Am Dienstag im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird wieder mal Heiko Westermann auf links spielen müssen. Man unterstellt dem Hamburger vermutlich nichts Falsches, wenn man seine Vorfreude auf diesen Einsatz für übersichtlich hält. Westermann sieht sich als Innenverteidiger, und man muss ihm auch zugestehen, dass er auf dieser Position am besten spielt.
Im Sommer wechselte er nicht zuletzt deshalb von Schalke 04 zum Hamburger SV, weil ihm dort ein Arbeitsplatz im Abwehrzentrum zugesagt wurde. Doch weil sein Mannschaftskamerad Marcell Jansen verletzt ist, wird Westermann in der DFB-Elf wieder einmal nach Außen rücken und als Linksverteidiger aushelfen müssen.
Er nimmt damit den Platz auf der Dauerbaustelle in der sonst so prächtigen deutschen Nationalmannschaft ein. Schuld daran, dass es sie gibt, ist Louis van Gaal. Seit er beim FC Bayern den Rechtsfüßler Philipp Lahm auf die seiner Meinung nach richtige, also rechte Abwehrseite versetzte, ist er für Deutschland als Linksverteidiger verloren. Weil Lahm sich rechts eingespielt hat, blieb Löw nichts anderes übrig, als ihn ebenfalls dort einzusetzen. Seither ringt der Bundestrainer mit einem Vakuum auf links.
Bei der Weltmeisterschaft übernahm nach der Pleite mit Holger Badstuber im Spiel gegen Serbien der im Moment verletzte Jérôme Boateng den Job auf der linken Seite. Auch der Verteidiger von Manchester City vermittelte meistens den Eindruck, dass er langfristig wohl besser in der Innenverteidigung aufgehoben ist.
Jansen hingegen ist zwar auf den Job als linker Verteidiger spezialisiert, offenbart aber bei aller Dynamik immer wieder Mängel in der Defensive, wie man am Freitag beim 1:0-Sieg über Belgien in Brüssel sehen konnte. Und Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg, der nach längerer Pause beim Interimsländerspiel in Dänemark links hinten eingesetzt worden war, fiel in Kopenhagen glatt durch.
Das Angebot an guten Linksverteidigern ist begrenzt
Verblüffend ist, dass die Besetzung dieser Position nicht nur ein Nationalmannschafts-Problem ist, sondern ein allgemeines. Der FC Bayern suchte im Sommer auf dem Transfermarkt einen passenden Mann für den Job, auf dem mit Badstuber im Vorjahr ebenfalls ein gelernter Innenverteidiger aushalf. In der Bundesliga fand sich niemand, ein Mann mit herausragenden Fähigkeiten war nicht aufgefallen.
Die Position des linken Verteidigers ist mit ihren Anforderungen an taktisches Geschick in Defensive und Offensive sowie den hohen physischen Ansprüchen, eine ganze Spielfeldseite zu beackern, enorm anspruchsvoll. Wie die Zahl der Linkshänder zwischen zehn und 15 Prozent liegt, gibt es prozentual gesehen auch weniger Links- als Rechtsfüßler. Und selbst wenn die Spieler heute beidfüßig ausgebildet werden, ist das Angebot links immer noch kleiner als auf der anderen Seite des Platzes.
Auch international wurden die Bayern nicht fündig, obwohl sie mit einer Verpflichtung des Holländers Gregory van der Wiel liebäugelten, der aber eigentlich auch Rechtsverteidiger ist. Sollte es beim FC Bayern also dem hochtalentierten Youngster Diego Contento wirklich gelingen, sich in dieser Saison als Linksverteidiger auf höchstem Niveau durchzusetzen, hat er sämtliche Möglichkeiten.
Als Klassespieler würde der Deutsch-Italiener, der sich noch nicht entschieden hat, für welches Land er auflaufen möchte, auf einen leergefegten Markt treffen. Oder anders gesagt: Wer gerade seine Karriere im Berufsfußball plant und das Talent dazu hat, sollte unbedingt Linksverteidiger werden. Dort kommt man schneller zu einem der ganz großen Clubs als jeder Goalgetter, Dribbler oder Spielmacher.
Das zeigt auch der Blick auf die großen Nationalteams. In der Mannschaft des Weltmeisters Spanien etwa war Joan Capdevila vom FC Villareal der bei weitem unauffälligste Spieler. Bei Brasilien blieb Michel Bastos aus Lyon wenig in Erinnerung, bei Argentinien ist Gabriel Heinze schon am Ende seiner Karriere angekommen, was für Giovanni van Bronckhorst beim holländischen WM-Zweiten ebenfalls gilt. Der beste Linksverteidiger der vergangenen Saison war Javier Zanetti vom Champions-League-Sieger Inter Mailand, den Diego Maradona aus rätselhaften Gründen nicht für die WM nominierte. Allerdings wurde Zanetti kürzlich schon 37 Jahre alt.
Am Dienstag in Köln gegen Aserbaidschan wird es kaum von entscheidender Bedeutung sein, wer bei Deutschland hinten links verteidigt, denn die Mannschaft von Trainer Berti Vogts wird diese potentielle Schwachstelle kaum ausnutzen können. Doch wenn die linke Abwehrseite sich in einer der nächsten Partien als Problemzone erweist, wird Joachim Löw vermutlich noch mehr auf Contento hoffen - und darauf, dass dieser sich nicht für Italien entscheidet.
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Auch hier sind wir wieder absolut nicht einer Meinung. Die ganz kleinen Zwerge gibt es bei keiner WM mehr. Das sieht man auch an den Ergebnissen. Kantersiege gibt es keine mehr. Das letzte ganz hohe Ergebnis war, wenn ich mich [...] mehr...
Sie vermischen da zwei Sachen.., bzw. bringen unnötig die Politik darein. Also, dass es ein Integrationsproblem draußen besonders in Großstädten in den sogennanten Ghettos gibt, das gibt es. Inzwischen haben es auch die Grünen [...] mehr...
Kroatien, Irland und Tschechien werden das EM-Teilnehmerfeld vervollständigen. Nur bei Bosnien-H. - Portugal fällt die Prognose schwer. Ich tippe mal auf Dzeko & Co., die waren gegen die Franzosen schon ganz nah dran. mehr...
Doch, das EM-Turnier wird interessanter werden und ich würde sagen, vielleicht einen Tick schwieriger. Denn, so krasse Aussenseiter wie bei einer WM, wo es immer so Teams wie Jamaica, Trinidad & Tobago, etc..gibt, wird es [...] mehr...
Stimmt Götze spielt ja nie für die deutsche NM und daran ist nur Özil Schuld, oder? Hach nein stimmt ja gar nicht er spielt.. Und sei meinen den Schürrle, der beim letzten Spiel zusammen mit Özil gespielt hat? ---Zitat--- [...] mehr...
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