
Rainer Bonhof (l.) und sein Sorgenkind Chiquinho.
Mönchengladbach - Der brasilianische Fußball-Profi Chiquinho ist nach einem angeblichen Selbstmordversuch, einem Kurzaufenthalt im Krankenhaus und einer Nacht im Haus von Trainer Rainer Bonhof am Montagmorgen ins Training von Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt. "Er hat heute ganz normal mittrainiert. An den Gerüchten, die auf dem Markt sind, ist nichts dran", wiegelte der Borussen-Coach am Montag Anfragen ab.
Der 25 Jahre alte Borussen-Mittelfeldspieler Chiquinho hatte am Sonntagabend für große Aufregung gesorgt, als er in offenbar alkoholisiertem Zustand auf dem Balkon seiner Mönchengladbacher Wohnung im dritten Stock stand und angeblich damit drohte, herunter zu springen. Nachbarn riefen daraufhin Polizei, Notärzte und Feuerwehr, die mit zahlreichen Einsatzkräften anrückten und Alexandre da Silva, kurz "Chiquinho", ins Krankenhaus brachten.
"Nach Informationen Borussias hatte der Spieler wegen Problemen im persönlichen Bereich Alkohol getrunken. Als er auf dem Balkon seiner Wohnung stand, alarmierten Anwohner die Polizei - möglicherweise in der Annahme, dass der Spieler vom Balkon springen wollte", teilten die Gladbacher in einer offiziellen Stellungnahme mit.
Man habe von dem Vorfall erst erfahren, als Chiquinho bereits auf dem Weg ins Hospital war. Bonhof sei daraufhin direkt ins Krankenhaus gefahren und habe den Spieler nach Rücksprache mit dem Präsidium und den behandelnden Ärzten zu sich nach Hause genommen, wo er auch die Nacht verbrachte. "Von einer Selbstmordabsicht ist Borussia nichts bekannt. Chiquinho selbst beteuert, dass er zu keiner Zeit die Absicht gehabt habe, von seinem Balkon zu springen", teilte der Club weiter mit, der inzwischen Kontakt mit Chiquinhos Berater aufgenommen hat.
Fest steht mittlerweile, dass der unverheiratete Brasilianer derzeit große Probleme mit seiner Familie in der Heimat hat. Das bestätigte Bonhof, der Chiquinho als "sehr feinfühligen, sensiblen Typen" beschrieb. "Wenn wir ihm jetzt irgendwie helfen können, werden wir das tun. Da sind auch wir in der Pflicht", sagte Bonhof, der überlegt, seinem Spieler nach der Partie beim Karlsruher SC (30. August) einen längeren Heimaturlaub zu gewähren.
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