Dort sollte der lange am Fuß verletzte Mittelfeldspieler eigentlich weitere Spielpraxis sammeln.
ckl/dpa/sid
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