1. FC Nürnberg Abstiegskampf in der Disco

Um den Klassenerhalt zu sichern, geht der 1. FC Nürnberg ungewöhnliche Wege. Die Spieler trainieren nachts in der Diskothek. Und der Präsident spricht dem Team gleich die Bundesligatauglichkeit ab.


Michael A. Roth: "Eher verstecken"
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Michael A. Roth: "Eher verstecken"

Nürnberg - "Bei einem Misserfolg wie in Rostock sollte man sich eher verstecken, als in die Disco zu gehen", poltere FCN-Boss Michael A. Roth am Montag im Bayerischen Fernsehen. Konsequenzen für die Partyhelden will der "Club"-Präsident nicht ausschließen. "Zunächst sollen Trainer und Manager der Sache nachgehen. Dann wird sich das Präsidium mit dem Fall beschäftigen", sagte Roth.

Nürnberger Zeitungen hatten berichtet, dass insgesamt sechs Spieler des Bundesliga-15. am Samstag nach der 0:1-Niederlage in Rostock noch losgezogen seien, um sich vom Abstiegskampf abzulenken. "Wir waren erst zusammen essen und hatten dann ein bisschen Spaß", gab Mannschaftskapitän Tomasz Kos zu. Zum Sextett gehörten auch noch Paulo Rink, Jacek Krzynowek, Tony Sanneh, Christian Möckel und Martin Driller.

Einmal in Rage nahm sich Vereinschef Roth gleich die ganze Mannschaft vor. Das Team habe den Klassenerhalt nicht verdient, urteilte der Nürnberger Unternehmer und sprach den Spielern von Trainer Klaus Augenthaler die Erstliga-Reife ab: "Die Mannschaft ist schüchtern, zurückhaltend, sogar ängstlich. Uns fehlen die Typen, die den Ärmel aufkrempeln und wie die Teufel kämpfen."



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