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27.01.2012
 

Bundesliga-Titelrennen

Verdrängter Vierkampf um die Schale

Von Tim Röhn, München

Kampf um den Titel: Gefährliche Außenseiter
Fotos
DPA

Für Bayern und Dortmund ist die Sache klar. Die Meisterschaft machen die beiden Bundesliga-Rivalen unter sich aus. Ein Fehler, denn die Verfolger Schalke 04 und Mönchengladbach haben ebenfalls Chancen auf die Schale. Und sie sind den vermeintlichen Top-Teams in einem wichtigen Punkt überlegen.

Wer Deutscher Meister wird? Natürlich die Bayern oder Borussia Dortmund. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bringt es stellvertretend für die Fußball-Bundesliga auf den Punkt: "Diese beiden Teams werden es unter sich ausmachen." In München und beim BVB sehen sie es genauso, die Konkurrenz gibt sich öffentlich ohnehin kleinlaut.

Alles klar also im Titelkampf? Nein. Die Festlegung auf nur zwei Meisterschaftskandidaten ist ein Fehler. Er beruht auf Vorurteilen gegenüber den beiden härtesten Konkurrenten des Spitzenduos: Schalke und Mönchengladbach. Sie haben nicht die Qualität, um den Titel zu gewinnen, lautet der häufigste Vorwurf. Schalke? Kann nur kämpfen, hat aber nicht genügend spielerische Klasse. Gladbach? Kontert sehr gut, kann aber nicht das Spiel machen.

Bayern und Dortmund sind zwar nominell besser besetzt, dennoch gibt es gute Gründe, warum Schalke und Gladbach bis zum Ende um den Titel spielen werden. Ein Blick zurück zeigt, wie schnell Underdogs zur Überraschung werden können. Der BVB gewann im Vorjahr die Meisterschaft und hatte damals sicher nicht die größte Qualität in seinem Kader. Genauso war es auch beim VfL Wolfsburg, der 2009 Meister wurde, und beim VfB Stuttgart (2007).

Vorteil von Schalke und Gladbach: Sie spielen ohne Druck

Diese Mannschaften sind für Schalke und Gladbach heimliche Vorbilder. Für beide ist die Tatsache, dass sie auch weiterhin unterschätzt werden, der große Vorteil: Druck haben die anderen. Der Vorsprung der viertplatzierten Gladbacher auf Rang sieben beträgt schon jetzt zwölf Punkte. Die Europapokal-Teilnahme haben die ersten vier der Tabelle so gut wie sicher. Schalke hätte sein Ziel erreicht, Gladbach sogar viel mehr.

Für die Bayern zählen dagegen nur Titel. Und der BVB muss mit seinem Kader mindestens Platz zwei erreichen. Egal, wie sehr sich die Borussen um Understatement bemühen.

Doch die vermeintlichen Top-Favoriten müssen alles abrufen, um nicht von Gladbach und Schalke überholt zu werden. Die Probleme der Bayern wurden beim 1:3 in Gladbach deutlich: Wenn der Gegner sehr defensiv agiert, verharrt die Mannschaft oft in ihrem steifen, auf Ballbesitz ausgerichteten System und findet keine Lücke. Die Abwehr ist für schnelle Gegenangriffe nicht immer gerüstet. Dazu kommt die Gefahr von Ausfällen der Top-Spieler wie Mario Gomez, Arjen Robben und Franck Ribéry, die nicht annähernd gleichwertig ersetzt werden können.

Der BVB muss für Platz eins in der Rückrunde noch konstanter werden. Die Niederlagen gegen Hertha (1:2) und Hoffenheim (0:1) haben gezeigt, dass Siege gegen Außenseiter für die junge Mannschaft noch keine Selbstverständlichkeit sind.

Die Gladbacher dagegen haben gegen die Bayern bewiesen, dass sie jeden Gegner schlagen können. Sie haben Top-Torjäger Mario Gomez ausgeschaltet und demonstriert, warum ihre Abwehr die derzeit beste der Liga ist: Erst zwölf Gegentreffer hat die Mannschaft kassiert. Die Spieler setzen das um, was Trainer Lucien Favre predigt: viel und schnell passen und überfallartig nach vorne spielen. Das gelingt häufig mit großem Erfolg. Warum sollte sich das ändern?

Auf Schalke bilden Raúl und Klaas-Jan Huntelaar das derzeit beste Sturm-Duo der Liga. Von 41 Schalker Toren (zweitbester Liga-Wert) haben diese beiden 25 erzielt. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens kombiniert inzwischen sogar ansehnlich. Nicht nur das 5:0 gegen Werder Bremen in der Hinrunde zeigte: Alles ist möglich - auch die Meisterschaft.

"Wir sollten realistisch bleiben und nicht von der Schale sprechen", sagt Schalkes Trainer und spricht damit stellvertretend für die Verantwortlichen in Mönchengladbach. Der Grund für die fehlende Kampfansage ist aber nicht die fehlende Klasse, wie Stevens indirekt zugibt. Sondern: "Das bringt Unglück."

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28.01.2012 von rangifer:

Moin, Würde ich immer noch drauf wetten :-) mehr...

28.01.2012 von rainman_2: ...

Die Leistung der Dortmunder international war mir einfach zu miserabel, als dass ich diesen einen Bundesligaplatz gönne, der ihnen einen Einzug in die CL ermöglicht, so leid es mir tut und mir die Dortmunder nicht unsympathisch [...] mehr...

28.01.2012 von TSTS: FC Bayern wird die Meisterschaft verpassen - so wie es aussieht

Borussia Mönchengladbach ist wieder da. Allenthalben Jubelgesänge und Freudentänze. Es ist schön, dass dieser Verein endlich positive Schlagzeilen produziert. Die letzten sind im Bökelberg für die Ewigkeit eingemeißelt. [...] mehr...

28.01.2012 von perianeth:

Hab mich schon gefragt, wann der erste die 5-Jahreswertung-Keule rausholt. Sollen doch einfach die jeweiligen Meister der Ligen (und nur die) CL spielen, dann wäre der Begriff Champions League auch wieder zutreffend, und das [...] mehr...

28.01.2012 von cheguevara73: sport

als bayernfan konnte ich mich auch über die meisterschaft von dortmund freuen. weil es mir um den sport geht, die leistung die diese mannschaft und der trainer gebracht haben. wenn ich dann solche beiträge im forum lese, die [...] mehr...

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