Krise bei 1860 Monatzeder scheitert bei Delegiertenversammlung

Die Führungskrise bei 1860 München nimmt kein Ende: Die "Löwen" müssen ein neues Präsidium wählen, weil Hep Monatzeder nicht im Amt bestätigt wurde. Das Ergebnis der Delegiertenversammlung dürfte auch Investor Hasan Ismaik freuen, der sich gegen den Grünen-Politiker ausgesprochen hatte.

1860-Interimspräsident Monatzeder: Nur 66 Ja-Stimmen
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1860-Interimspräsident Monatzeder: Nur 66 Ja-Stimmen


Hamburg - Der Interimspräsident von 1860 München, Hep Monatzeder, ist auf der außerordentlichen Delegiertenversammlung nicht im Amt bestätigt worden. 130 Delegierte votierten am Donnerstagabend in Planegg bei München gegen den Grünen-Politiker und dritten Bürgermeister von München. Der 61-Jährige erhielt 66 Ja-Stimmen. Das dreiköpfige Präsidium bleibt jedoch im Amt, bis ein neues bestellt ist. Monatzeder hatte Mitte März die Nachfolge des zurückgetretenen Dieter Schneider angetreten. Monatzeders Scheitern ist ein Erfolg für Investor Hasan Ismaik.

Bei der Delegiertenversammlung der "Löwen" sorgte ein zeitweiser Ausschluss der Öffentlichkeit für erhebliche Aufregung. Beim Tagesordnungspunkt "Präsidium", bei dem es um die von Investor Hasan Ismaik bekämpfte Bestätigung Monatzeders im Amt ging, mussten die Medien den Saal verlassen.

Der Geldgeber aus Jordanien wollte dabei einen Brief unter den Delegierten verteilen und verlesen lassen. In dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, erhebt Ismaik heftige Vorwürfe gegen die Vereinsführung. Er sieht sich als Opfer einer "perfekten Verschwörung", mit der der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Otto Steiner Monatzeder ins Amt hieven wollte.

Delegierten stimmen für Satzungsänderung

Ismaik hat im Machtkampf bei 1860 drei Darlehensverträge in Millionenhöhe gekündigt, weil der Verein unter Monatzeder gegen seinen Willen an Geschäftsführer Robert Schäfer festhält und die Verträge mit Sportdirektor Florian Hinterberger und Trainer Alexander Schmidt verlängerte. Er fühle sich von der Vereinsführung vollständig ignoriert, so Ismaik. Gleichzeitig gab er sich kämpferisch: "Ich bin nicht bereit, wegzutreten und nur zuzuschauen."

Er versicherte auch, nie beabsichtigt zu haben, "meine Beteiligung an dem Verein beziehungsweise an der KG zu veräußern, obwohl die Kooperation nicht gut genug war, was die Arbeit und die Ziele betraf". Er sei "sehr tief besorgt, was 1860 München und meine persönlichen Ziele betrifft, die stets zum Ziel hatten, dass 1860 München eines Tages in die Bundesliga aufsteigt".

Eine große Mehrheit der Delegierten stimmte zu Beginn der Versammlung für eine zentrale Satzungsänderung. 180 Delegierte votierten für die Wiedereinführung von Mitgliederversammlungen. 17 stimmten dagegen, zwölf enthielten sich. Künftig wird das Präsidium damit wieder von allen Mitgliedern gewählt. Die erste ordentliche Mitgliederversammlung könnte bereits im Mai oder Juni stattfinden.

Ismaik war im Mai 2011 zunächst mit 18,4 Millionen Euro bei 1860 eingestiegen, hatte dafür 49 Prozent der stimmberechtigten Anteile des Clubs erworben (13 Millionen Euro), ein Darlehen für den Abbau der Schulden gewährt (5,4 Millionen) und die Münchner so vor dem finanziellen Aus bewahrt.

max/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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ausmisten 26.04.2013
1. von politclowns
der oberversger erich riedel,csu,"der ball ist rund" hat 1860 ruiniert, um bekannt zu werden und ein bundestagsmandat zu erschleimen.nachdem er 60 in den konkurs gesteuert hat, wurde er haushaltsexperte der cdu/csu.die heutige staatshaushaltslage gruesst schoen. jetzt auch noch monatzeder? so einen dilettantismus wuerde nicht mal real madrid aushalten! totaler neuanfang mit fachkraeften ist wuenschenswert. an athletic bilbao orientieren. die spielen nur mit kickern, die im baskenland geboren sind. dann kann sich auch der echte 60 iger wieder an seinem team erfreuen, sei es in der 3. liga.nur so kann 60 mittelfristig der austauschbaren legionaerstruppe von bayern paroli bieten.neue wege gehen!
bumminrum 26.04.2013
2. kann uli helfen?
vielleicht kann uli mit etwas schweizer franken aushelfen
makoebaer 26.04.2013
3. HEP HEP Hurra
eieiei , so undemokratisch- da muss der Ober ran
walter_de_chepe 26.04.2013
4. Zuviele Wichtigtuer in Politik und Sport
Das Geld der Reichen nimmt man gern, doch dann will man nicht die Spielregeln beachten.
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