Kölns dritter Sieg in Serie Neuanfang mit Torjäger

Der 1. FC Köln hat das, was dem HSV fehlt: einen Stürmer, der Tore schießt. Der heißt Simon Terodde und gibt den Fans in Köln wieder Hoffnung. Noch etwas, das in Hamburg fehlt.

DPA

Von Tim Pommerenke


Ausgangslage: Mehr Kellerduell ging nicht. Der Tabellenletzte aus Köln reiste zum Vorletzten aus Hamburg. Allerdings: Während der HSV kontinuierlich strauchelt, konnte der FC seine zwei vorherigen Spiele gewinnen. Köln zeigte in den vergangenen Wochen also den Willen, die rote Laterne abzugeben. Der HSV musste noch deutlich machen, dass er nicht der richtige Abnehmer ist.

Das Ergebnis: 2:0 (1:0) für den 1. FC Köln. Simon Terodde traf in jeder Halbzeit einmal. Der HSV scheiterte zu oft. Hier geht's zum Spielbericht.

Die erste Halbzeit: Der HSV wollte dieses Spiel gewinnen. Wirklich. Zumindest präsentierte er sich zwanzig Minuten lang so. Die Gastgeber drängten auf die Führung, spielten zeitweise technisch ansprechenden Fußball. Köln verteidigte zunehmend besser, konterte und hätte durch Osako in Führung gehen müssen. Da der sich mit dieser Aufgabe in der bisherigen Saison aber schon öfter schwergetan hatte, holte Köln im Winter Terodde aus Stuttgart. Und der erfüllte seine Aufgabe zuverlässig, als er in der 27. Minute eine Ecke ins Tor beförderte.

Fotostrecke

8  Bilder
Kölns Sieg im Kellerduell: Hurra, wir leben noch

Die zweite Halbzeit: Der HSV bemühte sich weiter. Wirklich. Das Team kam zu offensiven Aktionen, blieb aber erschreckend fahrig und ungefährlich vor dem Kölner Tor. Die Gäste beschränkten sich auf eine stabile Verteidigung und schnelle Konter. Einer davon führte zum 2:0, als Milos Jojic Terodde bediente, der den Endstand erzielte (67.) Die beste Chance der Gastgeber war ein Hunt-Freistoß an das Lattenkreuz (76.).

Neustart nach der Winterpause: Zum Ende der Hinrunde schrammte Köln noch knapp an einem historischen Negativ-Rekord vorbei. Dass der Sieg gegen Wolfsburg am 17. Spieltag nicht nur der Ehrenrettung diente, weiß man jetzt. Köln holte aus den letzten drei Spielen neun Punkte, ist mit sechs von sechs möglichen Punkten aus den zwei Spielen im neuen Jahr die bisher beste Mannschaft der Rückrunde. Der FC startet spät in die Saison, dafür aber so richtig.

Modeste? Wer ist Modeste? In der vergangenen Saison marschierte der 1. FC Köln mit einem einfachen Rezept in den Europacup: Hinten sicher stehen und vorne trifft Anthony Modeste. Köln spielte auch in dieser Saison oft ordentlichen Fußball, blieb vor dem gegnerischen Tor jedoch zu ungefährlich. Zehn Tore waren die magere Ausbeute. Simon Terodde fügt dem FC-Spiel nun eine im Fußball entscheidende Komponente hinzu: Tore.

Flaute in Hamburg: Der Torjäger, den Köln gefunden hat, wird in Hamburg weiter vermisst. Hamburg hatte gute Chancen, allein die Zielstrebigkeit fehlte. André Hahn meidet meist den Weg in den Strafraum, Bobby Wood traf in diese Bundesliga-Saison erst ein Mal. Fiete Arp fehlte krankheitsbedingt. In solch einer Situationen würden Standards helfen - wären die nicht noch ungefährlicher. Wenn dann auch noch Fehler in der Defensive hinzukommen, reicht es auch gegen den Tabellenletzten nicht.

 André Hahn (rechts)
Getty Images

André Hahn (rechts)

Trend für den Abstiegskampf: Im Grunde nicht anders, als vor der Partie. Hamburg verliert erneut - dieses Mal jedoch gegen das einzige Team, das in der Tabelle noch hinter den Hanseaten steht. Köln bestätigte seine gute Form, rückte auf drei Punkte an den HSV heran und ließ wenig Zweifel daran, dass diese Konstellation sich in naher Zukunft drehen könnte. Köln hat wieder Hoffnung, der HSV seine letzte vielleicht sehr früh in der Rückrunde verspielt.

Hamburger SV - 1. FC Köln 0:2 (0:1)
0:1 Terodde (27.)
0:2 Terodde (67.)
Hamburg: Pollersbeck - Diekmeier, Papadopoulos, Mavraj, Douglas Santos - Jung, Janjicic (66. Wood) - Hunt, Holtby (77. Ito), Kostic - Hahn
Köln: Horn - Sörensen, Jorge Meré, Heintz, Hector - Jojic (88. Pizarro), Höger, Özcan, Clemens (78. Klünter) - Osako (64. Lehmann), Terodde
Schiedsrichter: Winkmann
Gelbe Karten: Papadopoulos, Jung, Janjicic / Hector, Sörensen, Jorge Meré
Zuschauer: 52.000



insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
b3k0 20.01.2018
1. Terodde im Glück
Was der VFB nicht geschafft hat, das macht der FC genau richtig. Nämlich einem erste Klasse Stürmer wie Terrode das richige Backup zu geben. Den Klassenerhalt in der ersten Bundesliga würde ich Köln und Terodde wünschen.
jfpublic 20.01.2018
2. @management BVB
Köln siegt wieder und Stöger verliert weiter. Vielleicht hätte man sich nicht von Tuchel, sondern vom Präsidenten trennen sollen.
klausi_maiermüller 20.01.2018
3. WOOOOW - der FC hat es verdient drin zu bleiben.
Wenn der FC das noch schafft, dann gehen sie sehr gestärkt aus dieser Krise hervor! Die Führungsmannschaft hat aus ihren Fehlern offensichtlich gelernt und wird die Fehler der letzten 12 Monate nicht wiederholen – das macht den FC stärker. Wenn der FC es noch schaffen sollte, dann ziehe ich meinen Hut, dann verneige ich mich, dann glaube ich wieder das der Ball rund ist, und dann hat sich auch die vorbildliche Treue der Fans zum Trainer (allen voran zu Stöger) und zur Mannschaft gelohnt!!!
andreasm.bn 20.01.2018
4. diese Saison ist Hamburg fällig!
Man kann das Glück nicht ewig überstrapazieren und dieses Jahr ist Schluß mit lustig. Bei Köln bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob die nicht doch drin bleiben. Würde es ihnen wünschen. Und die Tendenz bei Stöger macht mir langsam Angst.
neutralfanw 21.01.2018
5.
Liebe Fans. Man stelle sich vor, nach 10 Spieltagen steht bereits der Meister (das ist ja fast schon so) und gleichzeitig auch die beiden Absteiger fest. Dann freut sich jeder auf das Saisonende und das Relegationsspiel ? Die Bundesliga lebt von Emotionen. Würden sonst 50000 Zuschauer zu einem Spiel der Abstiegskandidaten gehen? Die Spieler müssen sich der gnadenlosen Kritik stellen, haben riesige Gehälter und sind daher angreifbar. Im Moment geht es den Kölner und Hamburger Spielern so. Nächstes Jahr wird es Andere treffen. Es lebe der Sport und die Begeisterung! („Vermummte“ sind keine Fans, sonder Außenseiter der Gesellschaft im Alltag und Beruf)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.