Hamburg - Michael Ballack hat die Nähe seines neue Arbeitgebers Bayer Leverkusen genutzt und der DFB-Elf in deren Quartier in Köln einen Kurzbesuch abgestattet. "Wir haben zusammen einen Kaffee getrunken", sagte Joachim Löw. Über den Inhalt des Gesprächs wollte der Bundestrainer anschließend keine Auskunft geben. Angesprochen auf einen möglichen Rücktritt Ballacks sagte Löw: "Ich gehe zu einhundert Prozent davon aus, dass Michael Ballack nicht zurücktritt. Ich wüsste auch nicht, warum er das tun sollte?" Löw machte aber erneut deutlich: "Es gibt einen Konkurrenzkampf, da muss sich jeder Spieler beweisen."
Das gilt am Dienstag im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan in Köln (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) besonders für Lukas Podolski, der beim 1:0-Sieg gegen Belgien nicht hatte überzeugen können, aber dennoch in der Startelf stehen wird. "Ich weiß, dass es in Belgien nicht optimal für mich lief. Aber wenn ich meine Form wiederfinde, wird es schwer sein, an mir vorbeizukommen", sagte Podolski in der DFB-Pressekonferenz angesichts der Konkurrenz durch Toni Kroos und Marko Marin. Schließlich hatte Löw vorher noch die "Reife" von Kroos gelobt und dass Marin einer sei, "der Aserbaidschan vor Probleme stellen kann". Kroos selbst hatte dem "Kicker" gesagt: "Konkurrent ist jeder Spieler, der da spielt, wo ich spielen kann. Es ist kein Geheimnis, dass ich links spielen kann. Wenn man das Gefühl hat, seinen Aufgaben gewachsen zu sein, dann will man auch spielen. Es doch normal, dass man so ehrgeizig ist."
"Hochkonzentriert spielen und Aserbaidschan ernst nehmen"
Für Löw wird es überdies darum gehen, seine Mannschaft auf einen Gegner einzustellen, bei dem in Deutschland bislang eher über die Höhe des Sieges als eine mögliche Niederlage spekuliert wurde. "Drei Punkte sind einkalkuliert", sagte Löw, "aber wir müssen hochkonzentriert spielen und Aserbaidschan ernst nehmen. So eine Mannschaft hat nichts zu verlieren und lebt von ihrem Einsatzwillen".
Tags zuvor hatte Stürmer Miroslav Klose zugegeben, dass die Motivation gegen so eine Mannschaft nicht dieselbe sei wie gegen England oder Argentinien. Löw sagte aber, sein Eindruck in der Vorbereitung und den Gesprächen sei gewesen: "Die Spieler sind gewillt, dieses Spiel ernstzunehmen." Löw setzt dabei auf die Startelf aus der Partie gegen Belgien mit Ausnahme des verletzten Marcell Jansen, für den Heiko Westermann auflaufen soll.
Schwierig könnte die Partie indes für Manuel Neuer werden, der trotz anzunehmender mangelnder Beschäftigung konzentriert bleiben muss. Doch der Schalker Torwart, der mit Schalke 04 in der Bundesliga ebenso wie Podolski mit Köln noch ohne Erfolgserlebnis dasteht, ließ zuletzt keine Zweifel an seiner guten Form aufkommen.
mti/sid
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