Von Jens Witte
Hamburg - Lauffaul, behäbig, ideenlos - so hatte sich Lukas Podolsi beim Auftakt in die EM-Qualifikation gegen Belgien präsentiert. In Köln erlebten 43.751 Zuschauer beim souveränen 6:1 (3:0)-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan einen Lukas Podolski, der wie ausgewechselt wirkte: lauffreudig, agil, voller Spielwitz.
Für die gewaltige Leistungssteigerung bei seinem Heimspiel belohnte sich der Angreifer des 1. FC Köln kurz vor der Halbzeitpause selbst. Nach einem doppelten Doppelpass mit Spielmacher Mesut Özil tauchte Podolski im gegnerischen Strafraum frei vor Aserbaidschans Torhüter Kamran Agayev auf - und ließ ihm mit einem platzierten Flachschuss ins rechte Eck keine Abwehrchance (45. Minute).
"Ich habe mich natürlich gefreut, dass wir heute in meinem Wohnzimmer spielen. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute ein gutes Spiel gemacht. Wir haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen", sagte Podolski. Sein Tor war bereits der zweite Treffer des Abends, für die deutsche Führung hatte Heiko Westermann (28.) gesorgt. Miroslav Klose (45.), Rashad Sadigov (Eigentor/53.), Rail Malikov (56.), Holger Badstuber (86.) und erneut Klose (90.+2) trafen zum Endstand. Deutschland geht damit als Tabellenführer der Gruppe A ins Spitzenspiel am 8. Oktober gegen die Türkei, die Belgien 3:2 besiegte.
Frühes Aus für Mertesacker
Die Partie begann so, wie Löw es vorhergesagt hatte: "wie beim Handball". Die vom früheren Bundestrainer Berti Vogts betreuten Aserbaidschaner zogen sich mit fast allen Spielern tief in die eigene Hälfte zurück. Deutschlands Innenverteidiger Per Mertesacker und Hoger Badstuber konnten mit dem Ball am Fuß mehrfach in die Nähe des gegnerischen Strafraums laufen, ohne angegriffen zu werden. Badstuber nutzte einen seiner Vorstöße für die erste Chance des Spiels, sein Schuss aus knapp 20 Metern ging jedoch deutlich am Tor vorbei (7.).
Dass Westermann dann doch schnell zu seinem Einsatz kam, lag an Aserbaidschans einziger Sturmspitze. Vagif Dzavadov schlug Mertesacker, vom schwedischen Schiedsrichter Markus Strömbergsson nicht bemerkt, im Kopfballduell mit der Hand ins Gesicht - der Bremer Verteidiger musste mit einer blutenden Wunde den Platz verlassen und zur Untersuchung ins Krankenhaus. Die Gäste nutzten ihre Überzahl zur ersten gefährlichen Aktion, doch Bastian Schweinsteiger klärte eine Dzavadov-Flanke per Kopf (10.).
Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhöhte anschließend das Tempo, prompt ergaben sich Chancen. Und ein Akteur machte dabei besonders auf sich aufmerksam: Podolski. Der 25-Jährige prüfte den starken Agayev mit einem abgefälschten Freistoß aus 17 Metern (20.). Kurz darauf sprintete er an der Mittellinie los, zog aus vollem Lauf ab - und schoss den Ball aus rund 20 Metern knapp über das Tor (23.). Zwei Minuten später versuchte es Podolski erneut, den anschließenden Eckball von Özil köpfte Westermann gefährlich aufs Tor, doch Agayev parierte glänzend (25.).
Führungstreffer durch Westermann
Die logische Konsequenz dieser druckvollen Spielweise: der Führungstreffer für das deutsche Team. Klose spielte Westermann im Fünfmeterraum frei und der Abwehrspieler überwand Agayev im zweiten Versuch (28.). Fünf Minuten später zeigte Riether, warum der Bundestrainer ihn aufgestellt hatte. Der Wolfsburger passte von der Grundlinie scharf vor das Tor, Klose scheiterte aber mit seinem Hackentrick.
Und was hatte Aserbaidschan in der Offensive zu bieten? Nicht viel, bis auf einen flatternden Distanzschuss von Nadyrov, der DFB-Torhüter Manuel Neuer aber keine Probleme bereitete (35.). Deutlich gefährlicher präsentierte sich die deutsche Mannschaft: Podolski krönte bereits vor der Pause seine Leistung mit seinem 41. Treffer im 81. Länderspiel. "Lukas beweist seine Stärke in der Nationalmannschaft immer wieder, allein seine Torquote spricht für ihn", sagte Löw. Kurz darauf bereitete sein Lieblingsschüler nach tollem Zuspiel von Badstuber das 3:0 von Klose vor. Für Klose, der nun wie Franz Beckenbauer 103 Einsätze im DFB-Trikot vorweisen kann, war es bereits das 54. Länderspieltor.
Nach dem Seitenwechsel ging es ähnlich schwungvoll weiter: Özil setzte den in der Defensive kaum geforderten Lahm in Szene, doch der Kapitän vergab aus kurzer Distanz (47.). Kurz darauf lenkte Aserbaidschans Kapitän Rashad Sadigov eine Hereingabe von Sami Khedira ins eigene Tor (53.). "Wir waren viel zu passiv. Deutschland spielt in einer anderen Liga", sagte Vogts.
Etwas überraschend kam der Treffer des 105. in der Fifa-Weltrangliste zustande. Neuer boxte einen Eckball von Dzavadov an den Rücken von Malikov - von dort prallt der Ball ins Tor (56.). "Das ist ärgerlich", sagte Neuer. Von diesem kuriosen Gegentreffer ließ sich die DFB-Elf jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Sie spielte weiter nach vorn und erarbeite sich zahlreiche Chancen. Der eingewechselte ehemalige Gladbacher Marko Marin, der sich Pfiffe des Kölner Publikums gefallen lassen musste, bediente Podolski an der Strafraumgrenze - doch dessen Schuss mit dem schwächeren rechten Fuß aus zentraler Position verfehlte sein Ziel um wenige Zentimeter (73.).
Kurz vor Schluss köpfte Badstuber nach einer Özil-Flanke den fünften deutschen Treffer - sehr zur Freude der Zuschauer im Stadion, zu denen der etatmäßige Kapitän Michael Ballack übrigens nicht gehörte. Klose nutzte in der Nachspielzeit eine weitere Vorarbeit von Podolski und des eingewechselten Cacau zum 6:1-Endstand. Angesichts der ausgelassenen Chancen hätte das Ergebnis sogar noch höher ausfallen können.
Deutschland - Aserbaidschan 6:1 (3:0)
1:0 Westermann (28.)
2:0 Podolski (45.+1)
3:0 Klose (45.+2)
4:0 Sadigov (53., Eigentor)
4:1 Malikov (57.)
5:1 Badstuber (86.)
6:1 Klose (90.+2)
Deutschland: Neuer - Riether, Mertesacker (ab 11. Westermann), Badstuber, Lahm - Schweinsteiger (ab 78. Cacau), Khedira - Müller (ab 62. Marin), Özil, Podolski - Klose
Aserbaidschan: Kamran Agayev - Shukurov, Medvedev, Rashad Sadigov, Yunisoghlu (ab 56. Huseynov) - Nadyrov (ab 85. Abdullayev), Malikov, Abbasov, Chertoganov (ab 64. Sadigov), Allahverdiyev - Dzavadov
Schiedsrichter: Strömbergsson (Schweden)
Zuschauer: 43.751
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Auch hier sind wir wieder absolut nicht einer Meinung. Die ganz kleinen Zwerge gibt es bei keiner WM mehr. Das sieht man auch an den Ergebnissen. Kantersiege gibt es keine mehr. Das letzte ganz hohe Ergebnis war, wenn ich mich [...] mehr...
Sie vermischen da zwei Sachen.., bzw. bringen unnötig die Politik darein. Also, dass es ein Integrationsproblem draußen besonders in Großstädten in den sogennanten Ghettos gibt, das gibt es. Inzwischen haben es auch die Grünen [...] mehr...
Kroatien, Irland und Tschechien werden das EM-Teilnehmerfeld vervollständigen. Nur bei Bosnien-H. - Portugal fällt die Prognose schwer. Ich tippe mal auf Dzeko & Co., die waren gegen die Franzosen schon ganz nah dran. mehr...
Doch, das EM-Turnier wird interessanter werden und ich würde sagen, vielleicht einen Tick schwieriger. Denn, so krasse Aussenseiter wie bei einer WM, wo es immer so Teams wie Jamaica, Trinidad & Tobago, etc..gibt, wird es [...] mehr...
Stimmt Götze spielt ja nie für die deutsche NM und daran ist nur Özil Schuld, oder? Hach nein stimmt ja gar nicht er spielt.. Und sei meinen den Schürrle, der beim letzten Spiel zusammen mit Özil gespielt hat? ---Zitat--- [...] mehr...
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