1. FC Köln Schmadtke muss 6000 Euro für "Eierkopp"-Spruch zahlen

Jörg Schmadtke ist vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens bestraft worden. Kölns Sportdirektor hatte ein Schiedsrichtergespann als "Eierköppe" bezeichnet. Seine Verteidigung: Im Rheinland sei das keine Beleidigung.

Sportdirektor Schmadtke: "Ein Trauerspiel"
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Sportdirektor Schmadtke: "Ein Trauerspiel"


Das Urteil in der "Eierkopp-Affäre" ist gefallen: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Sportchef Jörg Schmadtke vom Bundesligisten 1. FC Köln zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro wegen "unsportlichen Verhaltens" verurteilt. Damit folgte das Gericht trotz geäußerter Bedenken dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses.

"Wir dürfen nicht nur den Einzelfall sehen. Wir müssen immer die Wirkung für alle vergleichbaren Fälle berücksichtigen", sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz bei seiner Urteilsbegründung: "Es steht völlig außer Frage, dass Herr Schmadtke ein untadeliger Sportsmann ist. Von uns aus hätte niemand etwas dagegen, wenn die Schiedsrichter so etwas überhören. Aber wenn es gemeldet ist, müssen wir ran - ob wir wollen oder nicht. Die 6000 Euro sind an der unteren Grenze."

Schmadtke hatte in der Halbzeitpause des Punktspiels der Kölner bei Werder Bremen (1:1) am 12. Dezember 2015 das Schiedsrichter-Gespann als "Eierköppe" bezeichnet und war anschließend von Referee Guido Winkmann auf die Tribüne geschickt worden.

"Ein Trauerspiel"

Schmadte kann noch Berufung gegen das Urteil einlegen, eine Entscheidung hat der 51-Jährige noch nicht getroffen: "Wir denken jetzt erst mal in Ruhe darüber nach." Die vom Kontrollausschuss geforderte Strafe hatte Schmadtke zuvor abgelehnt. Der FC-Manager bezeichnete den Vorfall als "Bagatelle". Schmadtkes Anwalt Christoph Schickhardt forderte in seinem Plädoyer einen "lupenreinen Freispruch".

Nach Meinung von Schmadtke ist der Begriff "Eierkopp" im Rheinland keine Beleidigung. "Die Aussage war ein Stück weit unangemessen und ich würde es nicht mehr sagen. Ich entschuldige mich dafür. Aber eine Bestrafung geht meiner Ansicht nach zu weit", sagte Schmadtke während der Verhandlung.

"Dieses Verfahren war keine Sternstunde des Sportgerichts und des Kontrollausschusses, es war ein Trauerspiel", sagte Schmadtkes Anwalt Schickhardt, der deutlich sein Unverständnis über die Ablehnung einer gütlichen Einigung bei dieser "Petitesse" zum Ausdruck brachte.

Schmadtke wird übrigens am Donnerstag zum Ehrenmitglied des Kölner Karnevalsvereins "Löstije Eierköpp vun 2010" ernannt. "Da freue ich mich sehr drauf", sagte der FC-Sportchef.

bka/sid



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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
schwabenstreich 19.01.2016
1. 6.000 € für was ^^
...möchte nicht wissen was sich z.B. Polizeibeamte anhören müssen... ...Anscheinend gibt ins Deutschland Gleiche und Gleichere...
gismo632012 19.01.2016
2. ein Witz
typisch DFB, nicht in der Lage vernünftige Schiedsrichter auszubilden, aber aus ner Mücke nen Elefanten machen.
_carlos_ 19.01.2016
3. Lächerlich...
...machen sich die Greise vom DFB damit einmal mehr. Es darf bezweifelt werden, ob jemals einer von diesen Eierköppen aktiv auf einem Fussballplatz gestanden hat. Diese ganze Abteilung, die sich auch noch "Gericht" nennt sollte abgeschafft werden!
auchda 19.01.2016
4. @1 Was wollen Sie denn sagen?
Polizisten in Uniform zu beleidigen ist etwas anderes als privat zu ihm das Gleiche zu sagen. Fußball ist privatrechtlich. Das "Gericht" war ein "privates" Sportgericht. Nun?
Mähtnix 19.01.2016
5.
Als EffZeh-Fan sage ich: Das ist ok. 6.000 Euro tun Schmadtke nicht weh und das Sportgericht hat keinen lokalen Präzedenzfall geschaffen. Immerhin sollen die Herren (wohl) auch Vorbilder sein. Kein Grund, sich aufzuregen. Eher ein salomonisches Urteil
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