1. FC Nürnberg "Auge" wird Chef beim "Club"

Klaus Augenthaler ist neuer Trainer beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Der 42-Jährige löste seinen laufenden Vertrag beim österreichischen Erstligisten Grazer AK auf und wird am Freitag an der Noris offiziell vorgestellt.


Klaus Augenthaler: Nach Gastspiel in Österreich Rückkehr nach Bayern
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Klaus Augenthaler: Nach Gastspiel in Österreich Rückkehr nach Bayern

Nürnberg - Fußball-Weltmeister Klaus Augenthaler wird neuer Cheftrainer beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Bereits im Heimspiel des "Clubs" gegen den FSV Mainz 05 am Samstag im Frankenstadion wird der frühere Nationalspieler des FC Bayern München auf der Bank sitzen. Der österreichische Erstligaclub Grazer AK, bei dem Augenthaler seit 1997 als Trainer arbeitet, bestätigte am Donnerstag den Wechsel. Der 42-jährige Augenthaler tritt in Nürnberg die Nachfolge des vor zwei Wochen entlassenen Friedel Rausch an. In Graz wird er durch den bisherigen Co-Trainer Rainer Hörgl ersetzt.

Der "Club" hatte sich nach der Trennung von Rausch am 19. Februar um eine schnelle Lösung der Trainerfrage bemüht, doch serienweise Absagen erhalten. Jörg Berger, Horst Ehrmantraut, Ernst Middendorp und zuletzt Friedhelm Funkel vom MSV Duisburg waren als neue Trainer gehandelt worden. Nach der Trennung von Rausch hatte Co-Trainer Thomas Brunner die "Club"-Mannschaft betreut.

"Augenthaler ist aber nicht als Feuerwehrmann geholt worden, er soll bei uns langfristig einen konstruktiven Aufbau ermöglichen", sagte Manager Edgar Geenen am Donnerstag in Nürnberg. "Augenthaler ist ein aufmerksamer Beobachter der zweiten Liga, ich bin überrascht von seinen Detailkenntnissen", so Geenen, der seit Sonntag mit dem gebürtigen Niederbayern in Kontakt stand.

Augenthaler, 1990 in Italien mit der Nationalmannschaft Weltmeister, kehrt nach zweieinhalbjährigem Gastspiel in der Steiermark nach Deutschland zurück. Im Mai 1997 hatte er sich, damals als Trainer-Assistent von Giovanni Trapattoni, beim Südderby gegen den VfB Stuttgart vom FC Bayern verabschiedet, für den er 404 Bundesliga- und 89 Europacupspiele bestritt. Siebenmal wurde er mit dem Münchner Renommierclub deutscher Meister.

"Der Wechsel war keine Entscheidung gegen den GAK, familiäre Gründe waren für mich ausschlagend", begründete Augenthaler vor Journalisten in Graz den Wechsel. "Ich will die zweieinhalb Jahre nicht missen, es war eine sehr schöne Zeit, und es ist jetzt ein wehmütiger Abschied". Ehefrau Monika, die zu Hause in Vaterstetten bei München lebt, sei nicht bereit gewesen, nach Graz zu kommen, so der der frühere Bayern-Libero, "und die Familie hat mich auch zum Abschied bewogen."

Sein Vertrag beim Grazer AK war bis zum Saisonende 2001 befristet, doch Augenthaler zog es in den vergangenen Monaten immer stärker in die 1. oder 2. Bundesliga zurück. Im Dezember 1999 sollte er beim VfL Bochum Nachfolger von Bernhard Dietz werden. Davor war er sich mit Borussia Mönchengladbach fast schon einig, aber GAK-Präsident Peter Svetits verhinderte den Wechsel zum Bökelberg.



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