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Kuranyi-Rückkehr: "Die Enttäuschung ist sehr groß"

Von Christoph Leischwitz, München

Hoffenheim-Profi Kuranyi: Erstes Pflichtspiel, erste Niederlage Zur Großansicht
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Hoffenheim-Profi Kuranyi: Erstes Pflichtspiel, erste Niederlage

Als erster und bislang einziger Bundesligist ist 1899 Hoffenheim in der ersten Pokalrunde gescheitert. Kevin Kuranyi feierte zwar seine Rückkehr auf den Platz, konnte der Mannschaft aber noch nicht helfen.

Der Rückkehrer war hin- und hergerissen. Einerseits sei es ein gutes Gefühl, wieder in Deutschland zu spielen, sagte Kevin Kuranyi eine halbe Stunde nach dem DFB-Pokalspiel von 1899 Hoffenheim beim Zweitligisten TSV 1860 München. Der 33-Jährige sagte aber auch: "Die Enttäuschung ist sehr groß. Für mich war es das erste Pflichtspiel mit dieser Mannschaft. Natürlich hätte ich das gerne gewonnen."

In seiner ersten Partie für einen deutschen Klub nach exakt fünf Jahren und drei Monaten hatte Kuranyi eine undankbare Aufgabe: Hoffenheim hatte sich von Beginn an schwergetan gegen den Außenseiter aus der zweiten Liga, der in der 51. Minute das verdiente 1:0 durch Daylon Claasen erzielte. Elf Minuten später wollte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol den einfallslosen Angriff bereichern. Weil Mark Uth verletzt fehlte, musste Kuranyi nach nur acht Tagen im Hoffenheimer Training schon als Helfer in der Not ran.

Die rund 1000 mitgereisten Fans riefen sofort den Namen des neuen Angreifers. Auf der Haupttribüne der Münchner Arena waren auch Gäste-Anhänger zu sehen, die schon ein Trikot mit Kuranyis Rückennummer 22 trugen. Zwar brachte der Rückkehrer ein wenig Schwung ins Hoffenheimer Spiel, entscheidend helfen konnte er seiner Mannschaft aber nicht. Hoffenheim wurde von den Sechzigern ausgekontert und musste in der Nachspielzeit das 0:2 hinnehmen.

"Wenn wir so spielen, steigen wir ab"

"Wir haben nicht das umsetzen können, was der Trainer von uns verlangt hat", sagte Kuranyi: "Ich habe versucht mitzuhelfen, aber ich brauche noch ein paar Wochen." Vor drei Monaten hatte er die Saison mit seinem alten Arbeitgeber Dynamo Moskau beendet, für den er in fünf Jahren 56 Tore erzielt hatte.

"Wenn wir so spielen, steigen wir ab", sagte Hoffenheims Innenverteidiger Niklas Süle provokant. Zum Bundesliga-Auftakt muss die TSG bei Bayer Leverkusen antreten, danach empfängt man den FC Bayern - schwerer geht es kaum.

1860 ist in vielerlei Hinsicht das Hoffenheimer Gegenteil: Während der Tabellenachte der Bundesliga-Vorsaison erst noch seine neuen Spieler ins System einbauen muss, hat der Fast-Absteiger aus der zweiten Liga diesmal mit einem Kader ohne Stars positiv überrascht. Die Mannschaft ist annähernd gleich geblieben. Eine plausible Antwort auf die Frage, warum das so ist, hatte Sportchef Gerhard Poschner vor seiner Kündigung vor zehn Tagen nicht mehr gegeben.

Im monatelangen Machtkampf um die Vereinsführung scheinen momentan zwar die Wogen geglättet, doch es wird wohl noch zu einem Showdown kommen: Der jordanische Investor Hasan Ismaik verkauft bisher seine Vereinsanteile nicht, weil er gegen eine Verpflichtung von Felix Magath als neuen Sportchef ist. Die Vermarktergruppe, die hinter Magath steht, müsste dem Jordanier für eine Machtübernahme erst einmal Verbindlichkeiten in zweistelliger Millionenhöhe auszahlen. In dieser Pattsituation wartet man nun erst einmal ab, wie sich die Mannschaft ohne teure Investitionen schlagen wird.

Nach zwei knappen 0:1-Niederlagen in der Liga könnte mit dem Sieg gegen Hoffenheim etwas Ruhe einkehren. Kapitän Christopher Schindler sprühte vor Selbstvertrauen: "Es ist egal, ob da ein Volland oder ein Kuranyi kommt: Wenn zwei von uns nah an den Gegnern sind, dann hat es jeder schwer", sagte der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler.

Der Schütze zum 2:0, der schlaksige 2,03-Meter-Mann Fejsal Mulic, kam im Winter aus der eigenen U21, war aber monatelang verletzt. Trainer Fröhling fühlt sich nun bestätigt: "Ich habe immer gesagt: Das ist die Mannschaft, der ich vertraue, mit der ich arbeiten will." Und merkte noch an, er werde "einen Teufel tun und seinen Kader schlechtreden", um neue Spieler zu bekommen. Mit anderen Worten: Das Geld kann man sich sparen.

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Hoffenheim
PowlPoods 09.08.2015
ist zu danken. Denn mit der Maßnahme Kurani zu verpflichten, hat den FC Schalke und seinen Deppenmanager davor bewahrt, diesen Seuchenfuss zu verpflichten. Endlich einmal ein Fehler, den Held nicht machen konnte, weil ein andere Depp schneller war. Bravo.
2. Kuranyi, wer ist das?
manhet 09.08.2015
Das Hoffenheim den Blindgänger Kuranyi verpflichtet hat, zeigt wie tief das Vereinsmanagement gesunken ist. Der Verein muss sich in der Buli schon mächtig anstrengen, daß er in der kommenden Saison mit diesem Personal nicht in die 2. Liga geschickt wird.
3. Kuranyi
spon_3088063 09.08.2015
Zitat von PowlPoodsist zu danken. Denn mit der Maßnahme Kurani zu verpflichten, hat den FC Schalke und seinen Deppenmanager davor bewahrt, diesen Seuchenfuss zu verpflichten. Endlich einmal ein Fehler, den Held nicht machen konnte, weil ein andere Depp schneller war. Bravo.
Der konnte auch in Stuttgart seinerzeit dem VFB nicht helfen. Leider schaffen es immer wieder so "möchte-gern-Zwerge" den Arbeitgeber zu veralbern.
4. ???
ro70 09.08.2015
Was hat Kuranyi denn falsch gemacht, liebe Kommentatoren ? Er war bei Stuttgart erfolgreich, bei Schalke gerade zum Ende hin so erfilgreich
5. Hoffenheims 180 Grad-Wende
k.d.haegele 09.08.2015
"Trainingsgruppe-2", Altlasten ausrangiert, das war Gisdols geniale Idee gewesen, die fruchtete. Mit Kuranyis Verpflichtung nun einen gegenläufigen Weg einzuschlagen, der den Teamgeist mindern kann, ist mir ziemlich unverständlich.
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