Nürnbergs Bundesliga-Traumstart: Zehn Malocher und ein Künstler 

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Dem 1. FC Nürnberg haben die ersten drei Saisonspiele gereicht, um seine Kritiker abzustrafen. Der vermeintliche Abstiegskandidat ist nach dem Sieg in Mönchengladbach die Überraschung der Liga. Das liegt an viel harter Defensivarbeit - und einem kleinen Dribbler aus Japan.

Nürnbergs Kiyotake: Matchwinner in Mönchengladbach Zur Großansicht
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Nürnbergs Kiyotake: Matchwinner in Mönchengladbach

Platz fünf. Platz fünf. Keine Sorge, die Dopplung ist gewollt. Der Tabellenrang des 1. FC Nürnberg, in den vergangenen 20 Jahren viermal aus der Bundesliga abgestiegen, ist dermaßen ungewöhnlich, da ist eine kleine Wiederholung hilfreich, um es auch wirklich zu glauben. Der Club hat derzeit so viele Punkte auf dem Konto wie der Deutsche Meister aus Dortmund.

Sicher, nach drei Spieltagen ist die Tabelle nur bedingt aussagekräftig. Und doch: Schon die ersten 270 Bundesliga-Minuten der Saison 2012/2013 haben eine Nürnberger Elf erkennen lassen, der in diesem Jahr mehr zuzutrauen ist als permanenter Abstiegskampf.

Das 3:2 (2:1) in Mönchengladbach war nach dem 1:0-Auftakterfolg in Hamburg bereits der zweite Saisonsieg. "Genau diese Spiele braucht man - dafür arbeitet man, dafür stellt man die Mannschaft die ganze Woche darauf ein, dafür lebt man die Leidenschaft vor", sagte Trainer Dieter Hecking beim TV-Sender Liga total.

Der Erfolg kam genauso unerwartet wie das 1:1 gegen Double-Gewinner Borussia Dortmund vor zwei Wochen. Sieben Punkte nach drei Partien sind weit mehr, als man dem vermeintlichen Abstiegskandidaten zu diesem Zeitpunkt der Saison zugetraut hätte. In den Bundesliga-Prognosen war Nürnberg gerne genommen, wenn es darum ging, sich auf die Kellerkinder festzulegen - auch bei SPIEGEL ONLINE.

Kiyotake an vier von fünf Treffern direkt beteiligt

Aber da kannte in Deutschland kaum jemand Hiroshi Kiyotake. Der Japaner, der für rund eine Million Euro vom japanischen Erstligisten Cerezo Osaka ins Frankenland gekommen war, scheint die dringend gesuchte Verstärkung für den kreativen Part im Mittelfeld zu sein. In Mönchengladbach fielen die Treffer von Timm Klose (17. Minute) und Timmy Simons (25.) nach einem Freistoß und einer Ecke - beide getreten von Kiyotake. Den Siegtreffer besorgte der Japaner nach tollem Solo selbst (55.).

"Ich glaube, er zeigt jetzt, was wir vorher von ihm bei den Beobachtungen gesehen haben", sagte Hecking. Drei Vorlagen und ein Tor hat der 22-jährige Kiyotake bereits auf dem Konto. Fünf Tore hat sein neuer Verein insgesamt erzielt. Damit ist er - auf den ersten Blick - nahezu im Alleingang für den Aufschwung in Nürnberg verantwortlich. Denn begonnen hatte die Saison für den Club richtig schlecht.

Beim Erstrunden-Aus im DFB-Pokal blamierte sich die Elf gegen den Regionalligisten TSV Havelse. 2:3 nach Verlängerung hieß es am Ende und keiner der Zuschauer konnte anschließend sagen, dass das Ergebnis ungerecht war. Besonders die Abwehr gab Grund zur Sorge.

Sicherheit und Selbstvertrauen nach DFB-Pokal-Debakel zurück

Nach dem Abgang von Philipp Wollscheid, der nach Leverkusen wechselte, sollte Zugang Marcos Antonio für Stabilität sorgen. Doch seit dem Debakel im DFB-Pokal sitzt der Brasilianer auf der Bank. Trainer Hecking vertraut nun Klose und Per Nilsson. Seitdem steht die Defensive sicherer. Das Duo ist vor Torwart Raphael Schäfer die letzte Bastion einer kompakten, bissigen Nürnberger Mannschaft.

Beim Remis gegen den BVB entnervten die Nürnberger Dortmunds Angriffsreihen mit effektivem Gegenpressing. Egal wo auf dem Feld fanden Marco Reus und Co. bei ihren Angriffsbemühungen drei Gegenspieler vor. Konsequente Abwehrarbeit ist die Basis in Nürnberg, spielerischer Glanz das Topping.

Und für den ist nun Kiyotake da. In Mönchengladbach war der 63 Kilogramm leichte Mittelfelddribbler beim 3:2 von gleich drei Gegenspielern nicht zu halten. "Das sind genau diese Nachmittage, die das Adrenalin hochschnellen lassen. Wenn dann am Ende noch ein 3:2-Sieg kommt, weiß man, wofür man Fußballlehrer ist", so Hecking bei Liga total.

Adrenalin - noch so etwas, das bisher nicht jeder mit dem 1. FC Nürnberg in Verbindung gebracht hat. Es ist derzeit eben vieles anders rund um den vermeintlichen Abstiegskandidaten.

Mönchengladbach - 1. FC Nürnberg 2:3 (1:2)
0:1 Klose (17.)
0:2 Simons (26.)
1:2 de Jong (45.)
2:2 Xhaka (53.)
2:3 Kiyotake (55.)
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit (68. Hanke), Xhaka - Herrmann (77. Ring), Arango - de Jong, Cigerci (79. Hrgota)
Nürnberg: Raphael Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Balitsch, Simons - Mak, Kiyotake (88. Cohen), Esswein (77. Gebhart) - Pekhart (60. Polter
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer: 52.195
Gelbe Karten: Daems, Arango - Balitsch (3), Simons

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1.
arti67 15.09.2012
Zitat von sysopAPDem 1. FC Nürnberg haben die ersten drei Saisonspiele gereicht, um seine Kritiker abzustrafen. Der vermeintliche Abstiegskandidat ist nach dem Sieg in Mönchengladbach die Überraschung der Liga. Das liegt an viel harter Defensivarbeit - und einem kleinen Dribbler aus Japan. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,856043,00.html
Genau! Und wenn sie nächste Woche verlieren, dann gehören sie plötzlich wieder zu den Abstiegskandidaten. Schnell hochjubeln und dann schnell wieder fallenlassen.
2. Der Glubb issa debb!
der_diskutant 15.09.2012
Als gebürtiger Nürnberger fällt mir dazu nur eins ein: Der Glubb issa debb und des wirrda fei schnell widda zeig'n!
3. Sieben punkte,
erpo 15.09.2012
jetzt fehlen uns nur noch 33 Punkte zum Klassenerhalt !!!
4. verkaufen
mackeldei 15.09.2012
Diese Spieler,die beim Club groß geworden waren ,mussten in den letzen Jahren verkauft werden , weil kein Geld da war: Kießling,Diekmeier,Gündogan,Wollscheid usw. Schiesst Geld etwa doch Tore?
5. Unser Club für immer!!!
speedy 15.09.2012
Danke SPON das sie unseren Club einmal bemerken.Den Deutschland weit scheint es so zu sein das die Franken sehr Stiefkindlich behandelt werden.Woran das liegt weiß ich nicht vielleicht kann mir das jemand erklären, ohne beleidigend zu werden.Den Herr Bader/Herr Woy und Herr Hecking haben mit den anderen beim Glubb in den letzten Jahren etwas aufgebaut, das mehr als nur Respektabel ist.Vielleicht wird der schlafende Riese, jetzt, langsam aber Nachhaltig geweckt.Das einzige was traurig ist, ist die Tatsache das die Regionalen Unternehmen diese Arbeit von Bader/Hecking nicht richtig unterstützen.Zumindest die größeren könnten sich mehr einbringen, wo Nachhaltig gewirtschaftet wird.
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