1860 München Investor Ismaik zieht sich aus Aufsichtsrat zurück

Hasan Ismaik wird seine Posten in Aufsichtsrat und Beirat des Fußball-Regionalligisten 1860 München aufgeben. Die Nachfolge des umstrittenen Investors wirft Fragen auf.

Geschäftsstelle des TSV 1860 München
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Geschäftsstelle des TSV 1860 München


Investor Hasan Ismaik wird zukünftig nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender beim TSV 1860 München sein. Auch seinen Posten im Beirat wird der Jordanier räumen. Das hat der Fußball-Regionalligist am Dienstagabend bekanntgegeben. Ismaik sagte zu seinem Entschluss, dass es "besser ist, diese wichtigen Ämter beim TSV 1860 mit Personen zu besetzen, die nicht nur die Kultur, sondern auch den Verein sehr gut verstehen und vor Ort ohne große Vorlaufzeit wichtige Entscheidungen treffen können".

Hasan Ismaik (Archiv)
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Hasan Ismaik (Archiv)

Beendet sei sein Engagement beim Traditionsverein damit jedoch nicht, betonte Ismaik - und verkündete seine Nachfolger. Den jordanischen Geschäftsmann werden künftig Peter Cassalette und Saki Stimoniaris vertreten. Cassalette war bis zum Abstieg aus der 2. Liga im Juni Präsident des 1860-Stammvereins, Stimoniaris bis vor wenigen Wochen Verwaltungsratschef bei den "Löwen". Stimoniaris wird darüber hinaus als Sprecher von Ismaik in allen 1860-Belangen fungieren.

Die Personalentscheidung ist brisant, weil Cassalette als ehemaliger Präsident in den paritätisch besetzten Gremien der Profifußball-Abteilung eigentlich Vereinsvertreter und Gegengewicht zur Investorenseite hätte sein sollen.

Neben Hasan Ismaik zog sich auch dessen Bruder Abdelrahman zurück. Der andere Ismaik-Bruder Yahya stieg indes zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats auf. Auch der Stammverein besetzte Posten in dem Kontrollgremium neu: Verwaltungsratschef Markus Drees zog sich zurück und wird durch Präsident Robert Reisinger ersetzt.

Der TSV 1860 München war nach der vergangenen Saison aus der 2. Bundesliga direkt in die Regionalliga abgestiegen. Hasan Ismaik hatte die nötige Millionenzahlung verweigert, um dem Team eine Lizenz für die 3. Liga zu sichern. In der aktuellen Spielzeit steht der Verein mit sieben Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz eins.

tip/dpa/sid



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
mark e. ting 30.01.2018
1. ist das nun gut oder schlecht
Im Zweifelsfall bei den Löwen ja eigentlich immer schlecht, aber diesmal wohl eher gut. man darf gespannt sein wie die Tragikomödie weiter geht...
mark e. ting 30.01.2018
2. ich revidiere
meinen vorigen Beitrag. doch nur schlecht. die Marionette Cassalette wieder einzusetzen ist eine Frechheit. und die Tragödie geht weiter...
Liberum lux 31.01.2018
3. Immerhin
Jetzt bitte noch die Anteile am Verein verkaufen und dann sind wir wieder alle glücklich!
montana80 31.01.2018
4. Nicht schon wieder
Cassalette. Aus meiner Sicht eine sehr schlechte Nachricht für 60. Cassalette der Hassanfreund hat den Fall und Absturz hergeleitet und bis zum Ende seine völlige Unfähigkeit bewiesen. Der Verein wird es anscheinend nie schaffen ordentliche Strukturen aufzubauen.
stiller_denker 31.01.2018
5. Was für ein Chaos
Das ist nun bereits die x-te Umbesetzung bei den traditionsreichen Löwen. Ich selber habe Anfang der 90ern die aufregenden Mitgliederversammlungen unter "Sonnenkönig" Günter Eichberg live miterlebt. Da wußte man nie, ob es danach überhaupt noch einen Vorstand gab, da alle Macht bei den Mitgliedern lag. Danach hat man überall im Profifußball die Gremien Vorstand, Beirat, Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Lizenzspielerabteilung etc. eingerichtet, die Fans entmachtet und nur noch als Stimmvieh und Zahlmeister zugelassen. Nun ist aber seit dem Totalverkauf der Vereine an Investoren und die Komplett-Vermarktung bis zum Klopapier alles nur noch Varieté, Comedy und Dschungelcamp. (HSV/Kühne/"AOL-Arena") - (H96/Kind) - (Veltins-Arena/Tönnies/Meica/Böklunder/Wurstkartell/130 Mio. Euro Strafe-Nichtzahler) - (Hoeneß/verurteilter Steuerhinterziehung/32 Mio. Euro) Ist das noch Sport? Was für ein Hohn an die Fans. Für 8,84 Euro arbeiten gehen und ne Dauerkarte für 599 Euro. Und als Belohnung in der Halbzeit nen Steak für 7 Euro (Billigfleisch für 2,60 Euro/kg, das zuvor unser Grundwasser mit Nitrat verseucht hat - dank Seehofer als Landwirtschafts-Minister ab 2005) Was für eine fortschrittliche Gesellschaft des 21. Jahrhundert. Brot und Spiele, wie vor 2000 Jahren.
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