Nur 90 Minuten dauerte es, bis der Fehlstart von Fortuna Düsseldorf in die neue Saison feststand. 0:1 verlor der Club das Pokalspiel bei Drittligist TuS Koblenz und schied zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Eine bittere Enttäuschung für die Fans, die auch der Ligastart nicht versöhnen konnte: Auswärtsniederlage in Cottbus und die erste Heimpleite seit dem Aufstieg 2009 in die zweite Liga gegen Hertha BSC Berlin. Vergangene Saison sah das noch ganz anders aus. Die Düsseldorfer starteten mit einem deutlichen Sieg gegen Paderborn und spielten lange Zeit um den Aufstieg mit. Am Ende wurde der Club Vierter.
Erstaunlich: Diesen Erfolg feierte Fortuna trotz des kleinsten Etats der Spielklasse. Die fehlenden finanziellen Mittel stehen immer noch im Widerspruch zu den hohen Ansprüchen des Vereins und der Anhänger. Die Altschulden aus den Jahren fern der Profiligen, die man in Düsseldorf ungern anspricht, sind noch da, teure Transfers nicht möglich. Vor der laufenden Saison hätte der Verein gerne noch einen neuen Abwehrspieler verpflichtet, aber die "Möglichkeiten sind so wie sie sind - begrenzt", sagt auch Düsseldorfs Trainer Norbert Meier.
"Phänomen Düsseldorf"
Nach dem Fehlstart herrscht schlechte Stimmung bei der Fortuna: Die zweite Liga passt nach der Auffassung vieler nicht zu der Königsallee und der Modestadt. "Das ist das Phänomen Düsseldorf. Vor wenigen Wochen waren noch alle auf einer Welle der Euphorie, und jetzt wird sehr vieles schlecht geredet. Da schüttelt man schon ein wenig mit dem Kopf", so Fortuna-Manager Wolf Werner.
Doch auch Präsident Peter Frymuth trug zur Euphorie bei, als er vor der Saison sagte: "Ich halte die neue Mannschaft für stärker." Eine gewagte Aussage, nicht nur aufgrund der jüngsten Misserfolge: Zehn Zu- und dreizehn Abgänge machen ein Team unberechenbar, und ob eine Mannschaft mit vielen neuen Spielern harmoniert, ist ungewiss. Nicht immer bringen alle Verpflichtungen die erhofften Leistungen - das musste auch Fortuna erfahren. Vergangenes Jahr beispielsweise wurde der russische Nationalspieler Dimitri Bulykin vom RSC Anderlecht ausgeliehen - der Stürmer schoss lediglich ein Tor während der gesamten Spielzeit. In der allgemeinen Euphorie ging das unter.
Gute Ausleihgeschäfte ohne Zukunft
Das lag vor allen Dingen an den Verpflichtungen, die man eher in Erinnerung behalten hat. Der Brasilianer Bamba Anderson und Martin Harnik aus Österreich erwiesen sich im vergangenen Jahr als Glücksgriffe. Anderson entwickelte sich in kürzester Zeit zum Abwehrchef, Stürmer Harnik war mit 13 Toren der beste Goalgetter des Teams. Der Klassenerhalt war schon zum Rückrundenstart so gut wie sicher, und dementsprechend war es für viele Außenstehende umso ernüchternder, dass Anderson und Harnik nicht zu halten waren - sie wechselten zu Borussia Mönchengladbach (Anderson) und den VfB Stuttgart (Harnik).
Ohnehin machen es die Anforderungen des Umfelds für die Düsseldorfer schwer, eine junge, talentierte Mannschaft zu formen, die zwar kurzfristig nicht um den Aufstieg mitspielen würde, aber längerfristig Erfolg hätte. Der Altersdurchschnitt des aktuellen Kaders liegt bei fast 27 Jahren.
Immerhin gelang dem Club die Vertragsverlängerungen von Johannes van den Bergh (23) und Christian Weber (26), die vorzeitig bis 2013 verlängerten, sowie Jens Langeneke (33), der noch zwei Jahre Fortune bleibt. Wenn auch Weber und besonders Langeneke aufgrund ihres Alters nicht mehr als Talente zu sehen sind.
Schweres Erbe für Meier und Co
Obwohl es die Stadt und die Anhänger gerne sehen wollen - in kurzer Zeit ist Erfolg nicht möglich. Die vergangene Saison lief nahezu optimal, und das weiß auch Meier: "Wir haben augenscheinlich alles richtig gemacht. Unsere Kontakte sind gut, wir haben die richtigen Ausleihgeschäfte getätigt." Ob dies erneut gelungen ist, werden die kommenden Wochen zeigen. Doch die vergangene Spielzeit wird das Team nicht überbieten können, der Aufstieg ist unrealistisch. Norbert Meier aber scheint die Situation richtig anzugehen und versuchte schon vor der Saison die Erwartungen zu bremsen: "Wir stehen erst am Anfang", sagte Meier da.
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Nein, es ist kein Versäumnis der Vereinsführung, weil beide ja nur ausgeliehen waren und hätten gekauft werden müssen. Fortuna hat aber immer noch mindestens 7 Mio Schulden, und die Vereinsgremien setzen auf einen seriösen Kurs [...] mehr...
Wie bitte? Zuschauerschnitt fast 40.000? Wo hast du denn das her? Es waren ziemlich genau 28.000 (siehe http://www.weltfussball.de/zuschauer/2-bundesliga-2009-2010/1/). Für die laufende Saison wird mit 18.500 kalkuliert. Da [...] mehr...
Moin, im Prinzip stimm eich Dir zu, auch ich gehoere zu den Fans (seit dem 1. Aufstieg 1967)die die letzte Saison als vollen Erfolg werten ohne Aufstiegsambitionen. Sicherlich sind die meisten Fans realistisch, aber das [...] mehr...
Die Fortuna ist schon éin seltsamer Verein. Macht als Aufsteiger voriges Jahr zum Saisonauftakt das grandiose 3:3 n. V. im Pokal gegen den HSV und verliert dieses Jahr in einem Grottenkick zum 2. Mal gegen den Absteiger in [...] mehr...
"Die fehlenden finanziellen Mittel stehen immer noch im Widerspruch zu den hohen Ansprüchen des Vereins und der Anhänger." Es ist ein Kreuz mit den Journalisten, die sich genau die Zitate holen, die ihnen in den Kram [...] mehr...
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