1860 München Ex-Präsident Mayrhofer tritt aus Verein aus

1860 München ist für Gerhard Mayrhofer Geschichte: Der Ex-Präsident kehrt dem Verein den Rücken. Er beschimpft seine Nachfolger als "Schwanzeinzieher" im Umgang mit Investor Ismaik und prophezeit dem Klub schwere Zeiten.

Ex-Präsident Mayrhofer: "Das ist nicht mehr mein Sechzig"
DPA

Ex-Präsident Mayrhofer: "Das ist nicht mehr mein Sechzig"


Gerhard Mayrhofer, Ex-Präsident des krisengeplagten Zweitligisten 1860 München, hat seinen Austritt aus dem Verein angekündigt und heftige Kritik an seinen Nachfolgern im Umgang mit Investor Hasan Ismaik geübt. "Das ist nicht mehr mein Sechzig, das ist ein Verein von Schwanzeinziehern geworden", sagte Mayrhofer der Münchner "TZ".

Er finde das Verhalten des e.V. "unerträglich", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Er könne "mit so einer Katzbuckelei nichts anfangen. Der Verein hat in dieser Konstellation keine Zukunft mehr". Vielmehr müssten sich die Verantwortlichen von 1860 "hinstellen und zu Ismaik sagen: Es ist Schluss mit lustig, du kannst gehen".

Mehrheitsgesellschafter Ismaik hatte in den vergangenen Wochen mit einigen wirren Facebook-Einträgen zum wiederholten Mal für Unruhe beim abstiegsbedrohten Zweitligisten gesorgt. Zuletzt hatte der Unternehmer aber angekündigt, die finanziellen Löcher erneut zu stopfen.

Dann gehe "das Dahindümpeln weiter. Und im Hintergrund wird er Bedingungen stellen, die nicht zu erfüllen sind", sagte Mayrhofer der "TZ". Das sei "alles komplett absurd. Entweder investieren oder verkaufen, dazwischen gibt es nichts Vernünftiges. Da wäre ein Ende mit Schrecken besser".

Ismaik lehnte zuletzt aber erneut einen Verkauf seiner Anteile ab. Er rettete den klammen Münchnern seit seinem Einstieg 2011 zwar mehrmals die Lizenz, zu größeren Investitionen in den Krisenklub ist Ismaik aber nicht bereit. Die Münchner belegen als 17. derzeit einen Abstiegsplatz in der 2. Liga.

Mayrhofer war im Juli 2013 zum Präsidenten bei den Sechzigern gewählt worden. Im Juni 2015 trat der 53-Jährige nach ständigen Querelen mit Ismaik aber frustriert zurück. Inzwischen hat Peter Cassalette das schwierige Amt übernommen.

lim/sid



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
der_ba_be 26.01.2016
1.
Irgendwie würde ich mir wünschen, dass der FCB dem Herrn Ismaik die 60% Anteile abkauft und hinterher dem TSV spendet... alleine schon aus Dankbarkeit für die Arena, die es ohne die Katzerl nie gegeben hätte. Dafür könnte man im Gegenzug vielleicht ein vorkaufsrecht für Jugendspieler bekommen... Wenn man überhaupt etwas dafür verlangen möchte.. utopisch? klar... aber selbst als Bayernfan tut es weh mit anzusehen, was aus dem Rivalen geworden ist... ein sportlicher Abstieg in die drittklassigkeit würde dem Verein den gnadenstoß versetzen und ihm ein ähnliches Schicksal bescheren, wie so vielen anderen Traditionsvereinen, die in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit verschwunden sind...
PeterC 26.01.2016
2. Warnendes Beispiel
Natürlich ist von verschiedenen Präsidien bei 1860 viel falsch gemacht worden. Dennoch zeigt sich hier auch gut die Problematik mit Investoren. Neben den eigenen Fehlern verdankt 1860 seine zukünftige Drittklassigkeit auch so etwas wiederlichem wie RB Leipzig, dem Milliardärsspielzeug Hoffenheim oder den Konzernwerbeträgern Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg, die die Trationsvereine verdrängen. Diese Entwicklung wird sich kaum aufhalten lassen. Aber bedauerlich ist es dennoch.
ge1234 26.01.2016
3. Sie Schlingel!
Zitat von der_ba_beIrgendwie würde ich mir wünschen, dass der FCB dem Herrn Ismaik die 60% Anteile abkauft und hinterher dem TSV spendet... alleine schon aus Dankbarkeit für die Arena, die es ohne die Katzerl nie gegeben hätte. Dafür könnte man im Gegenzug vielleicht ein vorkaufsrecht für Jugendspieler bekommen... Wenn man überhaupt etwas dafür verlangen möchte.. utopisch? klar... aber selbst als Bayernfan tut es weh mit anzusehen, was aus dem Rivalen geworden ist... ein sportlicher Abstieg in die drittklassigkeit würde dem Verein den gnadenstoß versetzen und ihm ein ähnliches Schicksal bescheren, wie so vielen anderen Traditionsvereinen, die in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit verschwunden sind...
Das nenn ich aber mal so richtig zynisch! 60'er-Fans sind ja schon traditionell und per definitionem leidensfähig, aber die Vorstellung, dass die verhaßten Roten nicht nur die Ismaik-Anteile aufkaufen, sondern sie hinterher dem TSV auch noch großzügig schenken, dürfte nicht mal der hartgesottenste Löwenfan überleben.
ge1234 26.01.2016
4. Das einzige,...
Zitat von PeterCNatürlich ist von verschiedenen Präsidien bei 1860 viel falsch gemacht worden. Dennoch zeigt sich hier auch gut die Problematik mit Investoren. Neben den eigenen Fehlern verdankt 1860 seine zukünftige Drittklassigkeit auch so etwas wiederlichem wie RB Leipzig, dem Milliardärsspielzeug Hoffenheim oder den Konzernwerbeträgern Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg, die die Trationsvereine verdrängen. Diese Entwicklung wird sich kaum aufhalten lassen. Aber bedauerlich ist es dennoch.
....was sich hier richtig gut zeigt, ist die Problematik des TSV 1860 mit sich selbst, dessen Protagonisten ja nie selbst an der eigenen Vereinsmisere schuld waren/sind, sondern immer die nur anderen, seien es nun die Bayern oder sogar Leverkusen und Wolfsburg (!!!!!) Vielleicht mal anstatt den üblichen Selbstdarstellern, die nur persönliche Ziele verfolgen, vernünftige Leute ins Präsidium wählen, denen der Verein am Herzen liegt, die Ahnung von Betriebswirtschaft haben und die, anstatt permanent in die Säbenerstr. zu schielen, sich auf sich selbst besinnen.
Lankoron 26.01.2016
5. Eigentlich ist es
erstaunlich, dass es 1860 trotz Investor nicht gelingt, auch nur eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen, ganz zu schweigen davon, dass mal Schulden abgebaut werden. Jahr für Jahr für Jahr kommt Geld rein und wird verbrannt...wie schaffen es eigentlich Klubs ohne Investor?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.