1860 München Stürmer Göktan wegen Kokainkonsums fristlos gekündigt

Der deutsche Fußball hat einen neuen Drogenskandal: Der Zweitligist 1860 München hat Berkant Göktan fristlos gekündigt. Der Spieler wurde bei einer vom Verein angeordneten Dopingprobe des Kokainkonsums überführt.


Hamburg - Wegen Kokainmissbrauchs hat Fußball-Zweitligist 1860 München seinen Stürmer Berkant Göktan fristlos gekündigt. Das gab der Club am Dienstag bekannt. Der Drogenkonsum fiel durch eine von den Löwen angeordnete Analyse einer Urinprobe des 27-Jährigen auf.

Stürmer Göktan: Wegen Kokainkonsums fristlos gekündigt
Getty Images

Stürmer Göktan: Wegen Kokainkonsums fristlos gekündigt

Nach Göktans Ablehnung des Münchner Angebotes, den Vertrag ruhen zu lassen und zusammen mit dem Club eine Lösung der Drogenproblematik anzustreben, sah 1860 keine Alternative zur sofortigen Auflösung des Kontrakts mehr. Weitere Einzelheiten gaben die Münchner nicht bekannt. "Wir sind zu einer solchen Maßnahme gezwungen, so traurig das ist. Es geht jetzt nicht mehr um den Spieler, sondern um den Menschen Berkant Göktan. Aus diesem Grund und mit Blick auf die persönliche Bedeutung bitten wir um Verständnis, dass sich der Verein jetzt nicht weiter zu dem Thema äußert. Wir wünschen und hoffen, dass Berkant Göktan sein Leben wieder in den Griff bekommt", erklärte 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter.

Der Angreifer ließ durch seinen Anwalt ein Schreiben veröffentlichen, in dem er den Missbrauch eingesteht: "Herr Göktan bedauert außerordentlich die Gründe, die zur fristlosen Kündigung geführt haben und entschuldigt sich beim Verein und den Fans. Über Einzelheiten äußert er sich zur Zeit nicht. Er weist lediglich darauf hin, dass sein Verhalten auf eine schwierige Lebenssituation zurückzuführen ist. Hinsichtlich des Angebots des TSV 1860 München ist es zu keiner Einigung gekommen, was Herr Göktan bedauert", heißt es in der Verlautbarung.

Aus der Mitteilung geht zudem hervor, dass sich Göktan bereits in Therapie begeben hat und wieder ins Profigeschäft zurückkehren möchte: "Er wird die begonnene Therapie fortführen und hofft nach erfolgreichem Abschluss auf ein baldiges Comeback."

In der vergangenen Saison schaffte Göktan, der seit August 2006 bei den Sechzigern ist, mit zehn Treffern den Durchbruch und avancierte zum Publikumsliebling. In dieser Saison bestritt er noch kein Spiel. Folgen für Spielwertungen seien deshalb auch nicht zu erwarten, da nach den Anti-Doping-Richtlinien des DFB auf Kokain nur im Wettkampf kontrolliert werde. Darauf wies der Verband in einer Pressemitteilung hin.

Anfang Juli war der Torjäger barfuß in eine Glasscherbe getreten und musste anschließend mehrmals operiert werden. Im August musste er eine weitere Auszeit nehmen, Vereinsarzt Willi Widenmayer stellte ein "Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom" bei dem Spieler fest. Ende August kehrte Göktan in den Trainingsbetrieb zurück.

Göktan startete seine Karriere beim FC Bayern München. Als 17- Jähriger gab er im September 1998 im Champions-League-Spiel gegen Manchester United sein Profidebüt. In der Bundesliga spielte der ehemalige türkische Junioren-Nationalspieler auch für Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Kaiserslautern. Sein größter Erfolg war die türkische Meisterschaft in der Saison 2001/2002 mit Galatasaray Istanbul.

luk/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.