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06.09.2010
 

Skandal um Doping-Proben

DHB-Vize kritisiert Nada-Chef

Handballer: "Verbände in die krude Geschäftspolitik der Nada-Führung pressen"Zur Großansicht
Getty Images

Handballer: "Verbände in die krude Geschäftspolitik der Nada-Führung pressen"

Im Skandal um die gefälschten Dopingproben der Firma Serco hat der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes, Heinz Winden, der Nationalen Anti-Doping-Agentur vorgeworfen, aus dem Fall Kapital schlagen zu wollen. Besonders auf Nada-Chef Armin Baumert hat er es abgesehen.

Hamburg - Im Streit um manipulierte Doping-Proben hat der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), Heinz Winden, den Nada-Vorstandsvorsitzenden Armin Baumert scharf kritisiert. Es sei merkwürdig, wenn für den Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) die Straftat einer Angestellten einer unabhängigen Dritt-Firma der schlimmste Fall sei und nicht ein gedopter Athlet, sagte Winden der "Handballwoche" (Dienstag-Ausgabe).

Winden erklärte weiter: "Herr Baumert war ein guter Weitspringer, ist aber kein Brückenbauer zwischen den Verbänden." Der DHB-Funktionär vermutet zudem, Baumert habe die Gunst der Stunde nutzen wollen, um die "Verbände in die krude Geschäftspolitik der Nada-Führung zu pressen".

"Eine Spiel-Kontrolle, die den Verband jetzt rund 120 Euro kostet, wäre im Nada-System mit einem vierstelligen Betrag zu honorieren. In diesem System hätten wir zudem noch weniger Einfluss und Einblick in die Tätigkeit der Kontrolleure, als wir sie bis Januar hatten", so Winden. Nada-Pressesprecher Berthold Mertes erklärte daraufhin: "Was den Preis der Kontrollen angeht, vergleicht Herr Winden Äpfel mit Birnen."

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte DHB-Pressesprecher Charly Hühnergarth keine Stellung nehmen, da ihm der genaue Inhalt des Interviews noch nicht bekannt war.

"Verband in die Bredouille geraten"

Eine Doping-Kontrolleurin der Mannheimer Firma Serco Control hatte ihr eigenes Urin für einige Proben eingereicht. Für die Kontrolle einer Probe berechnete die Firma 439 Euro - das Geld soll ein weiterer Mitarbeiter in die eigene Tasche gesteckt haben. "Hier ist ein Verband in die Bredouille geraten, weil er sich selbst Partner aus der privaten Wirtschaft gesucht hat. Für den DHB ist es der Worst Case", hatte Baumert daraufhin erklärt.

Die Nada arbeitet seit ihrer Gründung mit der unabhängigen Firma PWC (Professional Worldwide Controls GmbH) zusammen, der DHB beauftragte mit den Kontrollen in der Frauen-Bundesliga aber die Firma Serco. Die Zusammenarbeit wurde mittlerweile beendet. Ein Zivilverfahren, bei dem es um rund 6.000 Euro Kostenerstattung ging, ist der "Handballwoche" zufolge mit einem Vergleich beendet worden.

jar/dpa

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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung

Epo/HGH

Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo), ein Peptidhormon, stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl im Organismus zirkulierender Erythrozyten führt zu einer Verbesserung der Sauerstoffaufnahmekapazität des Blutes und hat damit eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit zur Folge.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet seit mehr als zwölf Jahren den Gebrauch von Epo. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, bei denen Blutarmut auftritt. Epo gehört zur Gruppe der Peptidhormone. Ebenso wie das Wachstumshormon HGH, das zur Behandlung von Kleinwüchsigkeit eingesetzt wird. Das Wachstumshormon HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, mit langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden als Folge. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. Auch bei den Peptid-Hormonen gibt es immer neue Varianten, die mit heutigen Dopingtests nicht erkannt werden. (mit dpa)

Anabolika

Stimulanzien

Narkotika


Kampf gegen Doping

Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)

Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOK auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.

Welt-Anti-Doping-Programm

Welt-Anti-Doping-Code (WADC)

Internationale Standards

Verbotene Substanzen

Verbotene Methoden

Kontrollregularien






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