1. FC Köln: Solbakken degradiert Podolski

Lukas Podolski verliert die Kapitänsbinde des 1. FC Köln. Stattdessen ernannte Trainer Stale Solbakken den brasilianischen Abwehrspieler Pedro Geromel zum neuen Spielführer.

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dapd

Nationalspieler Podolski: Verlust der Kapitänsbinde

Hamburg - Es ist das erste Ausrufezeichen von Stale Solbakken. Der neue Trainer des 1. FC Köln hat Lukas Podolski, dem Kölner Nationalspieler, die Kapitänsbinde entzogen. Das teilte der Bundesligist am Montag mit. Wie das Fußballmagazin "kicker" berichtete, soll der Norweger dem Team seine Entscheidung bereits beim Training am Donnerstag bekanntgegeben haben. Als Nachfolger hat Solbakken Abwehrspieler Pedro Geromel auserkoren. An diesem Montag will der 43-Jährige seine Entscheidung offiziell verkünden.

"Ich kann nachvollziehen, welche Reaktionen diese Entscheidung auslöst, und ich verstehe die Enttäuschung einiger Fans", sagte Solbakken und bezeichnete es als "unerlässlich, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen". Podolski habe in Gesprächen mit dem Coach seine "Enttäuschung zum Ausdruck gebracht".

An der sportlichen Führungsrolle innerhalb des Teams will Solbakken nichts ändern. "Wir alle im Trainerteam sind überzeugt von seinen herausragenden spielerischen Qualitäten und seiner Leistungsbereitschaft. Lukas Podolski hat mein volles Vertrauen."

Kölns ehemaliger Trainer Frank Schäfer hatte Podolski erst im Winter zum Mannschaftsführer ernannt. Der 26 Jahre alte Nationalspieler hatte zuletzt über die Medien verlauten lassen, er werde nicht freiwillig als Spielführer abtreten.

Bei der 1:2-Testspielniederlage gegen den FC Arsenal hatte Solbakken am Samstag überraschend Sascha Riether zum Kapitän berufen. Podolski, den die 41.450 Zuschauer mit Sprechchören feierten, stand genau wie Geromel in der Startelf.

Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer hatte der Bundesligist einem Eigentor von Carl Jenkinson in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zu verdanken - der Ivorer Gervinho hatte den Premier-League-Club mit einem Doppelpack (7./16. Minute) in Führung gebracht. Bei dem zweiten Gegentor hatte sich Torwart Michael Rensing eine Knieprellung und eine Zerrung des linken Innenbandes zugezogen.

klu/sid

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1. ...
Schinkenfisch 25.07.2011
Den Bindenwechsel bzw. die wochenlange öffentliche Diskussion da rum halte ich für völlig überflüssig. Zudem halte ich Poldi für einen geeigneten Kapitän (Leistung, Vereinsverbundenheit, int. Erfahrung). Man munkelt ja, dass Geromel die Binde bekommen hat um ihn mehr an den Verein zu binden, da es schon Anfragen aus Italien und der Ukraine gab. Auf jeden Fall mal wieder typisch kölsche Vereinsführung. Der Express als Kölner Leitmedium hat sich auch nicht lange bitten lassen im Stundentakt neue Gerüchte zu streuen und noch mehr Unruhe zu stiften. Und das alles noch vor dem Saisonstart... >.
2. Es ist doch nichts passiert, nur vergleichbar mit, wenn
Kalix 25.07.2011
- Köln von Leverkusen eingemeindet wird, - wenn das Dreigestirn durch Prinz und Prinzessin aus Düsseldorf ersetzt wird, - Kölsch als giftig gelabelt und ersatzlos durch Alt ersetzt wird - der Kölner Dom um die Hälfte seiner Höhe reduziert wird, da er die Aussicht auf das Finanzamt behindert - die Kölner Haie in Kölner Stichlinge umbenannt werden. Ich denke, dass die Werthaltigkeit dieses Trainers am 30. August 2011 zu Ende ist; und das ist richtig; es ist nicht seine Entscheidung, es ist seine Dummheit. Köln ist nicht Globalisierung; Köln ist Filz, Gemauschel, Selbstdarstellung, blind und verwachsen mit dem Rhein, der Stadt, dem Karneval, mit dem FC und den Haien; hier ist kein Platz schon lange nicht mehr für die Ratio und für Gefühlskälte. Ich frage mich, wo Overath war? Als Düsseldorfer sage ich: gäbe es nicht Köln so, wie es heute ist, wir müßten Köln neu erfinden.
3. Wieso wird das über die Medien ausgetragen?
mgaul 25.07.2011
Dass ein neuer Trainer einen neuen Kapitän bestimmt, ist völlig normal. Das hat auch nichts mit einer "Degradierung" zu tun, sondern liegt oft einfach daran, dass der neue Trainer von einem Kapitän andere Dinge erwartet als der alte. Ungewöhnlich ist allerdings, dass der bisherige Kapitän vorher noch über die Medien Stimmung macht und verkündet, er werde die Binde nicht freiwillig hergeben. In funkionierenden Teams wird sowas intern geregelt. Merkwürdig ist Podolskis Bestehen auf der Kapitänsbinde insbesondere deshalb, weil er gar kein besonders guter Kapitän war. Auf dem Platz ist er meist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um das Team als "Vorarbeiter" mitreißen zu können; als "Aufrüttler" taugt er auch nicht. Selbst der zuletzt extrem Podolski-freundliche "kicker", der in seiner Donnerstagsausgabe den Umgang mit Podolski bemängelte, kann gar keine plausiblen Gründe vorlegen, warum er denn ein guter Kapitän sein soll. Stattdessen versteigt man sich zu der etwas absurden Argumentation, Podolski würde mit der Binde eben besser spielen als ohne. Die Kapitänsbinde ist aber nun mal kein Motivationsmittelchen für sensible Spieler, sie bringt gewisse Aufgaben mit sich. Und denen ist Podolski nicht so unglaublich gut nachgekommen, dass er daraus jetzt irgendwelche Ansprüche ableiten könnte. Mein Eindruck ist, dass die Grenzen zwischen dem (laut kicker) "sensiblen Wohlfühlkicker" Podolski und einer Mimose oder Diva immer mehr verschwimmen. Dabei halte ich eigentlich große Stücke auf den Mann. Ich denke nur, dass er als Leistungssportler und Profi in der Lage sein muss, seine Leistung auch dann zu bringen, wenn er keine Binde am Arm hat. Und ich finde es völlig kontraproduktiv, dass er versucht, den Konflikt über die Medien auszutragen.
4. Solbakken liegt falsch
umbricius 25.07.2011
Herr Solbakken liegt falsch, wenn er nur bei einigen Fans Enttäuschung vermutet. Man kann nicht am Kölner Publikum übergroße Begeisterung und einzigartige Zuneigung zum FC loben und gleichzeitig die Identifikation der Fans mit dem Verein und seinem bisherigen Kapitän mit Füßen treten. Der neue Trainer hat nichts von der kölschen Seele verstanden(das gilt auch für für den neuen Manager!); seine Entscheidung ignoriert, dass sich viele Fans in ihrer Heimatverbundenheit mit dem Kölner Lukas Podolski in ungewühnlichem Maße identifizieren, und provoziert die Fans. Er hat bei den Fans bereits nach vier Wochen allen Kredit verspielt. Warum hat der Vorstand keinen Einfluss genommen? Warum bleibt Wolfgang Overath stumm, der doch nach eigener Aussage Podolski für das Herz und Aushängeschild des Vereins hält? Wenn ich Lukas Podolski wäre, würde ich die vermeintlichen Macher mit Lustlosigkeit vorführen und bei nächster Gelegenheit den Verein wechseln. Es muss ja nicht Leverkusen oder Mönchengladbach sein. Vorerst sind meine Besuche im Kölner Stadion gestrichen.
5. Kölner Bindenstreit
Oemmes 25.07.2011
Paßt zu den Geißböcken. Und wenn ich den 1.F.C Köln und das Umfeld richtig einschätze, wandelt der Trainer auf einem schmalen Grat. Allerdings wird die Binde mal wieder sehr hoch gehängt. Habe selbst 3 Jahrzehnte gespielt (unterklassig); mit und ohne Binde. Die 'Innere Führung' einer Mannschaft spielt sich automatisch ein. Wer immer die Binde trägt, vom Trainer verordnet oder nicht. Und auch für diesen Fall gilt: Ball immer flach halten.
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