14. Bundesliga-Spieltag Bayern setzen sich weiter ab

Der FC Bayern hat seine Tabellenführung weiter ausgebaut und steht kurz vor der Herbstmeisterschaft. Schützenhilfe gab's von Schalke, das dank zweier Kuranyi-Treffer gegen Bremen gewannen. Der Einstand von Wolfgang Wolf beim FCK ging daneben, Dortmund überraschte.


Hamburg - Der Meister geriet zwar kurz ins Wanken, durfte sich aber am Ende dennoch als der Sieger des 14. Spieltages fühlen. Das Team von Trainer Felix Magath bezwang den FSV Mainz 05 glanzlos mit 2:1 (1:1). Zweifacher Torschütze war Claudio Pizarro (28. und 55.). Für Mainz traf Benjamin Auer in der 33. Minute zum 1:1. Mit dem zwölften Saisonsieg in der 14. Begegnung haben die Bayern zudem einen weiteren Bundesligarekord aufgestellt. "Das war ein unangenehmes Spiel, wir mussten bis zum Schluss zittern", befand Magath, während sein Gegenüber Jürgen Klopp sagte: "Wir stehen da, holen uns Komplimente ab und fahren aber letztendlich mit leeren Händen nach Hause."

Neuer Tabellenzweiter mit sechs Punkten Rückstand und erster Bayern-Verfolger ist nun der Hamburger SV. Nur zwei Tage nach der 0:2-Niederlage im Uefa-Cup beim AS Monaco gewann der HSV durch ein Tor von David Jarolim (82.) mit 1:0 in Leverkusen. "Das war ein Sieg von jedem über sich selbst. Wir sind über die Schmerzgrenze gegangen", freute sich HSV-Coach Thomas Doll. "Diesen Erfolg werden wir fest verankern und uns daran erinnern, wenn es einmal nicht so gut läuft." Torschütze Jarolim ergänzte: "Jeder hat für den anderen gekämpft. Jetzt folgen zwei Heimspiele, dann wird man sehen, was möglich ist." Doll mochte dagegen das Saisonziel nicht nach oben korrigieren: "Wir wollen in einen internationalen Wettbewerb. Auch wenn wir jetzt Zweiter sind - die Bayern spielen in einer anderen Liga."

Auf einem Uefa-Cup-Platz steht Hertha BSC trotz des 2:2 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach. Eintracht Frankfurt und Stuttgart trennten sich im zweiten Sonntagsspiel 1:1 (1:0). Für den VfB war es bereits das neunte Remis der laufenden Saison.

Fotostrecke

12  Bilder
14. Bundesliga-Spieltag: Doppelte Stürmer und ein Debütant

Werder Bremen verlor ohne seinen K&K-Sturm - Miroslav Klose (Jochbeinbruch) und Ivan Klasnic (Blinddarm-OP) - bei Schalke 04 mit 1:2 (0:1). "Wir haben die Schalker sehr gut ins Spiel gebracht, indem wir herrlich aufgelegt haben", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Nach der frühen Führung der Gelsenkirchener durch Kevin Kuranyi (2.) erzielte Nelson Valdez den 1:1-Ausgleich (55.), ehe erneut Kuranyi (64.) mit seinem siebten Saisontreffer für die Entscheidung sorgte. Der Bremer Torsten Frings sah in der 81. Minute wegen wiederholten Foulspiels die gelb-rote Karte. Die vierplatzierten Schalker haben mit dem Sieg den Rückstand auf Werder auf vier Punkte verkürzt, liegen aber bereits zwölf Zähler hinter den Bayern.

Lauterer Schießbude

Der 1. FC Kaiserslautern kam mit seinem neuen Trainer Wolfgang Wolf bei Hannover 96 mit 1:5 (0:2) unter die Räder. "Die Niederlage ist ganz bitter, so wollte ich meine Mannschaft natürlich nicht kennen lernen", sagte Wolf. Das Schlusslicht ist nun bereits seit elf Partien sieglos und hat mit 38 Gegentreffern die schwächste Abwehr der Liga. Vier der fünf Gegentore fielen nach ruhenden Bällen. Michael Tarnat (13. und 26.) brachte Hannover nach zwei Abwehrfehlern mit 2:0 in Führung. Thomas Brdaric mit seinen Saisontoren Nummer sieben und acht (62. und 73.) sowie Vahid Hashemian (83.) machten im zweiten Durchgang den Sieg der Gastgeber perfekt. Den einzigen Treffer für den FCK erzielte Bubacar Sanogo (69.) zum 1:3.

Sahin jüngster Torschütze der Liga

Der 1. FC Nürnberg verpatzte die Heimpremiere von Trainer Hans Meyer, unterlag Borussia Dortmund mit 1:2 (0:2). Mit ihrem jeweils ersten Saisontreffer schossen U21-Nationalspieler David Odonkor (13.) und Nuri Sahin (42.) den fünften Saisonsieg für den BVB heraus. Der türkische Nationalspieler, der in der Liga zum ersten Mal traf, ist mit 17 Jahren und 82 Tagen der bislang jüngste Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Stefan Kießling (88.) gelang nur noch der Anschlusstreffer. Bei den Borussen erlitt Verteidiger Dede eine Innenbanddehnung im Knie. Für den Brasilianer ist die Hinrunde beendet.

Nürnberg bleibt auf einem Abstiegsplatz, Dortmund kletterte auf Rang sechs. "Unser Anspruch war immer, um die internationalen Plätze mitzuspielen. Und diesen können wir auch erfüllen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Ähnlich offensiv äußerten sich auch die Spieler. "Wir wollen in den internationalen Wettbewerb", sagte Sebastian Kehl, der erneut als Innenverteidiger eingesetzt wurde.

Trotz Kälte viele Zuschauer

Wolfsburg und Bielefeld trennten sich tor- und trostlos vor nur 14.000 Zuschauern 0:0. Während Wolfsburg seit fünf Begegnungen auf einen Sieg wartet, konnten die Bielefelder im fünften Aufeinandertreffen mit den "Wölfen" zum ersten Mal überhaupt punkten. Trotzdem war Arminen-Coach nicht ganz zufrieden: "Wir haben heute zwei Punkte liegen lassen, hatten genügend Chancen, als Sieger vom Platz zu gehen." VfL-Trainer Holger Fach musste zugeben, dass seine Mannschaft "ziemlich verunsichert" ist. Die ebenfalls für Samstag angesetzte Partie MSV Duisburg gegen den 1. FC Köln war bereits am Vormittag wegen verschneiter Anfahrtswege und vereister Ränge abgesagt worden.

Die sechs Samstagsspiele verfolgten trotz eisiger Kälte 221.391 Zuschauer. Dies entspricht einem Schnitt von 36.899 pro Partie. In der Torjägerliste führt nach wie vor der verletzte Bremer Klose mit 14 Treffern vor dem Dortmunder Smolarek, der elfmal erfolgreich war.

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.